November 2019

Sa09Nov10:00Sa19:30Architektur und GesellschaftWie wollen wir zusammenleben?

Details

Mit Verena von Beckerath, Arno Brandlhuber, Elisabeth Bronfen, Werner Durth, Louisa Hutton, Christa Kamleithner, Nikolaus Kuhnert, Joachim Krausse, Armin Linke, Anh-Linh Ngo, Philipp Oswalt, Angelika Schnell, Niloufar Tajeri, Stephan Trüby, Philip Ursprung, Georg Vrachliotis, Karin Wilhelm u. a.

Eine Veranstaltung von IgmA und ARCH+, gefördert durch das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung und die Universität Stuttgart

10 – 17 Uhr Workshops (Teilnahme auf Anfrage)
18 Uhr öffentliche Gespräche
Eintritt frei

Samstag, 9. November 2019

10 – 13 Uhr: Workshop Modernediskurs
(nicht öffentlich)
Haus der Kulturen der Welt, John-Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin

Die Entstehung der ARCH+ fällt in eine Zeit, in der die Moderne insgesamt einer umfassenden Kritik unterzogen wurde. Doch bei aller kritischen Auseinandersetzung gab sie den emanzipatorischen Kern des Moderneprojekts nie auf. Beginnend mit der Planungstheorie und später mit der Auseinandersetzung mit dem Team 10 rückte eine postheroische Moderne in den Blick. Mit Rem Koolhaas, dem ARCH+ ab 1990 eine ganze Reihe von Heften widmete, plädierte sie für eine „neue Modernität“. Ende der 90er-Jahre griff sie die Forderung von Ulrich Beck und Jürgen Habermas zu einer reflexiven Modernisierung auf: Im Begriff der Moderne sollten ihre sozialen und ökonomischen Folgen und damit Architekt*innen selbst auch immer als Teil eines Beziehungsgefüges mitgedacht werden. Heute ist die Moderne im Allgemeinen und auch die moderne Architektur erneut Angriffen ausgesetzt: Doch während die sogenannte Neue Rechte die Moderne als gleichmacherisch denunziert, geht es vielmehr darum, die Ausschlüsse der Moderne, die die postkoloniale und feministische Kritik aufgezeigt haben, zu überwinden.

Teilnehmer*innen: Werner Durth, Nikolaus Kuhnert, Karin Wilhelm, Christa Kamleithner, Angelika Schnell, Marion von Osten, Philip Ursprung
Moderation: Stephan Trüby (IGmA)

14 – 17 Uhr: Workshop Digitalisierung
(nicht öffentlich)
Haus der Kulturen der Welt, John-Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin

In ihren Anfängen suchte die ARCH+ in Metawissenschaften wie der Kybernetik nach Strategien, um durch die Rationalisierung der Planung an der Reform der Gesellschaft mitzuwirken. In den 80er-Jahren wandte sie sich mit Begeisterung der angloamerikanischen High-Tech-Architektur zu und nahm damit eine Vorreiterrolle in der Internationalisierung der deutschen Debatte ein. In dieser Technikeuphorie blieb jedoch zunächst übersehen, dass die Technologisierung der Architektur letztlich auf ihre Ökonomisierung hinauslief und dem neoliberalen Umbau der Gesellschaft Vorschub leistete. Heute ist deutlich, dass die Digitalisierung in der Architektur Teil einer umfassenden Datafizierung der Gesellschaft ist und dass technische Neuerungen nur eingeschränkt zu sozialen Verbesserungen führen. Wie können vor diesem Hintergrund emanzipatorische Gestaltungsstrategien aussehen, die die gesellschaftlichen Auswirkungen abstrakter technischer Abläufe sichtbar machen und so potentiell zu einer Demokratisierung der Datengesellschaft beitragen?

Teilnehmer*innen: Christa Kamleithner, Jesko Fezer, Joachim Krausse, Georg Vrachliotis, Karin Wilhelm, Armin Linke, Tobias Nolte (Certain Measures), Achim Menges, Olaf Grawert (Brandlhuber+)
Moderation: Sandra Oehy (IGmA)

18 Uhr: Öffentliches Gespräch
Was heißt es heute, modern zu sein?
Christian Kerez, Achim Menges, Michaela Ott und Karin Wilhelm,
moderiert von Stephan Trüby
Haus der Kulturen der Welt, John-Foster-Dulles-Allee 10, 10557 Berlin

Die Frage nach der Kondition, Kritikwürdigkeit und Aktualität der Moderne – und damit zusammenhängend auch der modernen Architektur – gehört zu den immer noch bzw. gerade jetzt wieder virulenten Fragen der theorieinteressierten Gegenwart. Zumal verschiedene Spielarten des postkolonialen Diskurses gewisse Problematiken des Moderne-Diskurses aufgezeigt haben. Gleichzeitig haben sich diverse antimoderne „Rechte Räume“ während der letzten Jahren in vielen vermeintlich stabilen Demokratien breit gemacht.
Diese Entwicklungen zeigen die Relevanz der Frage nach der Aktualität der Moderne. Was heißt es heute, im Zeitalter einer umfassenden Datafizierung der Gesellschaft, modern zu sein? Wie können emanzipatorische Gestaltungsstrategien aussehen, die die gesellschaftlichen Auswirkungen abstrakter technischer Abläufe sichtbar machen und so potentiell zu einer Demokratisierung der Datengesellschaft beitragen?

Mehr anzeigen

Haus der Kulturen der WeltJohn-Foster-Dulles-Allee 10, Berlin