Chiffren des Sozialen. Realistisches Erzählen und politische Ökonomie im 19. Jahrhundert

Till Breyer hat kürzlich seine Doktorarbeit bei Joseph Vogl an der Humboldt-Universität abgegeben. Momentan arbeitet er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Ruhr-Universität Bochum.

Interview von Dennis Schep

Worum geht es in deiner Arbeit?

In meiner Dissertation habe ich versucht, den Zusammenhang von realistischen Erzählweisen und ökonomischen Wissensgegenständen im 19. Jahrhundert zu beleuchten. In den letzten Jahren sind gerade zum Verhältnis von Realismus und Ökonomie einige Studien erschienen, denen gegenüber ich den Fokus noch einmal etwas verschieben und ausweiten wollte.

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Stimmung 2016 – an interview with Hans Ulrich Gumbrecht

30-stimmung-lesen-gumbrechtHans Ulrich Gumbrecht is a literature professor at Stanford University, a public intellectual and a naturalized citizen of the United States. This interview took place in Berlin, three days after Donald Trump won the U.S. presidential election.

Interview by Chris Fenwick and Dennis Schep

You have written a book about the Stimmung after 1945, describing the ‘50s as a claustrophobic era. How would you see the Stimmung of today?

I feel it is a Stimmung of the end of something. It’s not quite clear what has come to an end, maybe nothing has come to an end, but if there is one motif that goes through all this confusion and the centrifugal interpretations of what is happening, there is always a claim for something ending. We have to seriously ask whether the institutional forms and rituals that emerged under certain historical conditions in the 18th century are no longer viable, whether accidents that have always been possible, like on January 30th 1933 in this city in this country, are now more frequently possible – so that we should imagine something else. Something has come to an end, but we aren’t sure what it might be. This gives us a double uncertainty, for as long as we don’t know what has come to an end, we don’t know what might come, and we cannot develop a recipe or strategy.

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Über Houellebecq und eine engagierte Literaturwissenschaft. Ein Interview mit Jule Govrin

Im September 2016 erschien Sex, Gott und Kapital; Houellebecqs Unterwerfung zwischen neoreaktionärer Rhetorik und postsäkularen Politiken von Jule Govrin bei Edition Assemblage. Wir sprachen mit der Autorin.

Interview von Dennis Schep

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Wieso Houellebecq?

Houellebecq ist bereits in den 1990er Jahren als agent provocateur der französischen Literaturszene in die öffentliche Aufmerksamkeitssphäre vorgedrungen. In seinen ersten Romanen wie Ausweitung der Kampfzone und Elementarteilchen wird die Hyperkommerzialisierung des Sexuellen grell ausgeleuchtet. Und es wird lautstark Kritik an der sexuellen Revolution zur Sprache gebracht. Die kruden Argumentationen und Ressentiment-Polemiken seiner Protagonisten mal beiseite gelassen, dienen die Romane als Aushandlungsflächen, auf denen sich schwelende soziale Konflikte kristallisieren. Dementsprechend hitzig werden seine Romane sowie sein Auftreten als Autor diskutiert, wobei er in den Medien kunstvoll eben die Jammergestalt verkörpert, die seine Protagonisten sind. Gleichermaßen wurde in akademischer Hinsicht, besonders von Seiten einer kulturwissenschaftlich ausgerichteten Sexualwissenschaft, die Aussagen seiner Literatur durchaus ernstgenommen und als Thesenromane in ihren Argumenten betrachtet. Wie viel Ernsthaftigkeit einem Autor entgegenschlägt, dessen Prosa ironische Pirouetten vollführt,

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Selbstmordattentäter- Kulturwissenschaftler Arata Takeda über einen Typus

Dr. Arata Takeda wurde im Juli 2016 auf Bayern 2 zum Thema Selbsmordattentäter interviewt. Er hat über Selbstmordattentäter geforscht: Nicht der Gewinner, sondern der Schwache mache seinen Körper zu Waffe, so seine These. Deshalb müsse man nicht auf Kultur oder Religion, sondern auf Machtverhältnisse schauen…

Der Link zum Interview