In unserer Serie Drei Sätze schreiben Literaturwissenschaftler*innen über eine Textpassage, die ihnen nie aus dem Kopf ging.
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Über die Walter Benjamin LecturesDas Centre for Social Critique an der Humboldt-Universität lädt jedes Jahr eine führende Stimme der kritischen Gegenwartsanalyse ein, in Berlin die
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Über die Walter Benjamin Lectures
Das Centre for Social Critique an der Humboldt-Universität lädt jedes Jahr eine führende Stimme der kritischen Gegenwartsanalyse ein, in Berlin die öffentlichen Walter Benjamin Lectures zu halten. An drei aufeinanderfolgenden Abenden werden einem breiten Publikum die neuesten Analysen gegenwärtiger Krisen vorgestellt sowie Möglichkeiten, sie zu überwinden. Benannt nach dem in Berlin geborenen Philosophen Walter Benjamin ist die Vortragsreihe seiner geistigen Aufrichtigkeit und seinem politischen Engagement im Angesicht der Katastrophe verpflichtet. Seit 2019 wurden die Walter Benjamin Lectures von Charles Taylor, Nancy Fraser, Axel Honneth, Sally Haslanger, Lea Ypi und Tommie Shelby gehalten.
Im Jahr 2026 hat der international anerkannte Historiker Dipesh Chakrabarty den Benjamin Chair am Centre for Social Critique inne. Ein Vierteljahrhundert nach der Veröffentlichung seines bahnbrechenden Essays „Provincializing Europe“ wirft Chakrabarty die Frage auf, ob die vielfältigen ökologischen Katastrophen, die den Planeten heimsuchen, eine Provinzialisierung der Menschheit selbst erforderlich machen und untersucht aus dekolonialer Perspektive, wie eine kritische Geschichtsschreibung auf die Herausforderungen des Klimawandels reagieren kann.
Thema
Der Aufstieg autoritärer Tendenzen und fremdenfeindlicher Kulturen in den Demokratien der Welt, der Wandel Chinas zu einem technologischen und ökonomischen Machtzentrum sowie die globalen Formen des Terrors gelten häufig als Folge von Kipppunkten in der Langzeiterzählung vom „Untergang des Abendlandes“. Diese Erzählung liegt spätestens seit ihrer stilbildenden Ausformulierung durch Oswald Spengler in vielfältigen Formen vor. Fügen wir den genannten Faktoren noch die Unsicherheiten hinzu, die mit den verschiedenen Umweltproblemen planetaren Ausmaßes, den beispiellosen technologischen Entwicklungen und den demographischen Prognosen für die gesamte Menschheit einhergehen, dann scheinen die beschleunigte Modernisierung und die Werte der Moderne nicht länger zueinander zu passen. Die Metapher vom Untergang einer Zivilisation, die einer anderen Platz macht, wirkt angesichts einer Krisenwahrnehmung, die nicht nur eine Zivilisation zu betreffen scheint, vollkommen unangemessen.
Die Benjamin Lectures fragen nach der Bedeutung jener vielfältigen Herausforderungen, denen sich die Menschheit gegenübersieht. In diesem Zusammenhang greift Dipesh Chakrabarty sein vor 25 Jahren begonnenes Projekt, Europa zu provinzialisieren, wieder auf. Das Streben nach Zukunftsentwürfen für eine befreite Menschheit war einst das zwar fehlerhafte und umstrittene, aber trotz allem universelle Erbe der europäischen Kolonisierung, die in der Unterwerfung fremder Länder und des Lebens ihrer Bevölkerungen bestand. Würde eine Erneuerung dieses Strebens es heute erfordern, die USA oder gar die Menschheit selbst zu provinzialisieren?
Über Dipesh Chakrabarty
Nur wenige zeitgenössische Denker haben unser Verständnis von Geschichte, der modernen Welt und unserer Gegenwart so grundlegend verändert wie Dipesh Chakrabarty. Er ist Lawrence A. Kimpton Distinguished Service Professor für Geschichte und Süd-Asiatische Sprachen und Zivilisationen an der University of Chicago, Gründungsmitglied des Subaltern Studies Collective und Mitherausgeber der Zeitschrift Postcolonial Studies seit ihren Anfängen. Seine Arbeit bringt postkoloniale und planetare Perspektiven zusammen und erforscht die Entstehung der sogenannten globalen Moderne durch ihre Verstrickungen mit dem Empire, der Arbeit und ökologischen Prozessen. Auf der Grundlage philosophischer Erkenntnisse und Erfahrungen des Globalen Südens, zeigt Dipesh Chakrabarty in seinen Büchern, dass die eurozentrische Erzählung von Fortschritt und Emanzipation nie einen in sich geschlossenen Vorgang beschrieben hat. Er eröffnet eine planetare Perspektive, die auf die Auswirkungen von Kapital und kolonialer Macht aufmerksam macht. In jüngerer Zeit argumentiert Chakrabarty, dass die durch Kultur und global wirkende Machtverhältnisse aufgespaltene Menschheit die planetaren Gegebenheiten grundlegend beeinflusst hat, und das auf lange Zeit. In Anlehnung an die Weltsystemtheorie stellt Chakrabarty die Zentralität menschlichen Handelns in der Geschichte in Frage und lädt uns ein, Politik, Verantwortung und Freiheit jenseits der Fokussierung auf den Menschen neu zu denken. Für Chakrabarty werden durch ein Bewusstsein für den Planeten die Grenzen des Nationalstaats und die ambivalente Rolle moderner Technologie aufgezeigt.
Für seine außergewöhnlichen Leistungen wurde Chakrabarty mit dem Toynbee Prize und Ehrendoktorwürden der Universitäten von London und Antwerpen, sowie der École Normale Supérieure in Paris ausgezeichnet. Er wurde in die American Academy of Arts and Sciences gewählt, ist Ehrenmitglied der Australian Academy of the Humanities und korrespondierendes Mitglied der British Academy. Einige seiner bekanntesten Werke sind Rethinking Working-Class History (Princeton, 1989), Europa als Provinz. Perspektiven postkolonialer Geschichtsschreibung (Campus, 2010), The Crises of Civilization: Exploring Global and Planetary Histories (Oxford, 2018), Das Klima der Geschichte im planetarischen Zeitalter (Suhrkamp, 2022) und Ein Planet, viele Welten. Die Klima-Parallaxe (Suhrkamp, 2025).Direkt zum Menü
Organisiert vom Centre of Social Critique, Humboldt-Universität zu Berlin, in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung, zu Gast im HKW. Medienpartner: Philosophie Magazin & agora 42
Auf Englisch mit deutscher Simultanübersetzung
Detailinfos zum Programm auf criticaltheoryinberlin.de
Event Type
Zeit
Haus der Kulturen der Welt
John-Foster-Dulles-Allee 10, 10557 BerlinHaus der Kulturen der Welt
Mi24Jun(Jun 24)14:00Do25(Jun 25)15:00KassandraAntike – Moderne – GegenwartVeranstaltungsartWorkshop
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Arbeits- und Forschungsstelle Privatbibliothek Christa und Gerhard Wolf, Institut für deutsche Literatur, Dorotheenstr. 24, 10099 Berlin, Raum 3.543 Mittwoch,
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Arbeits- und Forschungsstelle Privatbibliothek Christa und Gerhard Wolf, Institut für deutsche Literatur, Dorotheenstr. 24, 10099 Berlin, Raum 3.543
Mittwoch, 24. Juni 2026
14:00 Uhr Malina Busse (München), Lore Knapp (HU Berlin/Bielefeld): Einführung
14:15 Uhr Therese Fuhrer (München): Senecas Modellierung der Kassandra-Figur
15:15 Uhr Marta Lietti (FU Berlin/Gent): Körperlichkeit und Stimme der Kassandra bei Aischylos, Lykophron und Rosas
16:15 Uhr Kaffeepause
16:45 Uhr Dorit Funke (Bielefeld): Wenn Frauen Wahres sagen – Kassandra in der römischen Literatur
17:45 Uhr Malina Busse: Zwischen Wahrheit und Ohnmacht. Kassandra bei Schiller
Donnerstag, 25. Juni 2026
9:00 Uhr Lore Knapp und Studierende der HU Berlin: Kassandra in Adaptionen des 20.Jahrhunderts. Erika Mitterer, Marlen Haushofer und Christine Brückner
10:00 Uhr Alina Mohaupt (HU Berlin): Büchernetzwerk Kassandra
11:00 Uhr Cassandra Winkelmann (FU Berlin): Psychoanalyse in Christa Wolfs Kassandra und Materialnutzung Büchernetzwerk Christa Wolf
12:00 Uhr Gemeinsames Mittagessen
13:00 Uhr Birgit Dahlke (HU Berlin): Christa Wolf: An K.
14:00 Uhr Lilith Tiefenbacher (FU Berlin): Anne Carsons Cassandra
Event Type
Zeit
HU Berlin
Unter den Linden 6HU Berlin
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Ort: Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung, Eberhard-Lämmert-Saal, Eingang Meierottostr. 8, 10719 Berlin und Kino Arsenal, Plantagenstr. 30, 13347 Berlin Organisiert von Zaal Andronikashvili (ZfL),
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Ort: Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung, Eberhard-Lämmert-Saal, Eingang Meierottostr. 8, 10719 Berlin und Kino Arsenal, Plantagenstr. 30, 13347 Berlin
Organisiert von Zaal Andronikashvili (ZfL), Julia Sushytska (Occidental College), Giga Zedania (Ilia State University)
Kontakt: Zaal Andronikashvili
ZfL-Projekt(e): Kleine Literatur als Weltliteratur
»Geschichte ist das Drama der Freiheit – es gibt darin keine Garantien, keinen Mechanismus, der sie von selbst vorantreibt. Jeder Punkt ist vom Chaos umgeben. Verliert man die Anspannung des Denkens, fällt man in den Abgrund – und dieser Abgrund ist nicht irgendwo, er umgibt uns jetzt, in diesem Moment.« Der georgische Philosoph Merab Mamardashvili (1930–1990) formulierte seine Überlegungen Ende der 1980er Jahre in einer Sowjetunion, die nach außen noch stabil schien.
Er beschrieb von innen, was totalitäre Ideologie mit dem Bewusstsein macht – nicht als Wirkung äußerer Apparate, sondern als schleichende Selbstaufgabe des Denkens, die den Totalitarismus überdauert und in jeder Gesellschaft latent bleibt. Seine Botschaft an den Westen war unmissverständlich: Freiheit ist kein Erbe, sondern eine Anstrengung – wer Freiheit für selbstverständlich hält, steht bereits am Rand des Abgrunds.
Einer der bedeutendsten Philosophen der Sowjetzeit, im Westen bislang kaum rezipiert: Diese Tagung führt Mamardashvilis Denken erstmals in unsere Debatten über Ideologie, soziales Bewusstsein und die Bedingungen der Freiheit in der Gegenwart ein.
Eine Veranstaltung des ZfL in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb).
Abb. oben: Ainars Brūvelis: Monument to Merab Mamardashvili by Ernst Neizvestny in Tbilisi, Lizenz: CC BY-SA 3.0
Programm
Mittwoch, 24.6.2026
14.00
Interner Workshop zur Planung der International Merab Mamardashvili Society
Donnerstag, 25.6.2026
9.30
Begrüßung
9.45
Panel 1: Truth after Totalitarianism
- Marci Shore: Mamardashvili’s Idea of Truth in a Moment of Post-Truth
- Julia Sushytska: After Posthumanism: Mamardashvili and Becoming-Human
11.45
Panel 2: Political Philosophy of the Present
- Alyssa DeBlasio: Thinking with Mamardashvili in the 21st Century
- Marina F. Bykova: The Courage to Think and the Unfinished Task of De-Totalitarianization
14.30
Panel 3: Philosophical Lineages: Ideology and Metaphysics
- Giga Zedania: Mamardashvili and the Post-Transcendental Inflection
- Evert van der Zweerde: Mamardashvili and Ideology
16.30
Panel 4: Noetic Topologies
- Miglena Nikolchina: Correspondences: Mamardashvili and a Game of Numbers
- Andrei Paramonov: Reading Mamardashvili: Towards a Topological Interpretation of the Inner Word
Freitag, 26.6.2026
10.00
Panel 5: The Politics of Signification
- Elisa Pontini: Where Is the Void? Topologies of Critical Thought in Lacan and Mamardashvili
- Keti Chukhrov: How to Discover Meaning Behind the Master Signifier
11.45
Panel 6: The Conditions of Political Form
- Diana Gasparyan: The Symbolic Nature of Law in Merab Mamardashvili’s Philosophy: Toward a Reconstruction of the Phenomenology of Legal Consciousness
- Viktoria Faibyshenko: Mamardashvili’s Physical Metaphysics between the Super-Political and the Sub-Political
14.15
Panel 7: Blind Spots
- Dmitry Mamulia: There Are Evil Wardrobes: Mamardashvili and Darkness
- Alisa Slaughter:The Scintillating Scotoma. Radical Contexts for A Spy for an Unknown Country. Essays and Lectures by Merab Mamardashvili
16.00
Panel 8: Between Nationalism, Imperialism, and Colonialism
- Giorgi Maisuradze: “An Atypical Experience”: Mamardashvili’s Chronotope
- Zaal Andronikashvili: Delinking: Mamardashvili in Dialogue with Decolonial Theory
17.30
Abschlussvortrag
FILM PROGRAMM: Forum & Friends VII: Georgien. Momente am Abgrund
Ort: Kino Arsenal, Plantagenstr. 30, 13347 Berlin
Freitag, 26.6.2026
19.00
Merab Mamardashvili: Denken am Abgrund
Ort: Kino Arsenal, Plantagenstr. 30, 13347 Berlin
Filme:
- The Poet in the Orange Jacket – Zviad Ratiani, Salomé-Nutsa Alexi, Georgien 2025, Digital file, georg. OmeU, 8 Min.
- Gza Shinisaken – Merab Mamardashvili / The Way Home – Merab Mamardashvili, Nikoloz Drozdov, Georgische SSR 1990, DCP, georg. OmeU, 19 Min.
- und andere
Anschließend Podiumsdiskussion mit Zaal Andronikashvili, Alyssa DeBlasio und Giga Zedania.
Samstag, 27.6.2026
19.00
Fragile Freiheit
Ort: Kino Arsenal, Plantagenstr. 30, 13347 Berlin
Kuratiert von Salomé Jashi in Zusammenarbeit mit DOCA – Documentary Association Georgia
Filme:
- Mzia – Mzia Amaghlobeli, Salomé Jashi, Georgien 2025, Digital file, georg. OmeU, 6 Min.
- Gaitsanit Chveni Shvilebi / Meet Our Children, Omar Gvasalia, Georgische SSR, 1988, DCP, georg. OmeU, 24 Min.
- Kalebi Kvis Ghobis Mighma / Women Behind a Stone Wall, Tengiz Malania, Georgische SSR, 1990, DCP, russ. Synchronfassung mit engl. UT, 20 Min.
- Zahesi 708, Tamuna Karumidze, Georgien, 2001, DCP, georg. OmeU, 48 Min.
Einführung (Video): Salomé Jashi; Gespräch mit Tamuna Karumidze, Moderation: Barbara Wurm
Montag, 29.6.2026
19.00
Gewissen/Kampf
Ort: Kino Arsenal, Plantagenstr. 30, 13347 Berlin
- Cell No. 101 – Zviad Tsetskhladze, Tiku Kobiashvili, Georgien, 2025, Digital file, georg. OmeU, 5 Min.
- During the Many Years, Goran Rebić, Österreich, 1992, DCP, OmeU, 40 Min.
- Am Rande der Welt / At the Edge of the World, Goran Rebić, Österreich, 1992, 35 mm, OmeU, 90 Min.
Zu Gast: Merab Ninidze, Moderation: Barbara Wurm
Event Type
Zeit
Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung
Pariser Str. 1, 10719 BerlinLeibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung
Neulich in Berlin
So reden echte Leute
Im Februar 2026 veröffentlichte der Dramatiker und Hausregisseur des Maxim-Gorki-Theaters Hakan Savaş Mican seine acht Theaterstücke aus den letzten 16 Jahren in zwei Bänden beim Theaterverlag rua. Zweifellos hat Mican das postmigrantische Berliner Theater entscheidend geprägt. Aber wie lassen sich die multimedialen und kollaborativ entstandenen Stücke auf die Buchseite übersetzen? Das Gorki hat seine Stadt-Trilogie noch einmal gespielt und die neuen Bücher vorgestellt.
Eine Kunst des Vergessens?
Inwiefern wohnt der Literatur das Potenzial inne, dem Vergessen eine oder mehrere Formen zu verleihen und es dadurch spürbar, greifbar zu machen? Wann, warum und auf welche Weise vergessen Texte oder Figuren bestimmte Dinge? Die Jahrestagung der Friedrich Schlegel Graduiertenschule stand 2025 unter dem Thema „Forget it? Formen des Vergessens in der Literatur“.
Löcher in der sprachlichen Existenz
80 Jahre nach der Gründung des DDR-Schriftstellerverbands und 35 Jahre nach seiner Auflösung wurden im Berliner Haus der Poesie die Möglichkeiten von Literatur damals und heute besprochen. Das hätte das Potenzial gehabt, Literatur als Epochenspiegel zu denken – führte aber hauptsächlich zu unverhofft aufschlussreichen Diskursschleifen.
Traum und Kritik
Der Surrealismus ist genau diejenige Praxis, die zur kritischen Theorie passt, schreibt Elisabeth Lenk. Ein Workshop am Centre Marc Bloch widmete sich nun ihrem in Vergessenheit geratenen Werk, das eine Brücke zwischen den beiden vermeintlich so disparaten Strömungen bildet.
(Un)ordentliche Texte
Ist es tatsächlich Aufgabe der heutigen Kunst, Chaos in die Ordnung zu bringen, wie Theodor Adorno schreibt? Die Frage zur Beziehung von Literatur und Un-Ordnung in der Moderne wurde im Oktober im Rahmen der Nachwuchstagung Schreiben als Un-Ordnen in der Literatur ab dem 20. Jahrhundert an der HU Berlin verhandelt.
Imaginarien der Wirklichkeit
Wie können Utopien heute noch gedacht werden? Dieser Frage widmete sich im November die Jahrestagung der Friedrich Schlegel Graduiertenschule für literaturwissenschaftliche Studien.
Alle Veranstaltungen für Literaturwissenschaftlerinnen in Berlin
Positionen
Nach dem Krieg
Das Kannibalische ist eine kolonial geprägte Figur des Anderen – aber geht es darum noch, wenn um 1920 in der deutschsprachigen Literatur gefressen, verschlungen, verdaut, angeeignet und zersetzt wird?
Berlin als Jewish Space?
In der jüdischen Gegenwartsliteratur geht es in den letzten Jahren vermehrt um Berlin. Dabei setzen sich die Texte mit romantisierenden Imaginationen eines ‚jüdischen Berlins‘ auseinander – und entwickeln widerständige Gegenbilder.
Schwangerschaft, Mutterschaft, Erschöpfung
Debatten um Sorgearbeit, Schwangerschaft und Mutterschaft werden seit den späten 2010er Jahren in aktivistischen, feuilletonistischen und literarischen Texten verstärkt mit den Themen Belastung, Überforderung und Erschöpfung verknüpft, wie an den Schlagworten Mental Load oder Regretting Motherhood deutlich wird. Diese Debatten sind jedoch bei Weitem nicht neu – auch nicht in der Literatur –, wie ein Blick zurück auf die Zeit der ersten Frauenbewegung zeigt.
Erweitern und Verdichten. Über kleine Formen
Unter dem Titel „Geistesgegenwart und Nachdenklichkeit. Kleine Formen der Intervention“ trafen sich am 6. und 7. Juli 2023 an der TU Dresden Forschende mit dem Ziel, kleine Formen und künstlerische Intervention zusammenzudenken.
Infrastrukturen. Über eine Theoriemetapher in den Geisteswissenschaften
In den letzten Jahren hat sich das geisteswissenschaftliche Interesse am Begriff der Infrastruktur intensiviert. Was leistet er – und welches Versprechen treibt seine Theoretisierung an?
Was heißt ‚Weltliteratur‘?
Nach dem Ende des Kalten Krieges waren die methodischen Prämissen der Weltliteraturforschung kaum ein Gegenstand der Diskussion. Mit Siraj Ahmed und Galin Tihanov haben jetzt zwei Autoren diese Prämissen hinterfragt.
Im Gespräch mit ...
Für uns als Menschen sehr interessant
Unlesbare Schrift löst Wut und Wissensdrang aus. Barbara Bausch von der FU Berlin im Gespräch über Maschinen, die lesen, wonach Kunst und Wissenschaft gemeinsam streben und über den neuen Band Illegibilities Reflecting Reading.
Berlin Syndrome
Russian playwright Polina Borodina talks about protest, censorship, and navigating the cultural landscape in Berlin.
„Und dann sind die Leute einfach nicht gegangen“
Seit 2017 betreibt ein Kollektiv aus aktuell 13 Akademiker*innen und Kulturarbeiter*innen den Schöneberger Projektraum diffrakt | zentrum für theoretische peripherie.
Vom Verblassen der Bilder
Soeben erschien die vierte Ausgabe der Online-Zeitschrift Bildbruch , die von einem in Berlin und Basel ansässigen Redaktionsteam herausgegeben wird und neue Studien im Bereich der Metaphorologie versammelt. Wir haben mit Sina Dell’Anno (Basel) und Simon Godart (Berlin) über das Aufbauen eines eigenen Online-Journals und die Macht der Sprachbilder gesprochen.
Politik des Übelnehmens
Mit dem Erstarken des Rechtspopulismus ist das „Ressentiment“ zu einer beliebten gesellschaftspolitischen Diagnose avanciert. Der Philosoph Dirk Setton geht in seinem aktuellen Forschungsprojekt der Funktionsweise des schillernden Begriffs nach.
Weaponizing Verse on the Battlefield
Jihadist groups such as the so-called Islamic State are known for their cunning propaganda. Kurstin Gatt examined their discursive and communicative strategies, focusing on a lesser-known tool: poetry.


