Eine queerfeministische Aktualisierung der kritischen Theorie unternimmt die Philosophin, Autorin und Filmemacherin Lea Schlude in ihrem Buch Lustdenken. Für einen zärtlichen Materialismus auf den Spuren Adornos (2026).
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Eine Ringvorlesung des Frankreichzentrums der Freien Universität Berlin im Rahmen des Offenen HörsaalsKonzeption: Prof. Dr. Michael Goebel (Friedrich-Meinecke-Institut) und Prof. Dr. Ulrike Schneider (Institut für Romanische Philologie)
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Eine Ringvorlesung des Frankreichzentrums der Freien Universität Berlin im Rahmen des Offenen Hörsaals
Konzeption: Prof. Dr. Michael Goebel (Friedrich-Meinecke-Institut) und Prof. Dr. Ulrike Schneider (Institut für Romanische Philologie)
In jüngerer Zeit ist die Familie zu einem zentralen Schauplatz historischer und literarischer Selbstverständigung geworden. Während die Geschichtsschreibung die Familie lange als vermeintlich private, politikferne Sphäre marginalisierte, hat sich seit den 1970er Jahren ein grundlegender Perspektivwechsel vollzogen: Familie erscheint als ein Ort, an dem sich gesellschaftliche Transformationsprozesse, historische Brüche und kollektive Erfahrungen in besonderer Weise verdichten. Die Geschichtswissenschaft zeigt aktuell Aufmerksamkeit für Familienarchive, persönliche Zeugnisse und genealogische Recherchen, die individuelle Biographien mit breiteren gesellschaftlichen Entwicklungen verbinden. Aus Frankreich wenden sich Historiker:innen– im Sinne einer Ego-Histoire – vermehrt auch ihrer eigenen Familiengeschichte zu. Parallel dazu hat die Literatur, insbesondere im französischsprachigen Raum, eine Form des Erzählens geprägt – oft gefasst als récit de filiation – in der die Suche nach Herkunft, Leerstellen und familiären Verflechtungen selbst zu einer Praxis historischer Erkenntnis wird.
Die Ringvorlesung am Frankreichzentrum greift diese Konjunkturen aus einer spezifischen Perspektive auf: Räume, Objekte und Dokumente dienen als heuristische Impulse, um Familiengeschichten zwischen Literatur und Geschichte zu erschließen. Der Dachboden, das Fotoalbum, die Postkarte, die Küche, der Pass fungieren als Speicher, Auslöser oder Symbol und strukturieren zugleich die Narrative der Erinnerung. In ihnen verdichtet sich oftmals das Familiengedächtnis: Sie machen sichtbar, was erzählt werden kann, und verweisen zugleich auf das, was fehlt, verschwiegen wird oder verloren ist.
Die Vorlesung bringt literaturwissenschaftliche, historische und soziologische Perspektiven miteinander ins Gespräch. Im Zentrum stehen Werke und Forschungsprojekte, die familiäre Archive, mündliche Überlieferungen und materielle Zeugnisse als Zugang nutzen. Dabei wird Familie als dynamische Kategorie und als Knotenpunkt verstanden, an dem sich individuelle Lebensgeschichten mit größeren historischen Dynamiken verschränken und Normen der Institution ‚Familie‘ selbst in Frage stellen. Ein besonderer Fokus liegt auf transnationalen Konstellationen, insbesondere im deutsch-französischen Kontext: Migration, Krieg, Kolonialismus, Shoah, politische Gewalt oder Diskriminierung erscheinen hier nicht als abstrakte Großnarrative, sondern als Erfahrungen, die sich in Familien einschreiben, über Generationen weitergegeben, transformiert oder auch verschwiegen, überschrieben werden. Indem die Ringvorlesung unterschiedliche Formen des Erzählens und Forschens über Familie zusammenführt, fragt sie danach, wie Familiengeschichte(n) zu einem Medium werden, in dem sich
Vergangenheit nicht nur niederschreiben und bewahren, sondern auch befragen und neu interpretieren lässt.
Die Ringvorlesung richtet sich an Studierende, Kolleg*innen und eine interessierte Öffentlichkeit. Sie wird im Rahmen des Offenen Hörsaals veranstaltet. Die Vorträge finden in Präsenz statt und werden online übertragen. Die französischsprachigen Beiträge können über Webex in der deutschen Simultanübersetzung mitverfolgt werden.
Hörsaal 1a (Rostlaube)
Gebäudekomplex Habelschwerdter Allee 45
14195 Berlin
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OrganisatorInnen
Freie Universität Berlin
Habelschwerdter Allee 45, 14195 BerlinFreie Universität Berlin
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Charles Haimoff Lecture in German Studies Watch Livestream Event registration Journalist
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Charles Haimoff Lecture in German Studies
Journalist Andrea Bernstein turns to her intellectual inheritance as a roadmap to politics in 2026
Journalist Andrea Bernstein is the daughter of the late Richard J. Bernstein, a scholar of Hannah Arendt, and Carol L. Bernstein, an expert on cultural memory who took Walter Benjamin as her muse. For years, Andrea Bernstein saw her own work covering American politics and corruption in a separate sphere from her parents’ work. But as the twenty-first century increasingly sounds the notes of the first half of the previous century, it has become clear to Bernstein that her spheres of inquiry and those of her parents were converging. In this lecture, Bernstein leans on her journalistic tools and intellectual inheritance to explore how can we build upon the scholarship of Arendt and Benjamin—and her parents’ interpretation of them—to create a new intellectual roadmap to guide us forward as we struggle to defend facts, truth, and democracy.
Andrea Bernstein is a Peabody and duPont-Columbia award-winning investigative journalist, and accomplished author, speaker, and Visiting Ferris Professor of Journalism at Princeton University. She is also a frequent expert guest on well-known news shows, including Frontline, PBS Newshour, CNN, BBC, and CBC Documentary. Bernstein holds a BA cum laude from Yale University and was a JSK Journalism Fellow at Stanford University. She is the New York Times bestselling author of American Oligarchs: The Kushners, The Trumps, and the Marriage of Money and Power (W.W. Norton, 2020) and podcast creator and co-host of Trump, Inc. (WNYC and ProPublica), Will Be Wild (Pineapple Street Studios, Amazon, & Wondery), We Don’t Talk About Leonard (ProPublica and On The Media), and The Law According to Trump (Slate). She covered all five trials of Donald J. Trump and his business for NPR.
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The American Academy in Berlin
Am Sandwerder 17-19, 14109 BerlinThe American Academy in Berlin
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Pop und zeitgenössische Lyrik: Klingt das dissonant oder wahlverwandt? Was ist überhaupt das Populäre in der Literatur? Und wie kritisiert man es angemessen?
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Pop und zeitgenössische Lyrik: Klingt das dissonant oder wahlverwandt? Was ist überhaupt das Populäre in der Literatur? Und wie kritisiert man es angemessen?
Die Kritikerin Marie Luise Knott, der Literaturwissenschaftler Moritz Baßler und der Kulturjournalist Kevin Schieber diskutieren mit dem zæsur-Redakteur Asmus Trautsch über die Rolle des Populären in der gegenwärtigen Lyrik und Erzählliteratur sowie die Frage, wie populäre Literaturkritik durch Humor, Zuspitzung und ernsthafte Auseinandersetzung ein neues, größeres und jüngeres Publikum erreichen kann. Ein Abend über literarische Wertung, digitale Öffentlichkeiten und die Zukunft der Kritik.
Marie Luise Knott ist vielfach ausgezeichnete Essayistin und Übersetzerin, u.a. von Anne Carson, seit 2013 erscheint ihre Lyrik-Kolumne Tagtigall im Perlentaucher. Eine Auswahl ihrer Kritiken ist jüngst bei Matthes & Seitz erschienen (Die Gesänge der Tagtigall, 2026). Moritz Baßler ist Professor für Neuere deutsche Literatur an der Universität Münster. Er zählt zu den prägenden Stimmen der deutschsprachigen Gegenwartsliteraturforschung und arbeitet insbesondere zu Popliteratur. Mit seinem viel diskutierten Buch Populärer Realismus. Vom International Style gegenwärtigen Erzählens (C.H. Beck 2022) legte er eine einflussreiche Analyse der Formen und Erfolgsbedingungen zeitgenössischer Erzählliteratur vor. Kevin Schieber ist seit 13 Jahren in den Medien aktiv. Seit 2026 ist er Programmdirektor bei Antenne Deutschland/Absolutradio, dessen „hottesten Morgen Deutschlands“ er einige Jahre moderierte. Sein Instagram-Kanal „der kevschieber“ präsentiert anspruchsvoll-komische Kritiken von Memes und popkulturellen Ereignissen.
Eine gemeinsame Veranstaltung von zæsur.poesiekritik und Haus für Poesie
Gefördert aus Mitteln der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt des Landes Berlin
In Lesung & Gespräch Moritz Baßler, Marie Luise Knott, Kevin Schieber
Moderation Asmus Trautsch
Eintritt:8/5 €
Event Type
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Haus für Poesie
Knaackstr. 97 (Kulturbrauerei)Haus für Poesie
Neulich in Berlin
Hindernis, Befreiung, Streitpunkt: Literarische Unverständlichkeit
Zum Workshop „Huh? Literary Incomprehensibility” an der FU Berlin.
So reden echte Leute
Im Februar 2026 veröffentlichte der Dramatiker und Hausregisseur des Maxim-Gorki-Theaters Hakan Savaş Mican seine acht Theaterstücke aus den letzten 16 Jahren in zwei Bänden beim Theaterverlag rua. Zweifellos hat Mican das postmigrantische Berliner Theater entscheidend geprägt. Aber wie lassen sich die multimedialen und kollaborativ entstandenen Stücke auf die Buchseite übersetzen? Das Gorki hat seine Stadt-Trilogie noch einmal gespielt und die neuen Bücher vorgestellt.
Eine Kunst des Vergessens?
Inwiefern wohnt der Literatur das Potenzial inne, dem Vergessen eine oder mehrere Formen zu verleihen und es dadurch spürbar, greifbar zu machen? Wann, warum und auf welche Weise vergessen Texte oder Figuren bestimmte Dinge? Die Jahrestagung der Friedrich Schlegel Graduiertenschule stand 2025 unter dem Thema „Forget it? Formen des Vergessens in der Literatur“.
Löcher in der sprachlichen Existenz
80 Jahre nach der Gründung des DDR-Schriftstellerverbands und 35 Jahre nach seiner Auflösung wurden im Berliner Haus der Poesie die Möglichkeiten von Literatur damals und heute besprochen. Das hätte das Potenzial gehabt, Literatur als Epochenspiegel zu denken – führte aber hauptsächlich zu unverhofft aufschlussreichen Diskursschleifen.
Traum und Kritik
Der Surrealismus ist genau diejenige Praxis, die zur kritischen Theorie passt, schreibt Elisabeth Lenk. Ein Workshop am Centre Marc Bloch widmete sich nun ihrem in Vergessenheit geratenen Werk, das eine Brücke zwischen den beiden vermeintlich so disparaten Strömungen bildet.
(Un)ordentliche Texte
Ist es tatsächlich Aufgabe der heutigen Kunst, Chaos in die Ordnung zu bringen, wie Theodor Adorno schreibt? Die Frage zur Beziehung von Literatur und Un-Ordnung in der Moderne wurde im Oktober im Rahmen der Nachwuchstagung Schreiben als Un-Ordnen in der Literatur ab dem 20. Jahrhundert an der HU Berlin verhandelt.
Alle Veranstaltungen für Literaturwissenschaftlerinnen in Berlin
Positionen
Nach dem Krieg
Das Kannibalische ist eine kolonial geprägte Figur des Anderen – aber geht es darum noch, wenn um 1920 in der deutschsprachigen Literatur gefressen, verschlungen, verdaut, angeeignet und zersetzt wird?
Berlin als Jewish Space?
In der jüdischen Gegenwartsliteratur geht es in den letzten Jahren vermehrt um Berlin. Dabei setzen sich die Texte mit romantisierenden Imaginationen eines ‚jüdischen Berlins‘ auseinander – und entwickeln widerständige Gegenbilder.
Schwangerschaft, Mutterschaft, Erschöpfung
Debatten um Sorgearbeit, Schwangerschaft und Mutterschaft werden seit den späten 2010er Jahren in aktivistischen, feuilletonistischen und literarischen Texten verstärkt mit den Themen Belastung, Überforderung und Erschöpfung verknüpft, wie an den Schlagworten Mental Load oder Regretting Motherhood deutlich wird. Diese Debatten sind jedoch bei Weitem nicht neu – auch nicht in der Literatur –, wie ein Blick zurück auf die Zeit der ersten Frauenbewegung zeigt.
Erweitern und Verdichten. Über kleine Formen
Unter dem Titel „Geistesgegenwart und Nachdenklichkeit. Kleine Formen der Intervention“ trafen sich am 6. und 7. Juli 2023 an der TU Dresden Forschende mit dem Ziel, kleine Formen und künstlerische Intervention zusammenzudenken.
Infrastrukturen. Über eine Theoriemetapher in den Geisteswissenschaften
In den letzten Jahren hat sich das geisteswissenschaftliche Interesse am Begriff der Infrastruktur intensiviert. Was leistet er – und welches Versprechen treibt seine Theoretisierung an?
Was heißt ‚Weltliteratur‘?
Nach dem Ende des Kalten Krieges waren die methodischen Prämissen der Weltliteraturforschung kaum ein Gegenstand der Diskussion. Mit Siraj Ahmed und Galin Tihanov haben jetzt zwei Autoren diese Prämissen hinterfragt.
Im Gespräch mit ...
Für uns als Menschen sehr interessant
Unlesbare Schrift löst Wut und Wissensdrang aus. Barbara Bausch von der FU Berlin im Gespräch über Maschinen, die lesen, wonach Kunst und Wissenschaft gemeinsam streben und über den neuen Band Illegibilities Reflecting Reading.
Berlin Syndrome
Russian playwright Polina Borodina talks about protest, censorship, and navigating the cultural landscape in Berlin.
„Und dann sind die Leute einfach nicht gegangen“
Seit 2017 betreibt ein Kollektiv aus aktuell 13 Akademiker*innen und Kulturarbeiter*innen den Schöneberger Projektraum diffrakt | zentrum für theoretische peripherie.
Vom Verblassen der Bilder
Soeben erschien die vierte Ausgabe der Online-Zeitschrift Bildbruch , die von einem in Berlin und Basel ansässigen Redaktionsteam herausgegeben wird und neue Studien im Bereich der Metaphorologie versammelt. Wir haben mit Sina Dell’Anno (Basel) und Simon Godart (Berlin) über das Aufbauen eines eigenen Online-Journals und die Macht der Sprachbilder gesprochen.
Politik des Übelnehmens
Mit dem Erstarken des Rechtspopulismus ist das „Ressentiment“ zu einer beliebten gesellschaftspolitischen Diagnose avanciert. Der Philosoph Dirk Setton geht in seinem aktuellen Forschungsprojekt der Funktionsweise des schillernden Begriffs nach.
Weaponizing Verse on the Battlefield
Jihadist groups such as the so-called Islamic State are known for their cunning propaganda. Kurstin Gatt examined their discursive and communicative strategies, focusing on a lesser-known tool: poetry.



