In unserer Serie Drei Sätze schreiben Literaturwissenschaftler*innen über eine Textpassage, die ihnen nie aus dem Kopf ging.
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Wenn Regierungen Bücher verbieten, ist Bücher Schreiben dann schon Widerstand? Der Lesekreis jeden Donnerstagabend Teil der neuen Mixed Martial Arts gegen die Slopaganda? Wie hängen
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Wenn Regierungen Bücher verbieten, ist Bücher Schreiben dann schon Widerstand? Der Lesekreis jeden Donnerstagabend Teil der neuen Mixed Martial Arts gegen die Slopaganda? Wie hängen der Cage Fight vor dem Weißen Haus zusammen mit den kleinen und großen Käfigen der um sich greifenden Einhegung und Enteignung? Wem gehört dieser Wasserlauf und wem dieser Server? Wem meine Wörter und wem meine Faust? Ist der in letztere verkeilte, grelle Textmarker wirklich schon Teil jener Handarbeit, die Antifa ist? Oder hilft gegen ein Paar Fäuste nur ein zweites?
Die Faschismen haben sich längst zu einem einzigen, erdöldunklen Schlick wermengt, der nicht abgehen will, egal wie doll man schrubbt. Gibt es das überhaupt, saubere Waffen im schmutzigen Meme-War? Historisch war Theoriearbeit für antifaschistische Bewegungen zentral: Genaues Wissen, so die Hoffnung, erlaubt präzise Gegenwehr. Trotzdem war das Verhältnis von Theorie zu Praxis nie konfliktfrei. Was gilt es zu verstehen angesichts roher Gewalt und Niedertracht? Was haben antifaschistische Texte mit der Welt zu tun, von der sie handeln? Wie wollen sie wirken und wie wirken sie wirklich? Aus dem rasant wachsenden faschismustheoretischen Bücherstapel der Gegenwart ist jedenfalls bis jetzt noch keine antifaschistische Brandmauer geworden. Was können wir den algorithmschen Reaktionsregimen entgegensetzen?
Enis Maci (Eiscafe Europa, Pando) und Morten Paul (Was war Faschismustheorie?) fragen im Gespräch mit Patrick Eiden-Offe (Poesie der Klasse, Was ist Faschisierung?) danach, welche Verknüpfungen zwischen Handeln und Erkennen, zwischen Lesen und Protestieren, Schreiben und Sabotieren, Dekonstruieren und Organisieren, welche Verbindungen aus Einbildungskraft und Beobachtungsgabe, Spontanität und Disziplin in der Vergangenheit produktiv waren; welche in Sackgassen führten; aber auch, welche (bis jetzt) noch gar nicht ausprobiert worden sind: Denn möglicherweise wissen wir noch nicht einmal, was Theorie so alles vermag.
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diffrakt | zentrum für theoretische peripherie
Crellestr. 22, 10827 Berlindiffrakt | zentrum für theoretische peripherie
Fr31Jul19:3021:00Non-Digital Encryption | Strategies of ConcealmentWorkshop with Michael Marder
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After the national liberation struggles of the nineteenth and twentieth centuries (many still unfinished), the telluric character of partisans is as requisite as ever in
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After the national liberation struggles of the nineteenth and twentieth centuries (many still unfinished), the telluric character of partisans is as requisite as ever in the twenty-first century. Perhaps the new partisans will be cryptobionts, whether digital or analog. They will take the side of dormant seeds and that of life itself, veiled in its emergences. Surveillance technologies, including online tracking and monitoring, advanced biometric data collection, CCTV and facial recognition cameras, satellites and drones diminish the prospects of hiddenness for everyone within their reach, even as whoever or whatever does the tracking, spying, or monitoring remains hidden. The complex of micro-power and psycho-power, which Michel Foucault described in his oeuvre, serves a political regime that uncovers everything but stays undercover or, in the shapeless shape of Big Data, is altogether indifferent to the uncovered. The digital panopticon, the confession (often, removed from its religious context, digitally mediated, and so addictive as to encompass every bit of the confessor’s life), and the apparatus of modern science are instrumental for the consolidation of power, notably the power to draw out of hiding, to induce apocalypses, large and small.
In this workshop with Michael Marder, we will discuss the strategies of concealment – of becoming political cryptobionts – that may be one of the keys to resistance in the new global regime now taking shape.
Participation in the workshop is limited. To register, please send a short message to mail@diffrakt.space.
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Crellestr. 22, 10827 Berlindiffrakt | zentrum für theoretische peripherie
Neulich in Berlin
So reden echte Leute
Im Februar 2026 veröffentlichte der Dramatiker und Hausregisseur des Maxim-Gorki-Theaters Hakan Savaş Mican seine acht Theaterstücke aus den letzten 16 Jahren in zwei Bänden beim Theaterverlag rua. Zweifellos hat Mican das postmigrantische Berliner Theater entscheidend geprägt. Aber wie lassen sich die multimedialen und kollaborativ entstandenen Stücke auf die Buchseite übersetzen? Das Gorki hat seine Stadt-Trilogie noch einmal gespielt und die neuen Bücher vorgestellt.
Eine Kunst des Vergessens?
Inwiefern wohnt der Literatur das Potenzial inne, dem Vergessen eine oder mehrere Formen zu verleihen und es dadurch spürbar, greifbar zu machen? Wann, warum und auf welche Weise vergessen Texte oder Figuren bestimmte Dinge? Die Jahrestagung der Friedrich Schlegel Graduiertenschule stand 2025 unter dem Thema „Forget it? Formen des Vergessens in der Literatur“.
Löcher in der sprachlichen Existenz
80 Jahre nach der Gründung des DDR-Schriftstellerverbands und 35 Jahre nach seiner Auflösung wurden im Berliner Haus der Poesie die Möglichkeiten von Literatur damals und heute besprochen. Das hätte das Potenzial gehabt, Literatur als Epochenspiegel zu denken – führte aber hauptsächlich zu unverhofft aufschlussreichen Diskursschleifen.
Traum und Kritik
Der Surrealismus ist genau diejenige Praxis, die zur kritischen Theorie passt, schreibt Elisabeth Lenk. Ein Workshop am Centre Marc Bloch widmete sich nun ihrem in Vergessenheit geratenen Werk, das eine Brücke zwischen den beiden vermeintlich so disparaten Strömungen bildet.
(Un)ordentliche Texte
Ist es tatsächlich Aufgabe der heutigen Kunst, Chaos in die Ordnung zu bringen, wie Theodor Adorno schreibt? Die Frage zur Beziehung von Literatur und Un-Ordnung in der Moderne wurde im Oktober im Rahmen der Nachwuchstagung Schreiben als Un-Ordnen in der Literatur ab dem 20. Jahrhundert an der HU Berlin verhandelt.
Imaginarien der Wirklichkeit
Wie können Utopien heute noch gedacht werden? Dieser Frage widmete sich im November die Jahrestagung der Friedrich Schlegel Graduiertenschule für literaturwissenschaftliche Studien.
Alle Veranstaltungen für Literaturwissenschaftlerinnen in Berlin
Positionen
Nach dem Krieg
Das Kannibalische ist eine kolonial geprägte Figur des Anderen – aber geht es darum noch, wenn um 1920 in der deutschsprachigen Literatur gefressen, verschlungen, verdaut, angeeignet und zersetzt wird?
Berlin als Jewish Space?
In der jüdischen Gegenwartsliteratur geht es in den letzten Jahren vermehrt um Berlin. Dabei setzen sich die Texte mit romantisierenden Imaginationen eines ‚jüdischen Berlins‘ auseinander – und entwickeln widerständige Gegenbilder.
Schwangerschaft, Mutterschaft, Erschöpfung
Debatten um Sorgearbeit, Schwangerschaft und Mutterschaft werden seit den späten 2010er Jahren in aktivistischen, feuilletonistischen und literarischen Texten verstärkt mit den Themen Belastung, Überforderung und Erschöpfung verknüpft, wie an den Schlagworten Mental Load oder Regretting Motherhood deutlich wird. Diese Debatten sind jedoch bei Weitem nicht neu – auch nicht in der Literatur –, wie ein Blick zurück auf die Zeit der ersten Frauenbewegung zeigt.
Erweitern und Verdichten. Über kleine Formen
Unter dem Titel „Geistesgegenwart und Nachdenklichkeit. Kleine Formen der Intervention“ trafen sich am 6. und 7. Juli 2023 an der TU Dresden Forschende mit dem Ziel, kleine Formen und künstlerische Intervention zusammenzudenken.
Infrastrukturen. Über eine Theoriemetapher in den Geisteswissenschaften
In den letzten Jahren hat sich das geisteswissenschaftliche Interesse am Begriff der Infrastruktur intensiviert. Was leistet er – und welches Versprechen treibt seine Theoretisierung an?
Was heißt ‚Weltliteratur‘?
Nach dem Ende des Kalten Krieges waren die methodischen Prämissen der Weltliteraturforschung kaum ein Gegenstand der Diskussion. Mit Siraj Ahmed und Galin Tihanov haben jetzt zwei Autoren diese Prämissen hinterfragt.
Im Gespräch mit ...
Für uns als Menschen sehr interessant
Unlesbare Schrift löst Wut und Wissensdrang aus. Barbara Bausch von der FU Berlin im Gespräch über Maschinen, die lesen, wonach Kunst und Wissenschaft gemeinsam streben und über den neuen Band Illegibilities Reflecting Reading.
Berlin Syndrome
Russian playwright Polina Borodina talks about protest, censorship, and navigating the cultural landscape in Berlin.
„Und dann sind die Leute einfach nicht gegangen“
Seit 2017 betreibt ein Kollektiv aus aktuell 13 Akademiker*innen und Kulturarbeiter*innen den Schöneberger Projektraum diffrakt | zentrum für theoretische peripherie.
Vom Verblassen der Bilder
Soeben erschien die vierte Ausgabe der Online-Zeitschrift Bildbruch , die von einem in Berlin und Basel ansässigen Redaktionsteam herausgegeben wird und neue Studien im Bereich der Metaphorologie versammelt. Wir haben mit Sina Dell’Anno (Basel) und Simon Godart (Berlin) über das Aufbauen eines eigenen Online-Journals und die Macht der Sprachbilder gesprochen.
Politik des Übelnehmens
Mit dem Erstarken des Rechtspopulismus ist das „Ressentiment“ zu einer beliebten gesellschaftspolitischen Diagnose avanciert. Der Philosoph Dirk Setton geht in seinem aktuellen Forschungsprojekt der Funktionsweise des schillernden Begriffs nach.
Weaponizing Verse on the Battlefield
Jihadist groups such as the so-called Islamic State are known for their cunning propaganda. Kurstin Gatt examined their discursive and communicative strategies, focusing on a lesser-known tool: poetry.


