Filmisches Begleitprogramm zu den Mosse-Lectures: Staatsstreiche

Di03Feb19:0022:00Filmisches Begleitprogramm zu den Mosse-Lectures: StaatsstreicheNostalgia de la luz [Chile/FR/D 2010, R: Patricio Guzmán]VeranstaltungsartScreening

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In Kooperation mit dem ZEUGHAUSKINO des DHM Berlin [Pei-Bau]

Vom Putsch vor laufender Kamera bis hin zur Indienstnahme der sozialen Medien für Angriffe auf die Gewaltenteilung: Autokratische Machtübernahmen gleichen nicht selten einem politischen Schauspiel. Es ist daher nicht verwunderlich, dass sie so oft verfilmt wurden. In Kooperation mit dem Zeughauskino des Deutschen Historischen Museums veranstalten die Mosse Lectures im Januar und Februar ein filmisches Begleitprogramm zur Vortragsreihe Staatssreiche. Zwischen Putsch und Verfassungscoup. Die Filmreihe Staatsstreiche präsentiert Dokumentar-, Spiel- und Essayfilme der letzten 20 Jahre, die politische Umstürze aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln zeigen. Was sie eint, ist der Versuch, die politischen Geschehnisse als komplexe Verflechtungsgeschichten zu erzählen und dabei nach den kulturellen Machtverschiebungen zu fragen, die mit ihnen einhergehen. Was haben Staatsstreiche mit dem Erstarken von Autoritarismus und traditionellen Männlichkeitsbildern zu tun? Inwieweit sind sie mit gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen sowie mit Einzelschicksalen jenseits der Politik verwoben? Welche Spuren hinterlassen Putsche und wie werden sie erinnert? Welche neuen Perspektiven kann ein postkolonialer Blick auf Staatsstreiche eröffnen? Und wie lassen sich Staatsstreiche überhaupt filmisch erzählen?

Nostalgia de la luz

Die chilenische Atacama-Wüste zählt zu den trockensten und verlassensten Orten der Erde. Weder Pflanzen noch Tiere können hier überleben. Dies hat die Wüste zum Schauplatz ganz unterschiedlicher Suchbewegungen werden lassen, die Guzmáns essayistischer Dokumentarfilm auf faszinierende Weise zusammenführt. Da sind zum einen die Astronom*innen, die mit den höchstgelegenen Teleskopen der Welt besonders weit in die Vergangenheit des Universums blicken können. Da sind zum anderen die Archäolog*innen, die nach gut erhaltenen Überbleibseln vergangener Kulturen forschen. Und schließlich sind da die Eltern, Geschwister und Kinder der sogenannten „Verschwundenen“: politische Gegner*innen der Militärdiktatur Augusto Pinochets, die nach dessen Putsch im Jahr 1973 verschleppt und massenweise getötet wurden. Nostalgia de la luz wohnt dabei selbst eine Suchbewegung inne. Woher kommen wir? Wer sind wir? Und wohin gehen wir? Überraschende Verbindungslinien ergeben sich aus der Zusammenschau dieser Fragen. Guzmán verwebt persönliche Erinnerungen, Gespräche mit den Suchenden, philosophische und politische Reflexionen zu einem behutsamen Versuch über den Menschen, der von einer kraftvollen, poetischen Bildsprache getragen wird. (dr)

Einführung: Denise Reimann

Denise Reimann ist Kultur- und Literaturwissenschaftlerin. Seit 2020 kuratiert sie die Mosse Lectures an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Event Type

Zeit

3. Februar 2026 19:00 - 22:00(GMT+01:00)

Deutsches Historisches Museum

Unter den Linden 2, 10117 Berlin

Deutsches Historisches Museum