Autor und Werk: Wechselwirkungen und Perspektiven zweier (immer noch) umstrittener Begriffe

Workshop mit einem Abendvortrag

Zeit: 06.–07. Juli 2017
Ort: FU Berlin, Friedrich Schlegel Graduiertenschule für literaturwissenschaftliche Studien
Konzept, Organisation, Kontakt: Svetlana Efimova
Bericht: Svetlana Efimova

„Autor und Werk“ gehören zu denjenigen Basiskategorien der Literaturwissenschaft, deren Definition oder Ablehnung das Selbstverständnis der gesamten Disziplin betreffen. Bekanntlich besitzen die beiden Begriffe eine lange und kontroverse Geschichte, die durch einen Wechsel zwischen Ablösung und Regeneration vorangetrieben wurde. Trotz des zum Klassiker gewordenen Schlagworts „Rückkehr des Autors“ (1999) und trotz der im 21. Jh. aufgeblühten Autorschaftsforschung besitzt die Autorkategorie noch ein großes Diskussionspotenzial in ihrem Verhältnis zum Werk und Œuvre. Bereits Michel Foucault hat im Aufsatz „Was ist ein Autor?“ (1969) das Begriffspaar „Autor und Werk“ als eine „solide und grundlegende Einheit“ in der Geschichte der Literatur, Philosophie und Wissenschaft bezeichnet. Allerdings fristete der Begriff „Werk“ während der Autorschaftsdebatte um die Jahrtausendwende zum Teil ein Schattendasein und wurde erst 2015 zum Gegenstand des Symposiums „Wiederkehr des Werks? Zur Gegenwart des literaturwissenschaftlichen Werkbegriffs“ in Hannover. Angesichts der heutigen Revision des Werkbegriffs lässt sich nicht nur nach Theorien und Praktiken des Werks, sondern auch nach der Bedingtheit dieses Begriffs durch das Konzept der Autorschaft fragen.

In den Philologien gibt es bisher keinen übergreifenden Konsens über die Theorie und analytische Anwendbarkeit der beiden Kategorien „Autor“ und „Werk“. Der Workshop „Autor und Werk“, der am 06. und 07. Juli 2017 an der Friedrich-Schlegel-Graduiertenschule stattfand,  brachte VertreterInnen unterschiedlicher Teilphilologien (Germanistik, Slavistik, Anglistik, Romanistik, Komparatistik) in einen produktiven Dialog über Wechselwirkungen und Perspektiven dieser Kategorien. Konzipiert und organisiert wurde die Veranstaltung von Svetlana Efimova (FSGS).

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Ödipus um 1900. Transformation des antiken Helden in Tragödie und Tragödientheorie der Jahrhundertwende

Louis Bouwmeester als Ödipus
Louis Bouwmeester als Ödipus
Bildquelle: Albert Greiner sr. & jr.
Zeit: 14. & 15. Oktober 2016
Organisation & Kontakt: Marie-Christin Wilm und Arata Takeda

 

 

Unter dem Titel „Ödipus um 1900. Transformation des antiken Helden in Tragödie und Tragödientheorie der Jahrhundertwende“ luden Marie-Christin Wilm und Arata Takeda Expertinnen und Experten aus Altphilologie, Germanistik, Komparatistik, Philosophie und Romanistik sowie interessiertes Publikum zu einem zweitägigen Workshop vom 14. bis 15. Oktober 2016 an der Freien Universität Berlin ein. Vor dem Hintergrund der Bewusstwerdung und Thematisierung einer strukturellen Krisenhaftigkeit menschlicher Identität diskutierte der interdisziplinär ausgerichtete Workshop die Transformationen des antiken Helden in Tragödie und Tragödientheorie an der Schnittstelle von Literatur, Philosophie, Psychologie und Wissenschaftsgeschichte.

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