Januar 2021

26Jan11:3018:00Leben mit AuschwitzGewalt und Gleichgültigkeit in der Regression des zeitgenössischen Sapiens. Livestreaming Triest - BerlinVeranstaltungsart:Tagung

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Zum achten Mal organisiert die Universität Triest anlässlich des im Jahr 2000 eingeführten „Tags des Gedenkens“ die Tagung „Leben mit Auschwitz“.

Der Titel der diesjährigen Konferenz lautet „Gewalt und Gleichgültigkeit in der Regression des zeitgenössischen Sapiens“.

Die Konferenz findet am 26. Januar unter Beteiligung der Gedenkstätte Haus der Wannsee-Konferenz und des Italienischen Kulturinstituts Berlin statt.

Am 20. Januar 1942 versammelten sich in einem gut situierten Viertel am Ufer des Wannsees, gelegen in der Peripherie der deutschen Hauptstadt, fünfzehn führende Vertreter der NS-Bürokratie, einberufen von Reinhard Heydrich, um die Umsetzung und Organisation der „Endlösung der Judenfrage“ zu besprechen und zu koordinieren. Anwesend waren nicht nur Angehörige der SS und Gestapo, sondern auch Juristen und Staatssekretäre, die in verschiedenen Ministerien tätig waren. Eine Analyse ihrer Biographien und des einzigen erhaltenen Exemplars des von Adolf Eichmann angefertigten Protokolls zeigt, dass die Bürokratie für die Durchführung des Völkermordes unverzichtbar war. Diese Analyse von bislang noch weniger bekannten Aspekten zeigt die Rolle der „Henker“ in einem neuen Licht.

Auch in diesem Jahr werden Beiträge zahlreicher Forscher das Thema der Gewalt des Holocausts aus der Sicht verschiedener Disziplinen betrachten. An dem breit angelegten interdisziplinären Programm beteiligen sich alle wissenschaftlichen Bereiche der Universität. Einen Link zum vollständigen Programm finden Sie hier.

Die Unmenschlichkeit von Auschwitz ist die conditio humana, jener menschliche Abgrund, wovor wir uns seitdem bewahren und schützen müssen, um Primo Levis Warnung zu paraphrasieren: Die Analyse, die Erforschung und das Wissen um die Abgründigkeit der Shoah und der Deportation in die Vernichtungslager der Nazis sind nach Levi ein wirksames Gegenmittel gegen eine Wiederholung des Verbrechens und gegen alle Formen neuen Rassismus und rassischen, sozialen, kulturellen oder religiösen Machtmissbrauchs.

Angesichts der anhaltenden Pandemie wird die Konferenz auf auf dem Youtube-Kanal der Universität Triest live gestreamt: https://www.youtube.com/user/UniversitaTrieste

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