In unserer Serie Drei Sätze schreiben Literaturwissenschaftler*innen über eine Textpassage, die ihnen nie aus dem Kopf ging.
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Historiker und Historikerinnen stehen immer in ihrer Gegenwart. Der „Sehepunkt“ historischer Forschung ist daher unaufhebbar mit den Strömungen seiner jeweiligen Zeit verflochten. Der Vortrag erkundet
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Historiker und Historikerinnen stehen immer in ihrer Gegenwart. Der „Sehepunkt“ historischer Forschung ist daher unaufhebbar mit den Strömungen seiner jeweiligen Zeit verflochten. Der Vortrag erkundet biographische Motive und epistemische Folgen anhand systematisch ausgewählter, vergleichender Beispiele.
Damit adressiert er zentrale erkenntnistheoretische Probleme und nicht zuletzt die Frage, wieweit ein „objektiver“ Blick auf die Geschichte möglich ist. Zwischen der unausweichlichen Subjektivität der eigenen Zeitgebundenheit und der Notwendigkeit, die wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Vergangenheit nachvollziehbar und intersubjektiv kommunizierbar zu machen, besteht eine dauerhafte methodische Spannung. Sie ist für sich genommen ein bedeutsames historiographiegeschichtliches Thema, das sich mit dem Blick auf konkrete Biographien und Konstellationen schärfen lässt. Indem der Vortrag einen weiten historischen Bogen schlägt, wirft er zugleich die Frage auf, wieweit sich aus der Geschichte der Geschichtswissenschaft auch methodisch „lernen“ lässt. Ändern sich nur die Forschungsgegenstände und -fragen, während die Grundproblematik im Wesentlichen die gleiche bleibt? Oder ist es der Geschichtswissenschaft möglich, konkrete methodische Fortschritte zu machen?
Mit Andreas Wirsching (Historiker, ehem. Direktor des Instituts für Zeitgeschichte München)
Eine Kooperation der Humboldt-Universität zu Berlin mit der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.
Event Type
Zeit
Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
Markgrafenstraße 38, 10117 BerlinBerlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
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Sprache: Deutsch Empörung, Hass oder Zuversicht: Medien strukturieren, prägen und formieren Emotionen als gesellschaftliche Ausdrucksformen nachhaltig. Zugleich sind auch
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Sprache: Deutsch
Empörung, Hass oder Zuversicht: Medien strukturieren, prägen und formieren Emotionen als gesellschaftliche Ausdrucksformen nachhaltig. Zugleich sind auch die Motive, sich Medienangeboten zuzuwenden, hochgradig affektiv grundiert. Die Suche nach Ablenkung, die Lust am Fremdschämen, die Sorge beim Blick auf aktuelle Nachrichten. Über mehr als zehn Jahre haben wir uns mit der Bedeutung von Emotionen und Affekten bei der Produktion, Rezeption und Zirkulation von Medienangeboten beschäftigt – vom Reality TV über journalistische Nachrichten bis zu social media-Angeboten. Wir haben Fernsehzuschauer*innen auf dem heimischen Sofa beobachtet, mit Journalist*innen über die Bedeutung von Emotionen in ihrer Arbeit gesprochen und die affektive Intensität auf Twitter und TikTok vermessen. In einer Gesprächsrunde mit Forscherinnen aus diesen Projektphasen teilen wir affektive Momente des Forschens, werfen Schlaglichter auf ausgewählte Medienbilder und fragen danach, wie theoretische Konzepte, die wir entwickelt haben, auch künftige Forschung prägen: in der Arbeit zu Medienbildung, im Verständnis demokratischer Öffentlichkeiten sowie von Zugehörigkeit. Zugleich nehmen wir aktuelle politische Mobilisierungen in den Blick, von rechtsautoritären Akteur*innen bis hin zu emanzipatorischen und feministischen Bewegungen, und diskutieren, wie mediale Infrastrukturen hierzulande Affekte organisieren, verstärken und kollektiv wirksam machen.
Vorlesungsraum J32/102 der Freien Universität Berlin, Habelschwerdter Allee 45, 14195 Berlin
Event Type
Zeit
OrganisatorInnen
Freie Universität Berlin
Habelschwerdter Allee 45, 14195 BerlinFreie Universität Berlin
Mi27Mai18:0020:00Ines de Nil. Leben in FreiräumenVeranstaltungsart
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Ines De Nil ist Fotografin und Filmemacherin, die in den späten 1980er- und 1990er-Jahren die queere autonome Szene porträtierte. Bislang wurde nur ein Teil ihres
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Ines De Nil ist Fotografin und Filmemacherin, die in den späten 1980er- und 1990er-Jahren die queere autonome Szene porträtierte. Bislang wurde nur ein Teil ihres umfangreichen Lebenswerks öffentlich gezeigt. Mit ihren Arbeiten bewegt sie sich an der Schnittstelle zwischen dokumentarischem Zeugnis und künstlerischer Fotografie. Sie eröffnen Einblicke in Räume der Intimität und des Selbstausdrucks, die für die Entwicklung einer sichtbaren queeren Kultur von zentraler Bedeutung waren und sind. Diese Ausstellung versammelt die gesamte Bandbreite Ines De Nils Werks, das neben Fotografie auch Filme, Druckgrafik und Malerei umfasst. Wir freuen uns sehr, dass Ines de Nil da sein wird.
Laudatio: Vinzenz Damm, Kunstwissenschafter, Halle (Saale)
Musik: IUMA (Gesang, Klavier)
Die Ausstellung ist bis zum 4. September 2026 zu sehen.
Im Rahmen der Ausstellung finden am 24.06. und 21.07.2026 Begleitabende statt.
Event Type
Zeit
Helle Panke e.V.
Kopenhagener Str. 9, 10437 BerlinHelle Panke e.V.
Neulich in Berlin
So reden echte Leute
Im Februar 2026 veröffentlichte der Dramatiker und Hausregisseur des Maxim-Gorki-Theaters Hakan Savaş Mican seine acht Theaterstücke aus den letzten 16 Jahren in zwei Bänden beim Theaterverlag rua. Zweifellos hat Mican das postmigrantische Berliner Theater entscheidend geprägt. Aber wie lassen sich die multimedialen und kollaborativ entstandenen Stücke auf die Buchseite übersetzen? Das Gorki hat seine Stadt-Trilogie noch einmal gespielt und die neuen Bücher vorgestellt.
Eine Kunst des Vergessens?
Inwiefern wohnt der Literatur das Potenzial inne, dem Vergessen eine oder mehrere Formen zu verleihen und es dadurch spürbar, greifbar zu machen? Wann, warum und auf welche Weise vergessen Texte oder Figuren bestimmte Dinge? Die Jahrestagung der Friedrich Schlegel Graduiertenschule stand 2025 unter dem Thema „Forget it? Formen des Vergessens in der Literatur“.
Löcher in der sprachlichen Existenz
80 Jahre nach der Gründung des DDR-Schriftstellerverbands und 35 Jahre nach seiner Auflösung wurden im Berliner Haus der Poesie die Möglichkeiten von Literatur damals und heute besprochen. Das hätte das Potenzial gehabt, Literatur als Epochenspiegel zu denken – führte aber hauptsächlich zu unverhofft aufschlussreichen Diskursschleifen.
Traum und Kritik
Der Surrealismus ist genau diejenige Praxis, die zur kritischen Theorie passt, schreibt Elisabeth Lenk. Ein Workshop am Centre Marc Bloch widmete sich nun ihrem in Vergessenheit geratenen Werk, das eine Brücke zwischen den beiden vermeintlich so disparaten Strömungen bildet.
(Un)ordentliche Texte
Ist es tatsächlich Aufgabe der heutigen Kunst, Chaos in die Ordnung zu bringen, wie Theodor Adorno schreibt? Die Frage zur Beziehung von Literatur und Un-Ordnung in der Moderne wurde im Oktober im Rahmen der Nachwuchstagung Schreiben als Un-Ordnen in der Literatur ab dem 20. Jahrhundert an der HU Berlin verhandelt.
Imaginarien der Wirklichkeit
Wie können Utopien heute noch gedacht werden? Dieser Frage widmete sich im November die Jahrestagung der Friedrich Schlegel Graduiertenschule für literaturwissenschaftliche Studien.
Alle Veranstaltungen für Literaturwissenschaftlerinnen in Berlin
Positionen
Nach dem Krieg
Das Kannibalische ist eine kolonial geprägte Figur des Anderen – aber geht es darum noch, wenn um 1920 in der deutschsprachigen Literatur gefressen, verschlungen, verdaut, angeeignet und zersetzt wird?
Berlin als Jewish Space?
In der jüdischen Gegenwartsliteratur geht es in den letzten Jahren vermehrt um Berlin. Dabei setzen sich die Texte mit romantisierenden Imaginationen eines ‚jüdischen Berlins‘ auseinander – und entwickeln widerständige Gegenbilder.
Schwangerschaft, Mutterschaft, Erschöpfung
Debatten um Sorgearbeit, Schwangerschaft und Mutterschaft werden seit den späten 2010er Jahren in aktivistischen, feuilletonistischen und literarischen Texten verstärkt mit den Themen Belastung, Überforderung und Erschöpfung verknüpft, wie an den Schlagworten Mental Load oder Regretting Motherhood deutlich wird. Diese Debatten sind jedoch bei Weitem nicht neu – auch nicht in der Literatur –, wie ein Blick zurück auf die Zeit der ersten Frauenbewegung zeigt.
Erweitern und Verdichten. Über kleine Formen
Unter dem Titel „Geistesgegenwart und Nachdenklichkeit. Kleine Formen der Intervention“ trafen sich am 6. und 7. Juli 2023 an der TU Dresden Forschende mit dem Ziel, kleine Formen und künstlerische Intervention zusammenzudenken.
Infrastrukturen. Über eine Theoriemetapher in den Geisteswissenschaften
In den letzten Jahren hat sich das geisteswissenschaftliche Interesse am Begriff der Infrastruktur intensiviert. Was leistet er – und welches Versprechen treibt seine Theoretisierung an?
Was heißt ‚Weltliteratur‘?
Nach dem Ende des Kalten Krieges waren die methodischen Prämissen der Weltliteraturforschung kaum ein Gegenstand der Diskussion. Mit Siraj Ahmed und Galin Tihanov haben jetzt zwei Autoren diese Prämissen hinterfragt.
Im Gespräch mit ...
Für uns als Menschen sehr interessant
Unlesbare Schrift löst Wut und Wissensdrang aus. Barbara Bausch von der FU Berlin im Gespräch über Maschinen, die lesen, wonach Kunst und Wissenschaft gemeinsam streben und über den neuen Band Illegibilities Reflecting Reading.
Berlin Syndrome
Russian playwright Polina Borodina talks about protest, censorship, and navigating the cultural landscape in Berlin.
„Und dann sind die Leute einfach nicht gegangen“
Seit 2017 betreibt ein Kollektiv aus aktuell 13 Akademiker*innen und Kulturarbeiter*innen den Schöneberger Projektraum diffrakt | zentrum für theoretische peripherie.
Vom Verblassen der Bilder
Soeben erschien die vierte Ausgabe der Online-Zeitschrift Bildbruch , die von einem in Berlin und Basel ansässigen Redaktionsteam herausgegeben wird und neue Studien im Bereich der Metaphorologie versammelt. Wir haben mit Sina Dell’Anno (Basel) und Simon Godart (Berlin) über das Aufbauen eines eigenen Online-Journals und die Macht der Sprachbilder gesprochen.
Politik des Übelnehmens
Mit dem Erstarken des Rechtspopulismus ist das „Ressentiment“ zu einer beliebten gesellschaftspolitischen Diagnose avanciert. Der Philosoph Dirk Setton geht in seinem aktuellen Forschungsprojekt der Funktionsweise des schillernden Begriffs nach.
Weaponizing Verse on the Battlefield
Jihadist groups such as the so-called Islamic State are known for their cunning propaganda. Kurstin Gatt examined their discursive and communicative strategies, focusing on a lesser-known tool: poetry.



