In unserer Serie Drei Sätze schreiben Literaturwissenschaftler*innen über eine Textpassage, die ihnen nie aus dem Kopf ging.
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Freuen Sie sich auf eine Lesung polnischer Gedichte in deutscher Übersetzung sowie eigener Gedichte von und mit Renate Schmidgall.Seit mehr als drei Jahrzehnten übersetzt sie zahlreiche
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Freuen Sie sich auf eine Lesung polnischer Gedichte in deutscher Übersetzung sowie eigener Gedichte von und mit Renate Schmidgall.
Seit mehr als drei Jahrzehnten übersetzt sie zahlreiche namhafte polnische Dichter und Prosaschriftsteller. Renate Schmidgall zählt zu den bekanntesten Übersetzern polnischer Literatur in Deutschland. Auch in ihrer eigenen Dichtung finden sich Einflüsse polnischer Lyrik.
Die Veranstaltungsreihe „Polish Affairs. Polnische Kultur zu Gast in der Stabi“ bietet in Gesprächen mit Autor:innen, Wissenschaftler:innen und Übersetzer:innen tiefe Einblicke und intensiven Austausch rund um Polen und polnische Publikationen. Das Programm reicht von historischen Themen über Biografien und Reportagen bis zu polnischer Literatur.
Um Anmeldung wird gebeten.
In Kooperation mit dem Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften und dem Lektor und Übersetzer Benjamin Voelkel.
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Staatsbibliothek zu Berlin – Unter den Linden
Unter den Linden 8 10117 BerlinStaatsbibliothek zu Berlin – Unter den Linden
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Sarah Kirsch (1935–2013) zählt zu den bedeutendsten Dichter:innen zunächst der DDR und dann des wiedervereinigten Deutschlands. Berühmt wurde sie, in Gedichtbänden wie Landaufenthalt, Zaubersprüche, Schneewärme und Erlkönigs
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Sarah Kirsch (1935–2013) zählt zu den bedeutendsten Dichter:innen zunächst der DDR und dann des wiedervereinigten Deutschlands.
Berühmt wurde sie, in Gedichtbänden wie Landaufenthalt, Zaubersprüche, Schneewärme und Erlkönigs Tochter, für den unverwechselbaren Sound, den man ihr zuschrieb, der aber gleichzeitig die vielen Tonfälle, die ihr zur Verfügung standen, in der öffentlichen Wahrnehmung einschränkte. In ihre Gedichte ist die deutsche Teilung tief eingeschrieben, genauso wie das Empfinden von Schuld und Verantwortung nach den Verbrechen der Nationalsozialisten. Viele ihrer ungewöhnlichsten und berühmtesten Gedichte („Legende über Lilja“ und „Der Milchmann Schäuffele“) klingen nach einer Kirsch, die den Vorgaben des Klischees so gar nicht entsprechen will. Sie ist nicht allein die poetische Landschafterin mit schweifendem Blick durch die Natur. Es sind nicht nur die sanften Schwäne, die „grünschillernden Enten“ oder der Pfau im Rosenbeet, die kennzeichnend für ihr Schreiben wurden, es ist eben auch die alte Frau mit der „vielstelligen Zahl” auf der Innenseite ihres Arms. Und manchmal begegnen sie einander im selben Gedicht.
Die Idyllen mit Schrankenhäuschen und Storch, der durch unvergiftete Wiesen spaziert, erweisen sich so zuweilen als trügerisch. Gleiches gilt für die Selbstporträts mit Esel, Schaf und Katze im heimischen Garten. Ja, sie liebte die Natur, beschwor den süß ins Fenster langenden Sommer, sie „rannte“ den Bäumen nach, liebte die abstrakten und die wirklichen Fische in den Seen, Flüssen und Schüsseln (all die schleimigen Barsche und milchigen Plötzen). Und doch schrieb sie genauso über die „Wechselstuben am Zoo“ und die Nacht, die eine „doppelte Falte“ unter der S-Bahn bildet. Manchmal herrscht ein herrlicher Eigensinn, ja Trotz in diesen Texten: „Grenzpapiereachwas hier bin ich.“ Sie konnte „bös bis in die Wimpern“ sein wie der Tiger, in den sie sich verwandelte, und ab und an liegt ein Anflug von Gewalt in ihren Versen: „ein Streichholz offene Türen der Wind / Vollendet die Arbeit“.
Vorab findet um 17:30 ein Warm-Up statt, bei dem gemeinsam Gedichte von Sarah Kirsch gelesen werden: Let’s read Sarah Kirsch!
In Lesung & Gespräch Marit Heuß, Uwe Kolbe, Judith Zander
Moderation Steffen Popp
- Eintritt: 8/5 €
- → Tickets buchen
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Haus für Poesie
Knaackstr. 97 (Kulturbrauerei)Haus für Poesie
Mi23Sep20:0022:00Carolin Emcke»Was zählt ein Mensch?«VeranstaltungsartBuchvorstellung, Gespräch
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Buchvorstellung von und mit Carolin EmckeModeration: Mirjam ZadoffLive-Musik (Oud): Bakr Khleifi Globe Was bedeutet radikaler Humanismus?
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Buchvorstellung von und mit Carolin Emcke
Moderation: Mirjam Zadoff
Live-Musik (Oud): Bakr Khleifi
Globe
Was bedeutet radikaler Humanismus? Gibt es Grenzen der Einfühlung in andere? Wozu verpflichtet uns die Erinnerung an die Geschichte? Gibt es Grenzen der Pflicht, im Namen der Menschenrechte zu sprechen? Oder darf nichts uns daran hindern, die anderen als Teil des universalen Wirs wahrzunehmen?
Carolin Emcke stellte sich diese Fragen bereits vor dem 7. Oktober und Gaza. Aber seither sind sie noch dringlicher. Es geht letztlich um die existenzielle Frage: Was zählt nein Mensch? Seit über 20 Jahren reist Carolin Emcke nach Israel-Palästina. Zuletzt war sie dort, um mit Menschen aus Be’eri oder Jenin, aus Tel Aviv oder Ramallah zu sprechen – und die toten Winkel der Empathie im hiesigen Diskurs auszuleuchten.
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Schaubühne am Lehniner Platz
Kurfürstendamm 153 10709 BerlinSchaubühne am Lehniner Platz
Neulich in Berlin
Hindernis, Befreiung, Streitpunkt: Literarische Unverständlichkeit
Zum Workshop „Huh? Literary Incomprehensibility” an der FU Berlin.
So reden echte Leute
Im Februar 2026 veröffentlichte der Dramatiker und Hausregisseur des Maxim-Gorki-Theaters Hakan Savaş Mican seine acht Theaterstücke aus den letzten 16 Jahren in zwei Bänden beim Theaterverlag rua. Zweifellos hat Mican das postmigrantische Berliner Theater entscheidend geprägt. Aber wie lassen sich die multimedialen und kollaborativ entstandenen Stücke auf die Buchseite übersetzen? Das Gorki hat seine Stadt-Trilogie noch einmal gespielt und die neuen Bücher vorgestellt.
Eine Kunst des Vergessens?
Inwiefern wohnt der Literatur das Potenzial inne, dem Vergessen eine oder mehrere Formen zu verleihen und es dadurch spürbar, greifbar zu machen? Wann, warum und auf welche Weise vergessen Texte oder Figuren bestimmte Dinge? Die Jahrestagung der Friedrich Schlegel Graduiertenschule stand 2025 unter dem Thema „Forget it? Formen des Vergessens in der Literatur“.
Löcher in der sprachlichen Existenz
80 Jahre nach der Gründung des DDR-Schriftstellerverbands und 35 Jahre nach seiner Auflösung wurden im Berliner Haus der Poesie die Möglichkeiten von Literatur damals und heute besprochen. Das hätte das Potenzial gehabt, Literatur als Epochenspiegel zu denken – führte aber hauptsächlich zu unverhofft aufschlussreichen Diskursschleifen.
Traum und Kritik
Der Surrealismus ist genau diejenige Praxis, die zur kritischen Theorie passt, schreibt Elisabeth Lenk. Ein Workshop am Centre Marc Bloch widmete sich nun ihrem in Vergessenheit geratenen Werk, das eine Brücke zwischen den beiden vermeintlich so disparaten Strömungen bildet.
(Un)ordentliche Texte
Ist es tatsächlich Aufgabe der heutigen Kunst, Chaos in die Ordnung zu bringen, wie Theodor Adorno schreibt? Die Frage zur Beziehung von Literatur und Un-Ordnung in der Moderne wurde im Oktober im Rahmen der Nachwuchstagung Schreiben als Un-Ordnen in der Literatur ab dem 20. Jahrhundert an der HU Berlin verhandelt.
Alle Veranstaltungen für Literaturwissenschaftlerinnen in Berlin
Positionen
Nach dem Krieg
Das Kannibalische ist eine kolonial geprägte Figur des Anderen – aber geht es darum noch, wenn um 1920 in der deutschsprachigen Literatur gefressen, verschlungen, verdaut, angeeignet und zersetzt wird?
Berlin als Jewish Space?
In der jüdischen Gegenwartsliteratur geht es in den letzten Jahren vermehrt um Berlin. Dabei setzen sich die Texte mit romantisierenden Imaginationen eines ‚jüdischen Berlins‘ auseinander – und entwickeln widerständige Gegenbilder.
Schwangerschaft, Mutterschaft, Erschöpfung
Debatten um Sorgearbeit, Schwangerschaft und Mutterschaft werden seit den späten 2010er Jahren in aktivistischen, feuilletonistischen und literarischen Texten verstärkt mit den Themen Belastung, Überforderung und Erschöpfung verknüpft, wie an den Schlagworten Mental Load oder Regretting Motherhood deutlich wird. Diese Debatten sind jedoch bei Weitem nicht neu – auch nicht in der Literatur –, wie ein Blick zurück auf die Zeit der ersten Frauenbewegung zeigt.
Erweitern und Verdichten. Über kleine Formen
Unter dem Titel „Geistesgegenwart und Nachdenklichkeit. Kleine Formen der Intervention“ trafen sich am 6. und 7. Juli 2023 an der TU Dresden Forschende mit dem Ziel, kleine Formen und künstlerische Intervention zusammenzudenken.
Infrastrukturen. Über eine Theoriemetapher in den Geisteswissenschaften
In den letzten Jahren hat sich das geisteswissenschaftliche Interesse am Begriff der Infrastruktur intensiviert. Was leistet er – und welches Versprechen treibt seine Theoretisierung an?
Was heißt ‚Weltliteratur‘?
Nach dem Ende des Kalten Krieges waren die methodischen Prämissen der Weltliteraturforschung kaum ein Gegenstand der Diskussion. Mit Siraj Ahmed und Galin Tihanov haben jetzt zwei Autoren diese Prämissen hinterfragt.
Im Gespräch mit ...
Für uns als Menschen sehr interessant
Unlesbare Schrift löst Wut und Wissensdrang aus. Barbara Bausch von der FU Berlin im Gespräch über Maschinen, die lesen, wonach Kunst und Wissenschaft gemeinsam streben und über den neuen Band Illegibilities Reflecting Reading.
Berlin Syndrome
Russian playwright Polina Borodina talks about protest, censorship, and navigating the cultural landscape in Berlin.
„Und dann sind die Leute einfach nicht gegangen“
Seit 2017 betreibt ein Kollektiv aus aktuell 13 Akademiker*innen und Kulturarbeiter*innen den Schöneberger Projektraum diffrakt | zentrum für theoretische peripherie.
Vom Verblassen der Bilder
Soeben erschien die vierte Ausgabe der Online-Zeitschrift Bildbruch , die von einem in Berlin und Basel ansässigen Redaktionsteam herausgegeben wird und neue Studien im Bereich der Metaphorologie versammelt. Wir haben mit Sina Dell’Anno (Basel) und Simon Godart (Berlin) über das Aufbauen eines eigenen Online-Journals und die Macht der Sprachbilder gesprochen.
Politik des Übelnehmens
Mit dem Erstarken des Rechtspopulismus ist das „Ressentiment“ zu einer beliebten gesellschaftspolitischen Diagnose avanciert. Der Philosoph Dirk Setton geht in seinem aktuellen Forschungsprojekt der Funktionsweise des schillernden Begriffs nach.
Weaponizing Verse on the Battlefield
Jihadist groups such as the so-called Islamic State are known for their cunning propaganda. Kurstin Gatt examined their discursive and communicative strategies, focusing on a lesser-known tool: poetry.


