Mo08Jun19:0021:00Hijacked – Whatever Happened to Holocaust Memory?Podiumsdiskussion mit Gilbert Achcar, Emily Dische-Becker, Susan Neiman und Stefanie Schüler-SpringorumVeranstaltungsartGespräch

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Das Gedenken an den Holocaust gilt seit vielen Jahren als wichtiges Mittel, um einem Wiedererstarken von exkludierendem Nationalismus und der Verfolgung von Minderheiten vorzubeugen. Die Erinnerung an den Massenmord an den europäischen Jüdinnen und Juden wurde so zur Grundlage einer Politik universeller Menschenrechte. Jüngst ist jedoch eine neue Entwicklung zu beobachten: Gedenkphrasen werden von genau jenen Akteur:innen genutzt, die antidemokratische, xenophobe und oft antisemitische Politiken verfolgen – und die zunehmend nach rechts rückende israelische Regierung unterstützen.

Im Jahr 2022 stellte die Konferenz „Hijacking Memory“, gefördert und konzipiert vom Einstein Forum, dem Zentrum für Antisemitismusforschung sowie dem Haus der Kulturen der Welt, die erste internationale Auseinandersetzung mit diesen Fragestellungen dar. Referent:innen aus 17 Ländern führten dabei kontroverse Diskussionen über die politischen und gesellschaftlichen Implikationen des Themas. Bedauerlicherweise haben die dort formulierten Kritiken seither noch an Aktualität und Dringlichkeit gewonnen, insbesondere angesichts prominenter politischer Akteure wie Donald Trump, die die Erinnerung an den Holocaust instrumentalisieren, um Personen und Bewegungen anzugreifen, die sich für die Rechte der Palästinenserinnen und Palästinenser einsetzen.

Anlässlich der Veröffentlichung des Tagungsbandes werden die Organisatorinnen der Konferenz, Emily Dische-Becker, Susan Neiman und Stefanie Schüler-Springorum, den fortdauernden Missbrauch der Holocaust-Erinnerung im gegenwärtigen politischen Diskurs analysieren und mit einem der Beiträger:innen, dem namhaften Politikwissenschaftler Gilbert Achcar, diskutieren.

Der Eintritt in den Roten Salon kostet für Erwachsene 9 €, ermäßigt 6 €. Die Karten sind vor Ort und hier erhältlich.

Gilbert Achcar ist Professor an der SOAS-University of London. Er lehrte und forschte zuvor in Beirut, Paris und Berlin. Seine zahlreichen Bücher wurden in vielen Sprachen veröffentlicht. Die Studie Die Araber und der Holocaust. Der arabisch-israelische Krieg der Geschichtsschreibungen (2010, dt.: 2012) untersucht die Bedeutung des Holocaust in der arabischen Welt. Zuletzt erschien Der lange Weg nach Gaza. Kolonialismus, Genozid und das Ende der liberalen Weltordnung (2025, dt.: 2026).

Emily Dische-Becker ist Autorin, Filmproduzentin, Forscherin und Kuratorin. Sie studierte Geschichte am Bard College, arbeitete als Kulturmanagerin in Beirut und hat unter anderem für Harper’s Magazine, Der Spiegel und Die Zeit geschrieben. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf der Untersuchung der Rolle staatlicher Behörden in Fällen antisemitischer und rassistischer Gewalt im heutigen Deutschland. Sie ist Mitglied des Lenkungsausschusses der Jerusalemer Erklärung zum Antisemitismus.

Susan Neiman ist seit 2000 Direktorin des Einstein Forums in Potsdam, nachdem sie zuvor als Associate Professor für Philosophie an der Yale University sowie an der Tel Aviv University tätig war. Sie ist Autorin von zehn Büchern darunter The Unity of Reason (1994), Das Böse Denken (2002), Moralische Klarheit (2008, dt.: 2010), Warum erwachsen werden? (2014, dt.: 2015), Von den deutschen Lernen (2019; dt.:2020), Links ist nicht woke (2023) sowie Call it Evil: Understanding the Trump Era (2026). Ihre Essays erschienen unter anderem in The New York TimesThe New York Review of BooksThe GuardianDie Zeit und Der Spiegel.

Stefanie Schüler-Springorum ist Professorin an der Technischen Universität Berlin und Direktorin des Zentrums für Antisemitismusforschung. Seit 2020 ist sie Sprecherin des Teilinstituts Berlin des vom BMBF geförderten Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt, und seit 2021 koordiniert sie die Förderlinie Antisemitismus des BMBF. Zuletzt erschien Unerwünscht. Die westdeutsche Demokratie und die Verfolgten des NS-Regimes (2025).

Veranstaltung in englischer Sprache

Event Type

Zeit

8. Juni 2026 19:00 - 21:00(GMT+02:00)

OrganisatorInnen

Volksbühne Berlin

Linienstraße 227, 10178 Berlin

Volksbühne Berlin