Arbeitstreffen junger Blumenberg-Forschender

Mo15Sep9:0018:00Arbeitstreffen junger Blumenberg-Forschender»Verwesentlichung des Zufälligen«VeranstaltungsartWorkshop

Details

Ort: Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung, Ilse-Zimmermann-Saal, Pariser Str. 1, 10719 Berlin

Organisiert von Tianjue Li (HU Berlin), Johannes Bungenstab (TU Darmstadt)

Kontakt: litianju@hu-berlin.de, johannes.bungenstab@tu-darmstadt.de

Es ist ein entscheidender Unterschied, ob wir das Gegebene als das Unausweichliche hinzunehmen haben oder ob wir es als den Kern von Evidenz im Spielraum der unendlichen Möglichkeit wiederfinden und in freier Einwilligung anerkennen können.
Hans Blumenberg: »Nachahmung der Natur«, ÄMS, 46

Als Gruppe junger Blumenberg-Forschender möchten wir uns zum Arbeitstreffen zusammenfinden, um unabhängig von Forschungskonjunkturen aus Blumenberg-Lektüren gewonnene Freude und Zweifel, Einsichten und Neugierde miteinander zu teilen, ins Gespräch zu kommen und unsere Fragestellungen und Argumentationen weiterzuentwickeln.

Dabei soll insbesondere der Diskussion gerade erschienener sowie im Entstehen begriffener Arbeiten zu, mit und über Hans Blumenberg Raum gegeben werden. So hoffen wir, in einen produktiven Austausch über methodische Fragen und Probleme zu kommen und das Spektrum möglicher Zugänge zu Blumenbergs Werk sichtbar zu machen. Welche Vor- und Nachteile bieten thematische Zugriffe gegenüber solchen, die Blumenbergs Rezeption einzelner Autoren ins Zentrum rücken oder Herangehensweisen, die einer eher formalen Clusterung folgen? Wie hängen Blumenbergs phänomenologische, historiographische und anthropologische Untersuchungen miteinander zusammen? An welche Traditionen schließen seine Theorien an und gegen welche Positionen oder Denkströmungen richten sie sich? Wie kann man das Erkenntnis- und Wirkungspotential seines Werks für interdisziplinäre Forschungen weiter erschließen und erproben?

Das Arbeitstreffen soll einen kollegialen und produktiven Inkubationsraum für die laufenden Projekte junger Forschender bieten und ihren Austausch mit erfahrenen Blumenberg-Forschenden verstärken. Durch dieses Programm hoffen wir einige Konturen der neueren Blumenberg-Forschung greifbar zu machen und den Austausch mit benachbarten Forschungsfeldern voranzutreiben.

Interessierte sind herzlich willkommen; ein Reader wird zur Verfügung gestellt.

Wir bitten um Anmeldung über litianju@hu-berlin.de oder johannes.bungenstab@tu-darmstadt.de

Programm

9.00
Hermeneutik und Psychoanalyse

  • Johannes Bungenstab (TU Darmstadt): Geschichtsphilosophie, Phänomenologie und Hermeneutik. Auf den Spuren von Hans Blumenbergs Sinntheorie
  • Florentine Emmelot (HU Berlin/ZfL): Trostentzug und Widerstand. Blumenbergs kritische Historisierung der Psychoanalyse

11.30
Blumenberg und Goethe

  • Tianjue Li (HU Berlin): Basso continuo, Schlussstein, Keimblatt – Zur Wandlung der Goethischen Elemente in Blumenbergs Denken
  • Yutong Li (Katholieke Universiteit Leuven): “Prosopopoeia:” A Blumenbergian Method for Goethe’s Mythical Reception in 20th-Century Philosophy

14.30
Bedeutsamkeit und Historiographie

  • Tim-Florian Steinbach (Bergische Universität Wuppertal): Zum Begriff der Bedeutsamkeit zwischen Mythos, Anthropologie und (politischer) Rhetorik
  • Robert Loth (HU Berlin): Buchvorstellung Vorläufiges zur Geschichte. Blumenbergs historiographisches Projekt (1947–1960) (2025)

17.00
Aus dem Archiv

Nicola Zambon (FU Berlin): Lektüreseminar zu Blumenbergs Habilitationsschrift Die ontologische Distanz ([1950] 2022)

Zeit

15. September 2025 9:00 - 18:00(GMT+02:00)

Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung

Pariser Str. 1, 10719 Berlin

Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung