In unserer Serie Drei Sätze schreiben Literaturwissenschaftler*innen über eine Textpassage, die ihnen nie aus dem Kopf ging.
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Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung „Liebe, Leid und Leidenschaft für (junge) Lesende. Von Adoleszenzroman bis Dark Romance“ RINGVORLESUNGam Institut
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Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung „Liebe, Leid und Leidenschaft für (junge) Lesende. Von Adoleszenzroman bis Dark Romance“
RINGVORLESUNG
am Institut für deutsche Literatur der Sprach- und literaturwisseanschaftlichen Fakultät
Koordination: Julia Benner
Ort: Seminargebäude am Hegelplatz, Dorotheenstr. 24, 10117 Berlin
Kontakt: kjl.literatur@hu-berlin.de
Event Type
Zeit
HU Berlin
Unter den Linden 6HU Berlin
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Während das internationale Kino mit Werken von Jordan Peele, Nia DaCosta oder Ryan Coogler den Horror längst als schärfste Waffe der Gesellschaftskritik neu positioniert hat, herrscht in Deutschland weitgehend betretenes
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Während das internationale Kino mit Werken von Jordan Peele, Nia DaCosta oder Ryan Coogler den Horror längst als schärfste Waffe der Gesellschaftskritik neu positioniert hat, herrscht in Deutschland weitgehend betretenes Schweigen oder intellektuelle Abwehr, von hiesigen Horrorproduktionen fehlt weit und breit jede Spur. Einst prägend, gilt Horror hierzulande bis heute als trivial und randständig und wird, wenn überhaupt, sensationsheischend rezipiert. Dabei leben wir in einer Ära der Verdichtung von Traumasituationen und ihrer allgegenwärtigen Thematisierung (»Trauma-Onslaught«). Man hat das Gefühl, direkt in den Abgrund zu blicken und kaum mehr zwischen Fiktion und Realität unterscheiden zu können. Die Antonio Gramsci zugeschriebene Diagnose der Krisenzeit erscheint aktueller denn je: »Das Alte stirbt und das Neue kann nicht zur Welt kommen: In diesem Interregnum kommt es zu den unterschiedlichsten Krankheitserscheinungen. Es ist die Stunde der Monster«. Doch wer sind die Monster?
Dieses Seminar bricht mit der deutschen Skepsis und fragt: Ist die Abwesenheit des Horrors ein Symptom für die Flucht vor den eigenen, verdrängten Monstern? Liegt der wahre Schrecken nicht in den hegemonialen Ordnungen, die uns als »normal« präsentiert werden? Zwischen patriarchaler Gewalt, kapitalismuskritischen Lesarten und dekolonialen Visionen, fragen wir, was passiert, wenn marginalisierte Figuren im Kino nicht mehr zuerst sterben, sondern selbst Blick und Linse richten.
Mit einer kuratierten Textauswahl, Filmausschnitten und kreativen Übungen setzt sich das Seminar mit der politischen und machtkritischen Dimension von Horror als einem »Dritten Raum« (Homi K. Bhabha) auseinander, in dem Identitäten und Machtverhältnisse nicht nur dargestellt, sondern radikal neu verhandelt werden. Wie lassen sich filmische Bilder »affirmativ sabotieren« (Gayatri Chakravorty Spivak), um rassistische und sexistische Repräsentationen zu dekonstruieren und in Werkzeuge des Widerstands zu überführen?
Das Seminar richtet sich nicht nur an eingefleischte Horrorfans, sondern auch an Horrorscheue, die bisher wenig Berührungspunkte mit dem Genre hatten.
- Seminar mit vier Sitzungen: 08.06., 15.06., 22.06., 29.06, jeweils 16–18:00
- Anmeldung per Mail an campus@lfbrecht.de
- Die Texte werden über einen Reader zur Verfügung gestellt
Nabila Bushra ist Pädagogin und Sozialwissenschaftlerin, hat Soziale Arbeit an der Frankfurt University of Applied Sciences sowie Soziologie an der Universität Bielefeld studiert und forscht zum Verhältnis von Gender, Ökologie und Ökonomie aus einer ökofeministischen Perspektive. Sie lehrt an der Alice Salomon Hochschule Berlin, ist Mitbegründerin und Co-Geschäftsleiterin von Lost Film, wo sie Horrorfilme produziert, dazu publiziert und Veranstaltungen zum Genre organisiert. Außerdem ist sie Mitglied des bildungsLab*.
Farah Bouamar ist Kulturwissenschaftlerin, hat Literaturwissenschaft und Philosophie an der Universität Paderborn studiert, wo sie zu den Themen Gender und Religion forscht. Sie ist Mitbegründerin und Co-Geschäftsleiterin von Lost Film sowie Mitglied des bildungsLab*. Als Autorin und Filmemacherin produziert sie sozialkritische Horrorfilme und widmet sich im Medium des Horrors dem Spannungsfeld von Kultur, Gesellschaft und Politik. Gemeinsam mit Nabila Bushra hat sie die Publikation »Jenseits des Schreckens – Horror, Widerstand und Visionen«, erschienen im Unrast Verlag, veröffentlicht.
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Zeit
Literaturforum im Brecht-Haus
Chausseestraße 125, 10115 BerlinLiteraturforum im Brecht-Haus
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Obwohl sich der Begriff des Genozids während der Nürnberger Prozesse (November 1945 – Oktober 1946) nicht als juristische Kategorie durchsetzen konnte, gilt er heute als
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Obwohl sich der Begriff des Genozids während der Nürnberger Prozesse (November 1945 – Oktober 1946) nicht als juristische Kategorie durchsetzen konnte, gilt er heute als das „Verbrechen aller Verbrechen“ und erfährt eine mediale Präsenz, die umgekehrt proportional zu seiner tatsächlichen gerichtlichen Anwendung ist. Ausgehend von aktuellen Debatten reflektiert diese Veranstaltung gemeinsam mit drei Referent*innen — einem Historiker, einem Experten für Völkerrecht und Linguistik sowie einer Literaturwissenschaftlerin — über die Verwendungen, Zirkulationen und Grenzen des Begriffs „Genozid“. Die Sitzung fragt danach, inwiefern dieses im Kontext des Zweiten Weltkriegs entstandene begriffliche und juristische Instrument auch heute noch geeignet ist, extreme Gewalt zu verstehen — oder sogar zu bekämpfen —, 80 Jahre nach der Veröffentlichung von Axis Rule in Occupied Europe. Und wenn Raphael Lemkin heute zurückkehren würde — was würde er sagen?
Referent :innen:
- Dirk Moses (CUNY)
- Gerd Hankel (Hamburger Institut für Sozialforschung)
- Aurélia Kalisky (CMB)
Die Veranstaltung findet auf Englisch und Deutsch statt.
Im Rahmen der Ringvorlesung „80 Jahre danach…“
Event Type
Zeit
Centre Marc Bloch
Friedrichstrasse 191Centre Marc Bloch
Neulich in Berlin
So reden echte Leute
Im Februar 2026 veröffentlichte der Dramatiker und Hausregisseur des Maxim-Gorki-Theaters Hakan Savaş Mican seine acht Theaterstücke aus den letzten 16 Jahren in zwei Bänden beim Theaterverlag rua. Zweifellos hat Mican das postmigrantische Berliner Theater entscheidend geprägt. Aber wie lassen sich die multimedialen und kollaborativ entstandenen Stücke auf die Buchseite übersetzen? Das Gorki hat seine Stadt-Trilogie noch einmal gespielt und die neuen Bücher vorgestellt.
Eine Kunst des Vergessens?
Inwiefern wohnt der Literatur das Potenzial inne, dem Vergessen eine oder mehrere Formen zu verleihen und es dadurch spürbar, greifbar zu machen? Wann, warum und auf welche Weise vergessen Texte oder Figuren bestimmte Dinge? Die Jahrestagung der Friedrich Schlegel Graduiertenschule stand 2025 unter dem Thema „Forget it? Formen des Vergessens in der Literatur“.
Löcher in der sprachlichen Existenz
80 Jahre nach der Gründung des DDR-Schriftstellerverbands und 35 Jahre nach seiner Auflösung wurden im Berliner Haus der Poesie die Möglichkeiten von Literatur damals und heute besprochen. Das hätte das Potenzial gehabt, Literatur als Epochenspiegel zu denken – führte aber hauptsächlich zu unverhofft aufschlussreichen Diskursschleifen.
Traum und Kritik
Der Surrealismus ist genau diejenige Praxis, die zur kritischen Theorie passt, schreibt Elisabeth Lenk. Ein Workshop am Centre Marc Bloch widmete sich nun ihrem in Vergessenheit geratenen Werk, das eine Brücke zwischen den beiden vermeintlich so disparaten Strömungen bildet.
(Un)ordentliche Texte
Ist es tatsächlich Aufgabe der heutigen Kunst, Chaos in die Ordnung zu bringen, wie Theodor Adorno schreibt? Die Frage zur Beziehung von Literatur und Un-Ordnung in der Moderne wurde im Oktober im Rahmen der Nachwuchstagung Schreiben als Un-Ordnen in der Literatur ab dem 20. Jahrhundert an der HU Berlin verhandelt.
Imaginarien der Wirklichkeit
Wie können Utopien heute noch gedacht werden? Dieser Frage widmete sich im November die Jahrestagung der Friedrich Schlegel Graduiertenschule für literaturwissenschaftliche Studien.
Alle Veranstaltungen für Literaturwissenschaftlerinnen in Berlin
Positionen
Nach dem Krieg
Das Kannibalische ist eine kolonial geprägte Figur des Anderen – aber geht es darum noch, wenn um 1920 in der deutschsprachigen Literatur gefressen, verschlungen, verdaut, angeeignet und zersetzt wird?
Berlin als Jewish Space?
In der jüdischen Gegenwartsliteratur geht es in den letzten Jahren vermehrt um Berlin. Dabei setzen sich die Texte mit romantisierenden Imaginationen eines ‚jüdischen Berlins‘ auseinander – und entwickeln widerständige Gegenbilder.
Schwangerschaft, Mutterschaft, Erschöpfung
Debatten um Sorgearbeit, Schwangerschaft und Mutterschaft werden seit den späten 2010er Jahren in aktivistischen, feuilletonistischen und literarischen Texten verstärkt mit den Themen Belastung, Überforderung und Erschöpfung verknüpft, wie an den Schlagworten Mental Load oder Regretting Motherhood deutlich wird. Diese Debatten sind jedoch bei Weitem nicht neu – auch nicht in der Literatur –, wie ein Blick zurück auf die Zeit der ersten Frauenbewegung zeigt.
Erweitern und Verdichten. Über kleine Formen
Unter dem Titel „Geistesgegenwart und Nachdenklichkeit. Kleine Formen der Intervention“ trafen sich am 6. und 7. Juli 2023 an der TU Dresden Forschende mit dem Ziel, kleine Formen und künstlerische Intervention zusammenzudenken.
Infrastrukturen. Über eine Theoriemetapher in den Geisteswissenschaften
In den letzten Jahren hat sich das geisteswissenschaftliche Interesse am Begriff der Infrastruktur intensiviert. Was leistet er – und welches Versprechen treibt seine Theoretisierung an?
Was heißt ‚Weltliteratur‘?
Nach dem Ende des Kalten Krieges waren die methodischen Prämissen der Weltliteraturforschung kaum ein Gegenstand der Diskussion. Mit Siraj Ahmed und Galin Tihanov haben jetzt zwei Autoren diese Prämissen hinterfragt.
Im Gespräch mit ...
Für uns als Menschen sehr interessant
Unlesbare Schrift löst Wut und Wissensdrang aus. Barbara Bausch von der FU Berlin im Gespräch über Maschinen, die lesen, wonach Kunst und Wissenschaft gemeinsam streben und über den neuen Band Illegibilities Reflecting Reading.
Berlin Syndrome
Russian playwright Polina Borodina talks about protest, censorship, and navigating the cultural landscape in Berlin.
„Und dann sind die Leute einfach nicht gegangen“
Seit 2017 betreibt ein Kollektiv aus aktuell 13 Akademiker*innen und Kulturarbeiter*innen den Schöneberger Projektraum diffrakt | zentrum für theoretische peripherie.
Vom Verblassen der Bilder
Soeben erschien die vierte Ausgabe der Online-Zeitschrift Bildbruch , die von einem in Berlin und Basel ansässigen Redaktionsteam herausgegeben wird und neue Studien im Bereich der Metaphorologie versammelt. Wir haben mit Sina Dell’Anno (Basel) und Simon Godart (Berlin) über das Aufbauen eines eigenen Online-Journals und die Macht der Sprachbilder gesprochen.
Politik des Übelnehmens
Mit dem Erstarken des Rechtspopulismus ist das „Ressentiment“ zu einer beliebten gesellschaftspolitischen Diagnose avanciert. Der Philosoph Dirk Setton geht in seinem aktuellen Forschungsprojekt der Funktionsweise des schillernden Begriffs nach.
Weaponizing Verse on the Battlefield
Jihadist groups such as the so-called Islamic State are known for their cunning propaganda. Kurstin Gatt examined their discursive and communicative strategies, focusing on a lesser-known tool: poetry.


