Workshop „Homo narrans“. Erzählen als Subjektivierungstechnik

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Datum/Zeit
Date(s) - 15/02/2018 - 16/02/2018
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Veranstaltungsort
FU Berlin


Mit der Figur des „homo narrans“ beschreibt der Volkskundler Kurt Ranke Erzählen als ein menschliches Grundbedürfnis, in dem sich ein Selbst-Welt-Verhältnis konstituiert. Erzählen ist in Anlehnung an diese Figur eine subjektivierende Kulturtechnik, die vor allem jüngste, sich vor dem Hintergrund digitaler Kulturen entwickelnden, Subjekttheorien maßgeblich beeinflusst. Autor*innen wie Medienwissenschaftlerin Christina Schachtner sprechen in diesem Zusammenhang von „narrativen Subjekten“, die in ihren digitalen Erzählungen narrative Techniken für ihre (Selbst-)Inszenierungen beanspruchen. Gleichzeitig entstehen im Zusammenspiel von digitalen Medien und narrativen Selbstinszenierung neue Erzählformen. Digitales Erzählen spielt hier u.a. mit den Grenzen von Fiktion und Alltagswirklichkeit, mit einer Vielstimmigkeit von Autor*innenschaften und einer prozessualen Poetik. Auch die Inszenierung von und das Spiel mit Zeitlichkeiten und unterschiedlichen Medien sind wesentliche Merkmale dieser Erzählform.

An der Stelle setzt der Workshop an. Auf Basis einer Keynote von Christina Schachtner und einer vorab gereichten Textauswahl werden Theorien subjektivierenden und digitalen Erzählens sowie deren Anwendbarkeit an ausgewählten Beispiel-Weblogs diskutiert. Im Zentrum des Workshops steht die Frage: Wie werden im diaristischen Weblog Authentizität, Individualität und Intimität narrativ erzeugt und welche narratologischen Mittel bietet die Literaturwissenschaft um das zu beschreiben?

Am 15.02.2018 hält Christina Schachtner von 18:00 bis 20:00 Uhr eine öffentliche Keynote im Raum JK 33/121. Interessierte sind herzlich eingeladen zu kommen!