Roundtable: Critique

On January 21, a roundtable discussion on the history and current meaning of critique

Credit: Jean-Paul Sartre, Gilles Deleuze, and Michel Foucault; picture by Elie Kagan

took place at Spektrum in Berlin. The event was organized and moderated by Dennis Schep (Friedrich Schlegel Graduiertenschule). Participants were:

Luce deLire (Philosophy and German and Romance Languages and Literatures, Johns Hopkins University)

Hansun Hsiung (Max-Planck Institut für Wissenschaftsgeschichte)

Jule Govrin (Friedrich Schlegel Graduiertenschule)

Jan-Philipp Kruse (Rechts- und Verfassungstheorie, TU Dresden)

The afternoon began with preliminary provocations from each participant. What follows is an abridged and edited transcript of the subsequent audience discussion only. A full audio recording, including the presenters’ preliminary provocations, can be found here.

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Über Houellebecq und eine engagierte Literaturwissenschaft. Ein Interview mit Jule Govrin

Im September 2016 erschien Sex, Gott und Kapital; Houellebecqs Unterwerfung zwischen neoreaktionärer Rhetorik und postsäkularen Politiken von Jule Govrin bei Edition Assemblage. Wir sprachen mit der Autorin.

Interview von Dennis Schep

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Wieso Houellebecq?

Houellebecq ist bereits in den 1990er Jahren als agent provocateur der französischen Literaturszene in die öffentliche Aufmerksamkeitssphäre vorgedrungen. In seinen ersten Romanen wie Ausweitung der Kampfzone und Elementarteilchen wird die Hyperkommerzialisierung des Sexuellen grell ausgeleuchtet. Und es wird lautstark Kritik an der sexuellen Revolution zur Sprache gebracht. Die kruden Argumentationen und Ressentiment-Polemiken seiner Protagonisten mal beiseite gelassen, dienen die Romane als Aushandlungsflächen, auf denen sich schwelende soziale Konflikte kristallisieren. Dementsprechend hitzig werden seine Romane sowie sein Auftreten als Autor diskutiert, wobei er in den Medien kunstvoll eben die Jammergestalt verkörpert, die seine Protagonisten sind. Gleichermaßen wurde in akademischer Hinsicht, besonders von Seiten einer kulturwissenschaftlich ausgerichteten Sexualwissenschaft, die Aussagen seiner Literatur durchaus ernstgenommen und als Thesenromane in ihren Argumenten betrachtet. Wie viel Ernsthaftigkeit einem Autor entgegenschlägt, dessen Prosa ironische Pirouetten vollführt,

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