Die Wunde zeigen

Im interdisziplinären Forschungsprojekt „PathoGraphics“ untersuchen Wissenschaftlerinnen die Darstellung von physischen und psychischen Grenzerfahrungen in Literatur und Comics

Nora Lessing
„Die Anstandsdame – Chaperone“ nennt die kanadische Künstlerin Stef Lenk ihr Bild, bei dem der Schatten kritisch auf das tanzende Skelett schaut. Die Künstlerin zeichnet sowohl Comics wie auch medizinische Illustrationen.                           Bildquelle: Stef Lenk / steflenk.com

Die Diagnose Hirntumor war Ausgangspunkt für Wolfgang Herrndorfs Blog „Arbeit und Struktur“, Daniela Schreiter vermittelt in ihrem Comicbuch „Schattenspringer“ die Welt aus der Perspektive einer Autistin, und der Theatermacher Christoph Schlingensief machte Leid, Angst und Hoffnung mit der Veröffentlichung seines Krebstagebuchs „So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein!“ zu zentralen Themen seines Spätwerks.

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Size Matters: Knowledge, Storage, and the History of Compression

Hansun Hsiung recently finished his PhD about textbooks and the globalization of scientific knowledge in the nineteenth century at Harvard. He is currently working on a project about compression at the Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin. An interview with Hansun Hsiung on the History of Compression

Interview by Dennis Schep

What is the history of compression?

In the past decade or so, several historians, most notably Ann Blair, have attempted to historicize our contemporary “information overload” by excavating precursors from the early modern era. These studies have shown that since the rise of commercial print at latest, we’ve been creatively struggling with the problem of “too much to know.” My project takes this line of inquiry, and refocuses it on problems of material infrastructure. Knowledge is embedded in objects, and we build infrastructures such as libraries and archives to house these objects. But objects take up space. Thus, if information overload does have a long history, then this history is not only a problem of “too much to know.” It must also be a problem of “too much to store.”

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Bob Dylan – Die Stimme und die Stimmen

WorkshopDylan Wokshop, Die Stimme und die Stimmen

Zeit: Donnerstag, 23. Februar 2017, 10.00 – 18.00 Uhr
Ort: Topoi-Villa Dahlem
Konzeption: Wolfram Ette, Georg Witte

Rund vier Monate nach der seit langem immer wieder geforderten Vergabe des Nobelpreises an Bob Dylan haben die Friedrich-Schlegel-Schule für literaturwissenschaftliche Studien und das Peter-Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft mit dem Workshop Bob Dylan Die Stimme und die Stimmen reagiert. Organisiert wurde der Workshop von Wolfram Ette, gegenwärtig Gastprofessor an der FSGS, und von Georg Witte, der der Schule seit vielen Jahren verbunden ist.

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Summer School 2017

»Die RHETORIK(EN) DER LITERATURWISSENSCHAFT«

23.–30. 7. 2017

Freie Universität Berlin

Friedrich Schlegel Graduiertenschule für literaturwissenschaftliche Studien

Call for Application (deutsch) (english)

Die Rhetorik, die Macht des Wortes, steht im Zentrum der Literatur- und Geisteswissenschaften. Dort, wo es etwa um die narrativen bzw. diskursiven Strukturen von Texten geht, um Überzeugungs- und Darstellungsstrategien, oder um die verwendeten Begriffe und Konzepte in historischer sowie kulturologischer Perspektive, stellt die Wissenschaft, gut zu reden (Quintilian) einen Leitfaden für den Umgang mit Texten und sprachlichen Formen dar. Sie kann als Daseinsberechtigung der akademischen Disziplinen angesehen werden: Die Literatur- und Geisteswissenschaften erhalten und definieren sich selbst in Rekurs auf die Rhetorik, und die Verwendung rhetorischer Muster und Strategeme bestimmt wie selbstverständlich die eigene Produktion von Texten und Positionen. Der Fokus auf die sprachliche Form und Verfasstheit von Gedanken bildet so den konstitutiven Teil literaturwissenschaftlichen Arbeitens und seiner Gegenstände. Mit diesen Aspekten wird sich die Summer School »Rhetorik(en) der Literaturwissenschaft« befassen.

Weitere Informationen finden Sie im Call for Applications.

Roundtable: Critique

On January 21, a roundtable discussion on the history and current meaning of critique

Credit: Jean-Paul Sartre, Gilles Deleuze, and Michel Foucault; picture by Elie Kagan

took place at Spektrum in Berlin. The event was organized and moderated by Dennis Schep (Friedrich Schlegel Graduiertenschule). Participants were:

Luce deLire (Philosophy and German and Romance Languages and Literatures, Johns Hopkins University)

Hansun Hsiung (Max-Planck Institut für Wissenschaftsgeschichte)

Jule Govrin (Friedrich Schlegel Graduiertenschule)

Jan-Philipp Kruse (Rechts- und Verfassungstheorie, TU Dresden)

The afternoon began with preliminary provocations from each participant. What follows is an abridged and edited transcript of the subsequent audience discussion only. A full audio recording, including the presenters’ preliminary provocations, can be found here.

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De/localizing literature: A Workshop

Zeit: 24. – 26. Januar 2017
Ort: Freie Universität Berlin
Konzept und Organisation: Laura Gagliardi, Caio Yurgel

 

Fünf internationale Wissenschaftler*Innen (Kathy Ann-Tan, Natasha Gordinsky, Leonardo Tonus, Susanne Zepp und Zairong Xiang) und zwei Künstler (Bernardo Carvalho und Karim Aïnouz) wurden von Laura Gagliardi und Caio Yurgel zu einem dreitägigen Workshop, vom 24. bis 26. Januar 2017 an der Freien Universität Berlin eingeladen. Gemeinsam mit einem interessiertem Publikum haben diese Teilnehmer*Innen aus einer neuen „de/lokalisierten“ Perspektive über zeitgenössische Literatur, Film und Kunst diskutiert. Im Workshop de/localizing literature wurde der Begriff der „De/lokalisierung“ im Sinne der Kulturwissenschaften, als ein kritischer Ansatz betrachtet, der über die territoriale Entschlossenheit und über die binäre Opposition zwischen dem Lokalen und dem Universellen hinausgeht. “De/lokalisierung” galt somit als Ausgangspunkt und als methodisches Instrument, um die Interpretationskonventionen von seiner Achse aus zu verschieben und so erweiterte Sichten auf literarische und künstlerische Objekte, die außerhalb des Mainstream gedeihen, zu schaffen. Dazu wird eine kritische Neubewertung institutionalisierter Räume und Identitäten unternommen, um alternative Wege zu der etablierten Ordnung von Raum, Zeit, Genre, Geschlecht und Ethnizität in ihren vielfältigen Besonderheiten zu verstehen, ohne selbstverständlich ihr Verhältnis zu anderen Aspekten des sozialen und künstlerischen Lebens zu missachten.

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Ernst, Tragisch, Problematisch – Guido Mazzoni on Late Capitalism and the Theory of the Novel

Guido MazzoniGuido Mazzoni is a poet, essayist and a founding editor of Le parole e le cose, Italy’s leading cultural webzine. He is a professor at the University of Siena. In 2011 he published Teoria del romanzo, which has now been translated into English for Harvard University Press.

Interview by Chris Fenwick

Guido Mazzoni, you gave a talk at the Freie Universität summarizing ideas from your new book, Theory of the Novel. Could you tell us in more detail about the argument of your book and how it differs from past theories of the novel?

In my view the novel is defined by two elements. One element is linked to a language game: the novel is something that narrates; the novel tells a story. The second element is the fact that the novel has become the genre in which you can narrate anything in any way whatsoever.

To turn to the first element – what does it mean to narrate a story? In the twentieth century, narratology established one ahistorical answer. My answer has a historical starting point.

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