Januar 2020

Mo27Jan20:002 um 8: Jakob Augstein im Gespräch mit Horst BredekampKunst, Kolonialismus und antikoloniales Erbe: Über blinde Flecken unserer Gedächtnispolitik

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Jakob Augstein spricht mit Horst Bredekamp über antikoloniale, liberale Ansätze im ethnologischen Zugang zu Kulturen und die Konsequenzen für eine angemessene Erinnerungskultur.

Die Diskussion über den Umgang mit Kunst aus kolonialen Kontexten schwelt seit Jahrzehnten. In postkolonialen Diskursen und Debatten um das Ob und Wie der Restitution, der Rückgabe von Kunstobjekten in die ehemaligen Kolonialgebiete, vermisst der Kunsthistoriker Horst Bredekamp bei aller Notwendigkeit einer Aufarbeitung der kolonialen Vergangenheit eine genaue Betrachtung dezidiert antikolonialer, liberaler Ansätze im ethnologischen Zugang zu den Kulturen, wie sie im 19. Jahrhundert von Wissenschaftlern wie Aby Warburg oder Franz Boas praktiziert wurden. Dabei geht es Bredekamp nicht nur um eine Anreicherung unseres kulturellen Gedächtnisses, sondern auch um den Beitrag, den dieser universalistische Anspruch für heutiges Sammeln und den Umgang mit bestehenden Sammlungen leisten kann – eine Debatte, die auch rund um eines der größten Museumsprojekte der letzten Jahre, das Berliner Humboldt Forum, geführt wird.

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Im radioeins und Freitag Salon setzt sich der Journalist und Verleger Jakob Augstein einmal im Monat mit einem Gast an einen Tisch und redet – über das Politische in der Kultur, über die Gesellschaft und ihre Zwänge, über die Mechanismen von Öffentlichkeit und Lüge, und über das Verschwinden der Demokratie im Kapitalismus. radioeins sendet live.

Hier verstummt die Erregungsmaschine des Internets. Der Freitag Salon ist „unplugged“, wie man früher gesagt hätte. Echte Menschen reden über echte Themen und üben sich in Fähigkeiten, die rar zu werden drohen: Zeit nehmen, zuhören, verstehen, lernen.

Das – unerreichte – Vorbild dieses aktuellen politischen Diskussionsformats sind die legendären Gespräche des Journalisten Günter Gaus, die im Fernsehen gezeigt wurden, als dieses noch schwarz-weiß war.

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