Stick to the facts

„Postfaktisch“ – das Wort des Jahres 2016

Pro/Contra: Stick to the facts. „Postfaktisch“ – das Wort des Jahres 2016

von Simon Godart

Das Oxford Dictionary hat (am 16. November 2016) den Neologismus „post-truth“ zum internationalen Wort des Jahres 2016 bestimmt. Der Begriff, der sich nicht ganz maßstabsgetreu als „postfaktisch“ ins Deutsche übersetzt, ist ein Adjektiv zur Beschreibung von Diskursformationen oder politischen Haltungen, in denen Fakten oder anerkannte Überzeugungen nicht zur Basis der Argumentation genommen werden. Oder nicht mehr, müsste man sagen; der Begriff hat vor allem zeitdiagnostischen Wert und geht mit der Behauptung einher, dass das Jahr des Post-Faktischen insbesondere wegen des viel diskutierten Präsidentschafts-Wahlkampfes in den USA eine neue Debattenkultur eingeläutet habe. Mit gleichbleibender Begründung und Hervorhebung der steigenden Popularität des Adjektivs zog nun die Gesellschaft für Deutsche Sprache einen knappen Monat später (am 9. Dezember) nach und wählte diese „Lehnübertragung“ auch zum deutschen Wort des Jahres. 

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Chiffren des Sozialen. Realistisches Erzählen und politische Ökonomie im 19. Jahrhundert

Till Breyer hat kürzlich seine Doktorarbeit bei Joseph Vogl an der Humboldt-Universität abgegeben. Momentan arbeitet er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Ruhr-Universität Bochum.

Interview von Dennis Shep

Worum geht es in deiner Arbeit?

In meiner Dissertation habe ich versucht, den Zusammenhang von realistischen Erzählweisen und ökonomischen Wissensgegenständen im 19. Jahrhundert zu beleuchten. In den letzten Jahren sind gerade zum Verhältnis von Realismus und Ökonomie einige Studien erschienen, denen gegenüber ich den Fokus noch einmal etwas verschieben und ausweiten wollte.

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Statements zu den Digital Humanities

„Trotz der verschiedensten Entwicklungen des 20. Jahrhunderts basieren die Methoden der ‚Analogue Humanities’ immer noch auf Praktiken, die über 200 Jahre alt sind. Im digitalen Zeitalter sind sie nicht mehr zeitgemäß.“

Lev Manovich:

Digital Humanities scholars use computers to analyze mostly historical artefacts created by professionals. The examples are novels written by professional writers in the 19th century. Time wise, they stop at the historical boundaries defined by copyright laws in their countries. For example, according to the U.S. copyright law, the works published in the last 95 years are automatically copyrighted. (So, for example, as of 2015, everything created after 1920 is copyrighted, unless it is recent digital content that uses Creative Commons licenses.) I understand the respect for the copyright laws – but it also means that digital humanists shut themselves out from studying the present.

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