Valeska-Gert-Gastprofessur mit Pol Pi

Mi11Feb19:0021:00Valeska-Gert-Gastprofessur mit Pol PiDein Hören hörenVeranstaltungsart

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Abschlusspräsentation mit Pol Pi und Studierenden des Masterstudiengangs der Tanzwissenschaft an der Freien Universität Berlin

Wie klingt (deine) Stille (heute)?

Ich höre eine sanfte Klaviermelodie.
Das Quietschen eines Ballons zwischen meinen Oberschenkeln.
Einen dunklen Kiefernwald.
Eine Jazzband in meiner Brust.
Ich höre ein Huhn, laut und deutlich, in meiner Stirn
und eine Trompete, die in meiner Nase widerhallt – es klingt urkomisch hier drin!
Ich höre Mozart, vermischt mit dem Klang des Regens.
Stille Glocken in der Ferne. 
Ich höre Süßigkeiten in meinen Ellbogen knistern. 
Trommeln in meinen Hüften krachen. 
Die Erinnerung an das Geräusch der Steine, die ich als Kind in ein Rohr geworfen habe.

In den letzten Monaten haben wir gemeinsam die Idee des Zuhörens als bewussten Akt der Verbindung untersucht: Zu sich selbst, zu anderen, zum Raum, zu Empfindungen, Erinnerungen, Gedanken ... Wenn Klang Schwingung ist und Schwingungen Bewegungswellen sind, die ständig auf unseren Körper – unser Wesen – einwirken, dann kann das Zuhören sowohl über unsere Haut als auch über unsere Ohren erfolgen, solange wir ihm Aufmerksamkeit schenken. In diesem Sinne haben wir Ausdrucksformen aus der Musik- und Klangsprache willkommen geheißen, um das, was wir durch Bewegung und durch Klang erforscht haben, zu benennen, wobei wir ein besonderes Augenmerk auf die Stimme als Fortsetzung und Unterstützung von Bewegung gelegt haben. Was können wir von unseren Stimmen während eines Crescendo in unseren Hüften lernen? Wir haben verschiedene Settings geübt, um akute Achtsamkeit als performativen Zustand einzuladen und Raum für ein verkörpertes intuitives Zuhören oder dafür zu schaffen, dass „das, was bereits (da) ist” durch Bewegung und Ausdruck Gestalt annimmt.

Höre
Höre noch einmal
Höre genau zu
Höre mit mir zu
Höre durch mich
Höre uns zu
Hört zusammen
Nebenbei
Vorstellen
Erinnern
Hören
Höre tiefer
Höre weiter

Ein Forschungsprojekt, konzipiert und ermöglicht von Pol Pi in Zusammenarbeit mit: Han Yu, Elias Bohn, Mona Hartel, Sofia Attolini, rieke nanninga, Nils Beck, Svea July, Eli Vardzhiyska, Nasia Pliakogianni, Gunnar Örn Stephensen, Marie Leese, Jamila Somboo, Cheng-Jung Tsai, Bauka

Über Pol Pi

Musikalität als Beziehung zur Bewegung, Zuhören als eine Praxis der Verbindung zur Intuition sind Themen im Seminar des brasilianischen, in Frankreich lebenden transmaskulinen Tanzkünstlers Pol Pi. Von Kindheit an musizierend, studierte er Musik, Theater, Butoh und Choreografie; er tourt international mit seiner Kompanie NO DRAMA und dem Musikensemble Kaleidoskop, arbeitet mit Amateurgruppen im medizinisch-sozialen Bereich und in der Queer-Community.

Event Type

Zeit

11. Februar 2026 19:00 - 21:00(GMT+01:00)

Akademie der Künste - Pariser Platz

Pariser Platz 4, Berlin

Akademie der Künste - Pariser Platz