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Historiker und Historikerinnen stehen immer in ihrer Gegenwart. Der „Sehepunkt“ historischer Forschung ist daher unaufhebbar mit den Strömungen seiner jeweiligen Zeit verflochten. Der Vortrag erkundet
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Historiker und Historikerinnen stehen immer in ihrer Gegenwart. Der „Sehepunkt“ historischer Forschung ist daher unaufhebbar mit den Strömungen seiner jeweiligen Zeit verflochten. Der Vortrag erkundet biographische Motive und epistemische Folgen anhand systematisch ausgewählter, vergleichender Beispiele.
Damit adressiert er zentrale erkenntnistheoretische Probleme und nicht zuletzt die Frage, wieweit ein „objektiver“ Blick auf die Geschichte möglich ist. Zwischen der unausweichlichen Subjektivität der eigenen Zeitgebundenheit und der Notwendigkeit, die wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Vergangenheit nachvollziehbar und intersubjektiv kommunizierbar zu machen, besteht eine dauerhafte methodische Spannung. Sie ist für sich genommen ein bedeutsames historiographiegeschichtliches Thema, das sich mit dem Blick auf konkrete Biographien und Konstellationen schärfen lässt. Indem der Vortrag einen weiten historischen Bogen schlägt, wirft er zugleich die Frage auf, wieweit sich aus der Geschichte der Geschichtswissenschaft auch methodisch „lernen“ lässt. Ändern sich nur die Forschungsgegenstände und -fragen, während die Grundproblematik im Wesentlichen die gleiche bleibt? Oder ist es der Geschichtswissenschaft möglich, konkrete methodische Fortschritte zu machen?
Mit Andreas Wirsching (Historiker, ehem. Direktor des Instituts für Zeitgeschichte München)
Eine Kooperation der Humboldt-Universität zu Berlin mit der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.
