In unserer Serie Drei Sätze schreiben Literaturwissenschaftler*innen über eine Textpassage, die ihnen nie aus dem Kopf ging.
Di06Okt14:0015:30Jon WilsonThe Nationalization of KnowledgeVeranstaltungsartBuchvorstellung, Vortrag
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In his recently published book Out of Chaos. A Global History of the Nation State (OUP, 2026), Jon Wilson shows how the nation state emerged,
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In his recently published book Out of Chaos. A Global History of the Nation State (OUP, 2026), Jon Wilson shows how the nation state emerged, quickly and unexpectedly, from a world previously governed in empires and federations, after World War II. In this talk, Jon Wilson will discuss the implications of the argument for how we think about the history of knowledge and science. Before 1945, knowledge about human societies rarely took the nation as its natural unit. But the sudden triumph of the nation state made national cultures, national economies and national statistics seem the obvious objects of study, and reorganised universities, funding bodies and institutions like UNESCO around them. But the rapid triumph of the nation state meant its epistemological victory was only ever partial, with other units and approaches surviving, sometimes flourishing, to form multiple counter-narratives to national science.
Jon Wilson is a historian of South Asia and beyond. Since 2025 he has been Tan Tah Kee Professor and Dean of the College of Humanities, Arts and Social Sciences at Nanyang Technological University Singapore. Before moving to Singapore, he taught at King’s College London for 25 years. His work includes The Domination of Strangers. Modern Governance in Eastern India and India Conquered. Britain’s Raj and the Chaos of Empire.
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Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte
Boltzmannstraße 22, 14195 BerlinMax-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte
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Zum Auftakt der öffentlichen Veranstaltungsreihe diskutiert Monika Grütters mit Petra Pau und Edgar Selge. Angesichts zunehmender gesellschaftlicher und politischer Polarisierung fokussiert das
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Zum Auftakt der öffentlichen Veranstaltungsreihe diskutiert Monika Grütters mit Petra Pau und Edgar Selge.
Angesichts zunehmender gesellschaftlicher und politischer Polarisierung fokussiert das Büro der öffentlichen Sache die Frage, welche kulturellen und institutionellen Bedingungen eine demokratische Gesellschaft braucht, damit Öffentlichkeit, Urteilskraft und demokratischer Streit bestehen können.
Zu der öffentlichen Veranstaltungsreihe werden Personen aus unterschiedlichen Bereichen – Politik, Kunst/Kultur, Wirtschaft, Medien, Kirche, Sport, Militär etc. – eingeladen, mit ein bis zwei Personen ihrer Wahl zu einem Thema zu diskutieren, zu dem sie explizit unterschiedlicher Ansicht sind.
Beim Auftaktgespräch am 6. Oktober diskutiert Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien a. D., mit Petra Pau, Bundestagsvizepräsidentin a. D., und Akademie-Mitglied Edgar Selge, Schauspieler und Autor, zum Thema Teilhabe an demokratischen Prozessen.
Begrüßung:
Manos Tsangaris, Präsident der Akademie der Künste und Komponist
Es diskutieren:
Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien a. D.
Petra Pau, Bundestagsvizepräsidentin a. D.
Edgar Selge, Schauspieler, Autor und Mitglied der Sektion Darstellende Kunst der Akademie der Künste
Moderation:
Anh-Linh Ngo, Vizepräsident der Akademie der Künste und Architekturpublizist
Event Type
Zeit
Akademie der Künste – Pariser Platz
Pariser Platz 4, BerlinAkademie der Künste – Pariser Platz
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Die I.G. Farben – „Interessengemeinschaft Farbenindustrie“– war ein zwischen 1925 und 1945 agierender, die BASF, Bayer, Hoechst und weitere Betriebe umfassender deutscher Unternehmensverbund, damals der
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Die I.G. Farben – „Interessengemeinschaft Farbenindustrie“– war ein zwischen 1925 und 1945 agierender, die BASF, Bayer, Hoechst und weitere Betriebe umfassender deutscher Unternehmensverbund, damals der größte und mächtigste Chemiekonzern der Welt. Auf dem Gelände des Konzentrationslagers Auschwitz errichtete die I.G. Farben 1942-1945 – unter der Bezeichnung „I.G. Auschwitz“ – ein Chemiewerk, das die größte chemische Fabrik Osteuropas und zugleich ein Brückenkopf für die Germanisierung bis zum Ural werden sollte. I.G. Auschwitz steht für die historisch einzigartige Verbindung von kapitalistischem Unternehmensgeist und nationalsozialistischem Judenhass. Die gnadenlose Ausbeutungspraxis der I.G. Farben kulminierte in der Vernichtung durch Arbeit. In einer erfolgsorientierten, nationalistisch, sozialdarwinistisch und antisemitisch aufgeheizten Atmosphäre waren in erster Linie jüdische Menschen einer bürokratisch akkurat organisierten und betriebswirtschaftlich durchkalkulierten Vernutzung bis zum Tode ausgeliefert. I.G. Auschwitz war die Ausgeburt einer mörderischen Arbeitsideologie. I.G. Auschwitz steht für das, was „Arbeit“ unter dem Vorzeichen einer maximalen Auspressung und der Idealisierung eines elitären Leistungstyps zu werden droht: ein Hort von Unfreiheit, Leid und frühem Tod.
Der Vortrag stellt jüdische Biografien vor, die als Gegengeschichte zur Lohnarbeit im Kapitalismus verstanden werden können, als Ideengeschichte für die Befreiung des Menschen von Ausbeutung, Unterdrückung und Knechtschaft. Er widmet sich emanzipatorisch orientierten Philosophen und Philosophinnen, Schriftsteller/innen sowie sozialmedizinisch, sozialwissenschaftlich und sozialpolitisch aktiven Frauen und Männern, die von den Nazis ermordet, vertrieben oder vergessen gemacht wurden: Theodor Lessing, Emmanuel Levinas, Simone Weil, Edith Stein, Primo Levi, Ludwig Teleky, Käthe Leichter und Julius Berger. Dass die genannten Jüdinnen und Juden sind, dass sie für ihre Überzeugungen mit Verfolgung, Exil oder Tod bezahlten, ist kein Zufall. Sozialethisch orientierter Humanismus war den Deutschnationalen immer schon verhasst. Der Vortrag erinnert sich und gedenkt der genannten Jüd*innen und der vielen Ungenannten, die den Nazis Widerstand leisteten. Wir wollen gemeinsam diskutieren, wie wir auch heute den „Messern des Hasses“ (Nelly Sachs) entgegentreten können, wie es gelingen kann, sich von den Fesseln arbeitsideologischen, sozialdarwinistischen und deutschnationalen Denkens zu befreien und für Mitmenschlichkeit und Verantwortung, für den „Humanismus des anderen Menschen“ (Levinas), einzustehen.
Referent: Wolfgang Hien
Moderation: Birgit Ziener
Eine gemeinsame Veranstaltung mit der Rosa Luxemburg Stiftung.
Kosten: 2 €
Event Type
Zeit
Helle Panke e.V.
Kopenhagener Str. 9, 10437 BerlinHelle Panke e.V.
Neulich in Berlin
Hindernis, Befreiung, Streitpunkt: Literarische Unverständlichkeit
Zum Workshop „Huh? Literary Incomprehensibility” an der FU Berlin.
So reden echte Leute
Im Februar 2026 veröffentlichte der Dramatiker und Hausregisseur des Maxim-Gorki-Theaters Hakan Savaş Mican seine acht Theaterstücke aus den letzten 16 Jahren in zwei Bänden beim Theaterverlag rua. Zweifellos hat Mican das postmigrantische Berliner Theater entscheidend geprägt. Aber wie lassen sich die multimedialen und kollaborativ entstandenen Stücke auf die Buchseite übersetzen? Das Gorki hat seine Stadt-Trilogie noch einmal gespielt und die neuen Bücher vorgestellt.
Eine Kunst des Vergessens?
Inwiefern wohnt der Literatur das Potenzial inne, dem Vergessen eine oder mehrere Formen zu verleihen und es dadurch spürbar, greifbar zu machen? Wann, warum und auf welche Weise vergessen Texte oder Figuren bestimmte Dinge? Die Jahrestagung der Friedrich Schlegel Graduiertenschule stand 2025 unter dem Thema „Forget it? Formen des Vergessens in der Literatur“.
Löcher in der sprachlichen Existenz
80 Jahre nach der Gründung des DDR-Schriftstellerverbands und 35 Jahre nach seiner Auflösung wurden im Berliner Haus der Poesie die Möglichkeiten von Literatur damals und heute besprochen. Das hätte das Potenzial gehabt, Literatur als Epochenspiegel zu denken – führte aber hauptsächlich zu unverhofft aufschlussreichen Diskursschleifen.
Traum und Kritik
Der Surrealismus ist genau diejenige Praxis, die zur kritischen Theorie passt, schreibt Elisabeth Lenk. Ein Workshop am Centre Marc Bloch widmete sich nun ihrem in Vergessenheit geratenen Werk, das eine Brücke zwischen den beiden vermeintlich so disparaten Strömungen bildet.
(Un)ordentliche Texte
Ist es tatsächlich Aufgabe der heutigen Kunst, Chaos in die Ordnung zu bringen, wie Theodor Adorno schreibt? Die Frage zur Beziehung von Literatur und Un-Ordnung in der Moderne wurde im Oktober im Rahmen der Nachwuchstagung Schreiben als Un-Ordnen in der Literatur ab dem 20. Jahrhundert an der HU Berlin verhandelt.
Alle Veranstaltungen für Literaturwissenschaftlerinnen in Berlin
Positionen
Nach dem Krieg
Das Kannibalische ist eine kolonial geprägte Figur des Anderen – aber geht es darum noch, wenn um 1920 in der deutschsprachigen Literatur gefressen, verschlungen, verdaut, angeeignet und zersetzt wird?
Berlin als Jewish Space?
In der jüdischen Gegenwartsliteratur geht es in den letzten Jahren vermehrt um Berlin. Dabei setzen sich die Texte mit romantisierenden Imaginationen eines ‚jüdischen Berlins‘ auseinander – und entwickeln widerständige Gegenbilder.
Schwangerschaft, Mutterschaft, Erschöpfung
Debatten um Sorgearbeit, Schwangerschaft und Mutterschaft werden seit den späten 2010er Jahren in aktivistischen, feuilletonistischen und literarischen Texten verstärkt mit den Themen Belastung, Überforderung und Erschöpfung verknüpft, wie an den Schlagworten Mental Load oder Regretting Motherhood deutlich wird. Diese Debatten sind jedoch bei Weitem nicht neu – auch nicht in der Literatur –, wie ein Blick zurück auf die Zeit der ersten Frauenbewegung zeigt.
Erweitern und Verdichten. Über kleine Formen
Unter dem Titel „Geistesgegenwart und Nachdenklichkeit. Kleine Formen der Intervention“ trafen sich am 6. und 7. Juli 2023 an der TU Dresden Forschende mit dem Ziel, kleine Formen und künstlerische Intervention zusammenzudenken.
Infrastrukturen. Über eine Theoriemetapher in den Geisteswissenschaften
In den letzten Jahren hat sich das geisteswissenschaftliche Interesse am Begriff der Infrastruktur intensiviert. Was leistet er – und welches Versprechen treibt seine Theoretisierung an?
Was heißt ‚Weltliteratur‘?
Nach dem Ende des Kalten Krieges waren die methodischen Prämissen der Weltliteraturforschung kaum ein Gegenstand der Diskussion. Mit Siraj Ahmed und Galin Tihanov haben jetzt zwei Autoren diese Prämissen hinterfragt.
Im Gespräch mit ...
Für uns als Menschen sehr interessant
Unlesbare Schrift löst Wut und Wissensdrang aus. Barbara Bausch von der FU Berlin im Gespräch über Maschinen, die lesen, wonach Kunst und Wissenschaft gemeinsam streben und über den neuen Band Illegibilities Reflecting Reading.
Berlin Syndrome
Russian playwright Polina Borodina talks about protest, censorship, and navigating the cultural landscape in Berlin.
„Und dann sind die Leute einfach nicht gegangen“
Seit 2017 betreibt ein Kollektiv aus aktuell 13 Akademiker*innen und Kulturarbeiter*innen den Schöneberger Projektraum diffrakt | zentrum für theoretische peripherie.
Vom Verblassen der Bilder
Soeben erschien die vierte Ausgabe der Online-Zeitschrift Bildbruch , die von einem in Berlin und Basel ansässigen Redaktionsteam herausgegeben wird und neue Studien im Bereich der Metaphorologie versammelt. Wir haben mit Sina Dell’Anno (Basel) und Simon Godart (Berlin) über das Aufbauen eines eigenen Online-Journals und die Macht der Sprachbilder gesprochen.
Politik des Übelnehmens
Mit dem Erstarken des Rechtspopulismus ist das „Ressentiment“ zu einer beliebten gesellschaftspolitischen Diagnose avanciert. Der Philosoph Dirk Setton geht in seinem aktuellen Forschungsprojekt der Funktionsweise des schillernden Begriffs nach.
Weaponizing Verse on the Battlefield
Jihadist groups such as the so-called Islamic State are known for their cunning propaganda. Kurstin Gatt examined their discursive and communicative strategies, focusing on a lesser-known tool: poetry.


