In unserer Serie Drei Sätze schreiben Literaturwissenschaftler*innen über eine Textpassage, die ihnen nie aus dem Kopf ging.
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Zum Start des neuen Formats Mehr Drama! nehmen vier renommierte Theaterautor*innen in einer Podiumsdiskussion eine Bestandsaufnahme des zeitgenössischen dramatischen Schreibens vor. Gleich im Anschluss findet die erste
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Zum Start des neuen Formats Mehr Drama! nehmen vier renommierte Theaterautor*innen in einer Podiumsdiskussion eine Bestandsaufnahme des zeitgenössischen dramatischen Schreibens vor. Gleich im Anschluss findet die erste von drei Mehr Drama!-Veranstaltungen statt: Leonie Ziem und Jara Nassar stellen sich mit ihren Texten dem Theatertreffen-Publikum vor und sprechen im Anschluss mit den Autor*innen, die sie für das Format nominiert haben: Gerhild Steinbuch und Sivan Ben Yishai.
Moderation Shirin Sojitrawalla
Dramaturgische Betreuung Anna-Katharina Müller
Podiumsdiskussion
Vom Schreiben und Spielen
Ein Gespräch über den Status quo der Gegenwartsdramatik
Beim Eröffnungsgespräch des neuen Formats Mehr Drama! teilen vier der wichtigsten Autor*innen der deutschsprachigen Dramatik ihren persönlichen Eindruck vom Status quo des zeitgenössischen dramatischen Schreibens. Welche Stimmen fehlen den Spielplänen der Theater, was wird gespielt und wie sichtbar ist die Gegenwartsdramatik überhaupt noch? Klaffen die Bedürfnisse der Theater und die der Autor*innen mittlerweile zu weit auseinander? Und: Was will eigentlich das Publikum sehen?
Im Gespräch treffen ästhetische und kulturpolitische Fragestellungen aufeinander, die aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet werden. Die Autor*innen schöpfen aus ganz unterschiedlichen Erfahrungen, sind in ihrem eigenen Schreiben sehr divers – und doch einen sie ihre scharfsinnigen Gegenwartsbeobachtungen, die unbedingt gehört und gesehen werden müssen.
Das neue Theatertreffen-Format Mehr Drama! ermöglicht einen ganz persönlich kuratierten Blick auf die Gegenwartsdramatik. Sechs Autor*innen haben jeweils eine*n aufstrebende*n Dramatiker*in ausgewählt, dessen*deren Text im Theatertreffen in einer Lesung mit hochkarätigen Schauspieler*innen präsentiert wird. 2026 trafen die Auswahl: Sivan Ben Yishai, Necati Öziri, Sasha Marianna Salzmann, Ferdinand Schmalz, Gerhild Steinbuch und Paula Thielecke.
Podiumsdiskussion mit
Sivan Ben Yishai, Ferdinand Schmalz, Gerhild Steinbuch und Paula Thielecke
Lesungen und Gespräche
Wie lange leben, wie lange lieben?
Mehr Drama!: Leonie Ziem + Jara Nassar
Leonie Ziem: Das große Gleichgültige
Leonie Ziem erzählt von Mares und Libro, sie lieben sich, und sie stehen in der Schlange. Sie zieht sich durch die ganze Stadt, doch wofür Mares und Libro anstehen, das wissen sie eigentlich gar nicht so genau, und die Schlange, die wird immer länger. 300 Jahre Lebenszeit – darum geht es, das gäbe es zu holen, aber ist das erstrebenswert? Wird es diese Welt künftig überhaupt noch geben? Sprachlich virtuos, rhythmisiert und vielschichtig geht es in Das große Gleichgültige um Endlichkeit, Tod und Verlust – und darum, wie wir leben wollen.
Lesung mit
Hassan Dib, Kinan Hmeidan, Heinrich Horwitz und Lilith Stangenberg
Gespräch zwischen
Leonie Ziem und Gerhild Steinbuch
Jara Nassar: Hoch und immer höher
Hoch und immer höher stellt ebenfalls ein Paar, Anse und Soufiane, in den Vordergrund, deren Begegnung jedoch realistisch-situativer entworfen ist. In einem Haus in den Bergen, über der Stadt Beirut hängt die schwelende Bedrohung des Krieges wie eine dunkle Wolke über ihnen fest. Filmisch dicht und achronologisch klug erzählt, lässt Jara Nassar zwei Figuren aufeinandertreffen, die zusammen sein wollen und herausfinden, dass sie es doch nicht können – wie sollen sie lieben, eine Zukunft finden, wenn diese völlig ungewiss und voller Gewalt auf sie wartet?
Lesung mit
Hassan Dib, Kinan Hmeidan und Jara Nassar
Gespräch zwischen
Sivan Ben Yishai und Jara Nassar
Event Type
Zeit
Haus der Berliner Festspiele
Schaperstraße 24, 10719 BerlinHaus der Berliner Festspiele
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Vor 60 Jahren erschien Theodor W. Adornos Negative Dialektik. Wie Adorno in einer Notiz am Ende des Buches anmerkt, bilden drei Vorträge, die er 1961 am Collège
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Vor 60 Jahren erschien Theodor W. Adornos Negative Dialektik. Wie Adorno in einer Notiz am Ende des Buches anmerkt, bilden drei Vorträge, die er 1961 am Collège de France auf Französisch gehalten hat, den „Kern“ seiner Vorarbeiten. Im damaligen Publikum saßen unter anderem Maurice Merleau-Ponty und Jean Wahl, deren heideggerianische Neigungen die Vorträge explizit anvisieren. Im Zentrum der Veranstaltung stehen diese drei Vorträge und ihr Kontext, insbesondere der dritte Vortrag mit dem Titel „Vers une dialectique négative“. In Kooperation mit dem Centre Marc Bloch werden anhand bislang unveröffentlichter Passagen der Ursprung und die Rezeption dieser Interventionen auf Deutsch, Englisch und Französisch besprochen. Auf diese Weise wird die Entstehung und die Positionierung der Negativen Dialektik in der zeitgenössischen Diskussion beleuchtet.
Event Type
Zeit
Centre Marc Bloch
Friedrichstrasse 191Centre Marc Bloch
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Buchpräsentation mit Edit Kaldor und Cecilia VallejosModeration: Arved SchultzeMit Teilnehmenden des Internationalen Forums des 63. Theatertreffens Anmeldung bis 12.5.
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Buchpräsentation mit Edit Kaldor und Cecilia Vallejos
Moderation: Arved Schultze
Mit Teilnehmenden des Internationalen Forums des 63. Theatertreffens
Anmeldung bis 12.5. unter tickets@hebbel-am-ufer.de
Wie können unterschiedliche Erfahrungen von Kontrollverlust, Leid und Ungerechtigkeit miteinander verknüpft werden, um gemeinsam die Strukturen zu hinterfragen, die unser Leben prägen? Das Buch “A Theatre of Powerlessness” enthält kritische Essays und Gespräche zwischen internationalen Künstler*innen und Aktivist*innen, die sich mit Praktiken der Wissensgenerierung aus der Perspektive von Ohnmacht und marginalisierten Erfahrungen auseinandersetzen. Ausgangspunkt des Buches ist das Theaterprojekt “Inventar der Ohnmacht” (“Inventory of Powerlessness”, 2013–2016), das Edit Kaldor 2015 im Rahmen von “The Power of Powerlessness” auch am HAU umgesetzt hat.
Edit Kaldor ist eine in Amsterdam lebende Theatermacherin und Autorin, die international als einzigartige Stimme in der zeitgenössischen Theaterlandschaft anerkannt ist.
“A Theatre of Powerlessness” wird herausgegeben von Edit Kaldor und dem emeritierten Theater- und Performance-Professor Joe Kelleher. Es enthält Beiträge von folgenden Personen: Carolina Bianchi, Blackyva, Tania Bruguera, Annie Dorsen, Kai van Eikels, Karmenlara Ely, Qondiswa James, Jay Jordan, Karin Harrasser, Hannah Hurtzig, Edit Kaldor, Joe Kelleher, Sharanya M, Florian Malzacher, Carolina Mendonça, Kamogelo Molobye, Nondumiso Msimanga, Dan Perjovschi, Bart Philipsen, Adania Shibli, Frank Theys, Cecilia Vallejos, Kasia Wojcik.
Event Type
Zeit
HAU – Hebbel am Ufer
Stresemannstr. 29, 10963 BerlinHAU – Hebbel am Ufer
Neulich in Berlin
So reden echte Leute
Im Februar 2026 veröffentlichte der Dramatiker und Hausregisseur des Maxim-Gorki-Theaters Hakan Savaş Mican seine acht Theaterstücke aus den letzten 16 Jahren in zwei Bänden beim Theaterverlag rua. Zweifellos hat Mican das postmigrantische Berliner Theater entscheidend geprägt. Aber wie lassen sich die multimedialen und kollaborativ entstandenen Stücke auf die Buchseite übersetzen? Das Gorki hat seine Stadt-Trilogie noch einmal gespielt und die neuen Bücher vorgestellt.
Eine Kunst des Vergessens?
Inwiefern wohnt der Literatur das Potenzial inne, dem Vergessen eine oder mehrere Formen zu verleihen und es dadurch spürbar, greifbar zu machen? Wann, warum und auf welche Weise vergessen Texte oder Figuren bestimmte Dinge? Die Jahrestagung der Friedrich Schlegel Graduiertenschule stand 2025 unter dem Thema „Forget it? Formen des Vergessens in der Literatur“.
Löcher in der sprachlichen Existenz
80 Jahre nach der Gründung des DDR-Schriftstellerverbands und 35 Jahre nach seiner Auflösung wurden im Berliner Haus der Poesie die Möglichkeiten von Literatur damals und heute besprochen. Das hätte das Potenzial gehabt, Literatur als Epochenspiegel zu denken – führte aber hauptsächlich zu unverhofft aufschlussreichen Diskursschleifen.
Traum und Kritik
Der Surrealismus ist genau diejenige Praxis, die zur kritischen Theorie passt, schreibt Elisabeth Lenk. Ein Workshop am Centre Marc Bloch widmete sich nun ihrem in Vergessenheit geratenen Werk, das eine Brücke zwischen den beiden vermeintlich so disparaten Strömungen bildet.
(Un)ordentliche Texte
Ist es tatsächlich Aufgabe der heutigen Kunst, Chaos in die Ordnung zu bringen, wie Theodor Adorno schreibt? Die Frage zur Beziehung von Literatur und Un-Ordnung in der Moderne wurde im Oktober im Rahmen der Nachwuchstagung Schreiben als Un-Ordnen in der Literatur ab dem 20. Jahrhundert an der HU Berlin verhandelt.
Imaginarien der Wirklichkeit
Wie können Utopien heute noch gedacht werden? Dieser Frage widmete sich im November die Jahrestagung der Friedrich Schlegel Graduiertenschule für literaturwissenschaftliche Studien.
Alle Veranstaltungen für Literaturwissenschaftlerinnen in Berlin
Positionen
Nach dem Krieg
Das Kannibalische ist eine kolonial geprägte Figur des Anderen – aber geht es darum noch, wenn um 1920 in der deutschsprachigen Literatur gefressen, verschlungen, verdaut, angeeignet und zersetzt wird?
Berlin als Jewish Space?
In der jüdischen Gegenwartsliteratur geht es in den letzten Jahren vermehrt um Berlin. Dabei setzen sich die Texte mit romantisierenden Imaginationen eines ‚jüdischen Berlins‘ auseinander – und entwickeln widerständige Gegenbilder.
Schwangerschaft, Mutterschaft, Erschöpfung
Debatten um Sorgearbeit, Schwangerschaft und Mutterschaft werden seit den späten 2010er Jahren in aktivistischen, feuilletonistischen und literarischen Texten verstärkt mit den Themen Belastung, Überforderung und Erschöpfung verknüpft, wie an den Schlagworten Mental Load oder Regretting Motherhood deutlich wird. Diese Debatten sind jedoch bei Weitem nicht neu – auch nicht in der Literatur –, wie ein Blick zurück auf die Zeit der ersten Frauenbewegung zeigt.
Erweitern und Verdichten. Über kleine Formen
Unter dem Titel „Geistesgegenwart und Nachdenklichkeit. Kleine Formen der Intervention“ trafen sich am 6. und 7. Juli 2023 an der TU Dresden Forschende mit dem Ziel, kleine Formen und künstlerische Intervention zusammenzudenken.
Infrastrukturen. Über eine Theoriemetapher in den Geisteswissenschaften
In den letzten Jahren hat sich das geisteswissenschaftliche Interesse am Begriff der Infrastruktur intensiviert. Was leistet er – und welches Versprechen treibt seine Theoretisierung an?
Was heißt ‚Weltliteratur‘?
Nach dem Ende des Kalten Krieges waren die methodischen Prämissen der Weltliteraturforschung kaum ein Gegenstand der Diskussion. Mit Siraj Ahmed und Galin Tihanov haben jetzt zwei Autoren diese Prämissen hinterfragt.
Im Gespräch mit ...
Für uns als Menschen sehr interessant
Unlesbare Schrift löst Wut und Wissensdrang aus. Barbara Bausch von der FU Berlin im Gespräch über Maschinen, die lesen, wonach Kunst und Wissenschaft gemeinsam streben und über den neuen Band Illegibilities Reflecting Reading.
Berlin Syndrome
Russian playwright Polina Borodina talks about protest, censorship, and navigating the cultural landscape in Berlin.
„Und dann sind die Leute einfach nicht gegangen“
Seit 2017 betreibt ein Kollektiv aus aktuell 13 Akademiker*innen und Kulturarbeiter*innen den Schöneberger Projektraum diffrakt | zentrum für theoretische peripherie.
Vom Verblassen der Bilder
Soeben erschien die vierte Ausgabe der Online-Zeitschrift Bildbruch , die von einem in Berlin und Basel ansässigen Redaktionsteam herausgegeben wird und neue Studien im Bereich der Metaphorologie versammelt. Wir haben mit Sina Dell’Anno (Basel) und Simon Godart (Berlin) über das Aufbauen eines eigenen Online-Journals und die Macht der Sprachbilder gesprochen.
Politik des Übelnehmens
Mit dem Erstarken des Rechtspopulismus ist das „Ressentiment“ zu einer beliebten gesellschaftspolitischen Diagnose avanciert. Der Philosoph Dirk Setton geht in seinem aktuellen Forschungsprojekt der Funktionsweise des schillernden Begriffs nach.
Weaponizing Verse on the Battlefield
Jihadist groups such as the so-called Islamic State are known for their cunning propaganda. Kurstin Gatt examined their discursive and communicative strategies, focusing on a lesser-known tool: poetry.


