Puerto Berlín

Ein Symposium über Berlin als Heimathafen lateinamerikanischer Literaten

Stadtsprachen
http://stadtsprachen.de/event/puerto-berlin/
von Jeanette Kördel

Innerhalb des Projekts PARATAXE – die internationalen Literaturszenen Berlins fand am Freitag den 19.05.2017 das Symposium „Puerto Berlín“ im Literarischen Colloquium statt. In drei Panels und einer Abendlesung wurden die Etappen einer ebenso faszinierenden wie kosmopolitischen Literaturgeschichte untersucht: das Wirken lateinamerikanischer AutorInnen in Berlin, einer Stadt die für viele Literaten als temporärer oder permanenter Heimathafen fungiert. Das erste Panel am Vormittag stand unter dem Motto „TRANSIT – Aufbruch und Exil. Die 1960er und 1970er Jahre“ und betrachtete Berlin als Metropole geflüchteter Literaten und Kulturschaffender, die aus den Diktaturen ihrer Heimatländer fliehen mussten. Ein Schwerpunkt bildete hier Chile, aus dem während der Pinochet-Diktatur (1973-1990) zahlreiche Intellektuelle ins Exil gezwungen wurden. Fragen hierzu waren u. a.: Welche exilierten AutorInnen fanden in Berlin – Ost oder West – einen neuen Aufenthaltsort oder schrieben im Transit? Wie das insilio (innere Emigration) barg das exilio Risiken. Welche sind dies, literarisch, kulturell und politisch gesprochen gewesen? Und: Konnten sich die in Berlin exilierten AutorInnen in den Boom der lateinamerikanischen Literaturen einschreiben? Gemeinsam mit der chilenischen Autorin und Historikerin Patricia Cerda diskutierten Chile-Experten und LiteraturvermittlerInnen diese Fragen und beleuchteten die Anfänge der lateinamerikanischen Literaturgeschichte in Berlin genauer.

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Rilkes Sonette an Orpheus

Lecture cum Seminar mit Prof. Dr. Christoph König

Zeit: 5.– 6. Januar 2017
Ort: FU Berlin
Organisation und Kontakt: Prof. Dr. Caroline Torra-Mattenklott (Aachen), Prof. Dr. Irene Albers (FUB), Louisa Künstler (FUB)
Programm und weitere Informationen

Die Sonette an Orpheus entstanden im Jahr 1922. Rilke hatte sich ins Chateau de Muzot in der Schweiz zurückgezogen, um die lange unterbrochene Arbeit an den Duineser Elegien fortzusetzen. Will man Rilkes brieflichen Aussagen Glauben schenken, erlebte er hier einen Schaffensrausch, in dessen Zuge er nicht nur die Elegien vollendete, sondern auch – in insgesamt nicht einmal vierzehn Tagen – die 55 Sonette an Orpheus aufs Papier warf. Sie waren der letzte Gedichtzyklus, den Rilke veröffentlichen sollte. Während in der Rilke-Forschung lange die Elegien im Fokus der Aufmerksamkeit standen, gelten inzwischen die Orpheus-Sonette als der „poetisch avanciertere und ästhetisch radikalere Teil der lyrischen Doppelproduktion“ (Wolfram Groddeck). Für manche bilden sie gar die „Summa poetica Rilkes“ (Dietrich Bode).

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Autor und Werk: Wechselwirkungen und Perspektiven zweier (immer noch) umstrittener Begriffe

Workshop mit einem Abendvortrag

Zeit: 06.–07. Juli 2017
Ort: FU Berlin, Friedrich Schlegel Graduiertenschule für literaturwissenschaftliche Studien
Konzept, Organisation, Kontakt: Svetlana Efimova
Bericht: Svetlana Efimova

„Autor und Werk“ gehören zu denjenigen Basiskategorien der Literaturwissenschaft, deren Definition oder Ablehnung das Selbstverständnis der gesamten Disziplin betreffen. Bekanntlich besitzen die beiden Begriffe eine lange und kontroverse Geschichte, die durch einen Wechsel zwischen Ablösung und Regeneration vorangetrieben wurde. Trotz des zum Klassiker gewordenen Schlagworts „Rückkehr des Autors“ (1999) und trotz der im 21. Jh. aufgeblühten Autorschaftsforschung besitzt die Autorkategorie noch ein großes Diskussionspotenzial in ihrem Verhältnis zum Werk und Œuvre. Bereits Michel Foucault hat im Aufsatz „Was ist ein Autor?“ (1969) das Begriffspaar „Autor und Werk“ als eine „solide und grundlegende Einheit“ in der Geschichte der Literatur, Philosophie und Wissenschaft bezeichnet. Allerdings fristete der Begriff „Werk“ während der Autorschaftsdebatte um die Jahrtausendwende zum Teil ein Schattendasein und wurde erst 2015 zum Gegenstand des Symposiums „Wiederkehr des Werks? Zur Gegenwart des literaturwissenschaftlichen Werkbegriffs“ in Hannover. Angesichts der heutigen Revision des Werkbegriffs lässt sich nicht nur nach Theorien und Praktiken des Werks, sondern auch nach der Bedingtheit dieses Begriffs durch das Konzept der Autorschaft fragen.

In den Philologien gibt es bisher keinen übergreifenden Konsens über die Theorie und analytische Anwendbarkeit der beiden Kategorien „Autor“ und „Werk“. Der Workshop „Autor und Werk“, der am 06. und 07. Juli 2017 an der Friedrich-Schlegel-Graduiertenschule stattfand,  brachte VertreterInnen unterschiedlicher Teilphilologien (Germanistik, Slavistik, Anglistik, Romanistik, Komparatistik) in einen produktiven Dialog über Wechselwirkungen und Perspektiven dieser Kategorien. Konzipiert und organisiert wurde die Veranstaltung von Svetlana Efimova (FSGS).

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Epiphane Wirklichkeiten. Sprachen der Dinge in Literatur und Künsten

Triangel-Colloquium Berlin – Cambridge – Chicago

Zeit: 16.–18. Februar 2017
Ort: FU Berlin, JK33/121

Während des dreitägigen Workshops gingen an der Friedrich Schlegel-Graduiertenschule Doktorandinnen und Doktoranden der Partneruniversitäten FU Berlin, Cambridge University und University of Chicago der Frage nach der symbolischen und materiellen Präsenz der Dinge besonders in literarischen Texten nach. Die spezifische materielle Widerständigkeit von Dingen in der Literatur und den Künsten wird immer wieder zum Auslöser von Wahrnehmungsveränderungen und Präsenzerfahrungen, die gemeinhin unter dem Begriff Epiphanie gefasst werden. Die literatur-, kultur- und filmwissenschaftlichen Beiträge untersuchten unter dem Motto ad rem (zu den Dingen, zur Sache) eben diesen transgressiven Charakter der Dingwelt in Texten und anderen Kunstwerken, die Bedingungen wie auch die ästhetischen wie poetischen Verfahren, die die Dinge beredt werden lassen. Dabei war es das besondere Anliegen des Workshops, sich nicht auf den Symbolgehalt der Dinge, die phänomenologische Dimension der Ding-Erfahrung allein zu beschränken, sondern sie mit Ansätzen der Material Studies, also der besonderen Aufmerksamkeit hinsichtlich der materialen Faktur der Zeichen, Medien und Dinge in Reibung zu bringen und unter anderem danach zu fragen, welche Sprach- und Ausdrucksformen sich in Hinsicht auf die materielle Widerständigkeit der Dinge literarisch ausprägen und Wirklichkeiten epiphan machen.

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Bob Dylan – Die Stimme und die Stimmen

WorkshopDylan Wokshop, Die Stimme und die Stimmen

Zeit: Donnerstag, 23. Februar 2017, 10.00 – 18.00 Uhr
Ort: Topoi-Villa Dahlem
Konzeption: Wolfram Ette, Georg Witte

Rund vier Monate nach der seit langem immer wieder geforderten Vergabe des Nobelpreises an Bob Dylan haben die Friedrich-Schlegel-Schule für literaturwissenschaftliche Studien und das Peter-Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft mit dem Workshop Bob Dylan Die Stimme und die Stimmen reagiert. Organisiert wurde der Workshop von Wolfram Ette, gegenwärtig Gastprofessor an der FSGS, und von Georg Witte, der der Schule seit vielen Jahren verbunden ist.

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De/localizing literature: A Workshop

Zeit: 24. – 26. Januar 2017
Ort: Freie Universität Berlin
Konzept und Organisation: Laura Gagliardi, Caio Yurgel

 

Fünf internationale Wissenschaftler*Innen (Kathy Ann-Tan, Natasha Gordinsky, Leonardo Tonus, Susanne Zepp und Zairong Xiang) und zwei Künstler (Bernardo Carvalho und Karim Aïnouz) wurden von Laura Gagliardi und Caio Yurgel zu einem dreitägigen Workshop, vom 24. bis 26. Januar 2017 an der Freien Universität Berlin eingeladen. Gemeinsam mit einem interessiertem Publikum haben diese Teilnehmer*Innen aus einer neuen „de/lokalisierten“ Perspektive über zeitgenössische Literatur, Film und Kunst diskutiert. Im Workshop de/localizing literature wurde der Begriff der „De/lokalisierung“ im Sinne der Kulturwissenschaften, als ein kritischer Ansatz betrachtet, der über die territoriale Entschlossenheit und über die binäre Opposition zwischen dem Lokalen und dem Universellen hinausgeht. “De/lokalisierung” galt somit als Ausgangspunkt und als methodisches Instrument, um die Interpretationskonventionen von seiner Achse aus zu verschieben und so erweiterte Sichten auf literarische und künstlerische Objekte, die außerhalb des Mainstream gedeihen, zu schaffen. Dazu wird eine kritische Neubewertung institutionalisierter Räume und Identitäten unternommen, um alternative Wege zu der etablierten Ordnung von Raum, Zeit, Genre, Geschlecht und Ethnizität in ihren vielfältigen Besonderheiten zu verstehen, ohne selbstverständlich ihr Verhältnis zu anderen Aspekten des sozialen und künstlerischen Lebens zu missachten.

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Ödipus um 1900. Transformation des antiken Helden in Tragödie und Tragödientheorie der Jahrhundertwende

Louis Bouwmeester als Ödipus
Louis Bouwmeester als Ödipus
Bildquelle: Albert Greiner sr. & jr.
Zeit: 14. & 15. Oktober 2016
Organisation & Kontakt: Marie-Christin Wilm und Arata Takeda

 

 

Unter dem Titel „Ödipus um 1900. Transformation des antiken Helden in Tragödie und Tragödientheorie der Jahrhundertwende“ luden Marie-Christin Wilm und Arata Takeda Expertinnen und Experten aus Altphilologie, Germanistik, Komparatistik, Philosophie und Romanistik sowie interessiertes Publikum zu einem zweitägigen Workshop vom 14. bis 15. Oktober 2016 an der Freien Universität Berlin ein. Vor dem Hintergrund der Bewusstwerdung und Thematisierung einer strukturellen Krisenhaftigkeit menschlicher Identität diskutierte der interdisziplinär ausgerichtete Workshop die Transformationen des antiken Helden in Tragödie und Tragödientheorie an der Schnittstelle von Literatur, Philosophie, Psychologie und Wissenschaftsgeschichte.

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Jahrestagung der Friedrich-Schlegel Graduiertenschule für literaturwissenschaftliche Studien

Tagung téchnē. Techniken und Technologien des Literarischen. 11. und 12. November 2016, ici Berlin

 

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11.11.2016.

Die diesjährige Jahrestagung der Friedrich-Schlegel Graduiertenschule für literaturwissenschaftliche Studien stand im Zeichen der téchnē. In drei Panels und einer Podiumsdiskussion hat sich die Tagung das Ziel gesetzt, das vielschichtige Verhältnis zwischen Literatur und Technik zu untersuchen.

Plakat

Programm

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Unform. Epistemologien des Romans

Zeit: 17. Juni 2016
Ort: Freie Universität Berlin
bücher
All I Need To Survive       CC BY 2.0
Konzept und Organisation: Jan Lietz (FU Berlin), Wolfgang Hottner (HU Berlin), Adrian Renner (Yale University)

In Kooperation der Friedrich Schlegel Graduiertenschule für literaturwissenschaftliche Studien (FU Berlin) und des PhD-Net. Das Wissen der Literatur (HU Berlin), fand der Workshop Unform. Epistemologien des Romans am 17. Juni 2016 an der Freien Universität Berlin statt. Über vierzig Interessentinnen und Interessenten nahmen an den fünf Vorträgen und den anschließenden Diskussionen teil.

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Transgressive Writing – Two Unorthodox Authors from Tokyo

Amehare CC BY-NC-ND 2.0
Amehare                 CC BY-NC-ND 2.0
Workshop mit Nakahara Masaya und Chigira Yūko

Am 25.04.2016 fand in der Friedrich Schlegel Graduiertenschule für literaturwissenschaftliche Studien der Workshop „Transgressive Writing – Two Unorthodox Authors from Tokyo“ statt. 

Nach einer kurzen Einführung in das Leben und Werk von Chigira Yūko und Nakahara Masaya seitens der Organisatorin, Prof. Elena Giannoulis, hielten Chigira und dann Nakahara je einen Vortrag über ihr Leben als Schriftsteller in Japan und das Zusammen- spiel ihres literarischen Schaffens und ihrem Wirken in anderen künstlerischen Ausdrucksformen (Musik, Theater, bildender Kunst, Film). Dabei wurden Themen wie Intermedialität, Transmedialität und Fragen nach Fiktionalität und Faktualität aufgegriffen.

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