Roundtable: Beauty

On April 26, a roundtable discussion on beauty took place at Spektrum in Berlin. The event was organized and moderated by Dennis Schep (Friedrich Schlegel Graduiertenschule). Participants were:

Christina Dimitriadis (Visual artist, NYU Berlin)
Chris Fenwick (Literary scholar, Friedrich Schlegel Graduiertenschule)
Joshua Fineberg (Composer, Boston University)
Melissa Steckbauer (Visual artist)

roundtable beauty
Marcel Duchamp’s Fountain, 1917

 

What follows is an abridged and edited transcript of the input statements and the subsequent discussion.

Dennis: What got me interested in this topic is the observation that, whereas one might suppose that art is about making beautiful things, nowadays this aim does not figure in artist’s statements, and neither is beauty a dominant concern in the discourse about art. After spending 10 years in the university and being accustomed to a critical vocabulary, I myself have come to suspect judgments of beauty: to say something is beautiful almost sounds naive. Recently, Sianne Ngai has argued that our aesthetic categories are no longer the beautiful and the sublime, but the cute, the zany and the interesting. Perhaps we could say that beauty is marginalized in the fields of art and academia. I am interested in the reasons for this marginalization.

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Kleine Formen – an der HU Berlin nimmt ein neues literaturwissenschaftliches DFG-Graduiertenkolleg seine Arbeit auf

Am 1. April 2017 nimmt das DFG-Graduiertenkollegs 2190 “Literatur- und Wissensgeschichte kleiner Formen” seine Arbeit an der Humboldt-Universität auf. Ein Interview mit dem Sprecher des Graduiertenkollegs, Prof. Dr. Joseph Vogl.

Interview von Dennis Shep

Können Sie kurz schildern, womit das Kolleg sich beschäftigen wird?

Der Ausgangspunkt des Forschungsprojekts “Literatur- und Wissensgeschichte kleiner Formen” besteht zunächst in der Annahme, dass kleine Formen, die genremäßig wenig fixiert sind, einen großen Anteil an der Verfertigung, Zirkulation und Organisation von Wissen haben, oft aber unter der Beobachtungsschwelle bleiben. Damit hängt – und das wäre ein zweiter Punkt – zusammen, dass der Bezug dieser Formen zu unmittelbaren Praxiskontexten oder Gebrauchsroutinen sehr stark ist; dass sie sich weitgehend durch bestimmte praxeologische Perspektiven definieren, unter anderem in Zusammenhang mit bestimmten Medienformaten, und zwar vom medizinischen Aphorismus in der Antike bis zu Fragen von sozialen Netzwerken und Twitter in der gegenwärtigen Kommunikation.

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Über Houellebecq und eine engagierte Literaturwissenschaft. Ein Interview mit Jule Govrin

Im September 2016 erschien Sex, Gott und Kapital; Houellebecqs Unterwerfung zwischen neoreaktionärer Rhetorik und postsäkularen Politiken von Jule Govrin bei Edition Assemblage. Wir sprachen mit der Autorin.

Interview von Dennis Schep

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Wieso Houellebecq?

Houellebecq ist bereits in den 1990er Jahren als agent provocateur der französischen Literaturszene in die öffentliche Aufmerksamkeitssphäre vorgedrungen. In seinen ersten Romanen wie Ausweitung der Kampfzone und Elementarteilchen wird die Hyperkommerzialisierung des Sexuellen grell ausgeleuchtet. Und es wird lautstark Kritik an der sexuellen Revolution zur Sprache gebracht. Die kruden Argumentationen und Ressentiment-Polemiken seiner Protagonisten mal beiseite gelassen, dienen die Romane als Aushandlungsflächen, auf denen sich schwelende soziale Konflikte kristallisieren. Dementsprechend hitzig werden seine Romane sowie sein Auftreten als Autor diskutiert, wobei er in den Medien kunstvoll eben die Jammergestalt verkörpert, die seine Protagonisten sind. Gleichermaßen wurde in akademischer Hinsicht, besonders von Seiten einer kulturwissenschaftlich ausgerichteten Sexualwissenschaft, die Aussagen seiner Literatur durchaus ernstgenommen und als Thesenromane in ihren Argumenten betrachtet. Wie viel Ernsthaftigkeit einem Autor entgegenschlägt, dessen Prosa ironische Pirouetten vollführt,

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