März 2021

Do11Mär19:00Archival AbsenceMit Bassel Al Saadi, Fehras Publishing Practices, Ghassan Halwani, United for Intercultural Action (Balint Josa)

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Im Rahmen von The Broken Archive, moderiert von Marwa Arsanios

Welche Praktiken der Erinnerung entwickeln Gesellschaften ohne (staatliche) Archive oder ohne den Zugang dazu? Wie wird hier Zeugenschaft bewahrt und erinnert? Hat die Öffentlichkeit einen Anspruch auf Archive und welche Rolle spielen Initiativen von Künster*innen, Forscher*innen und Aktivist*innen?

Als öffentliche Institutionen können Archive zur Entwicklung eines kollektiven Gedächtnisses und zum Diskurs über kulturelle und nationale Identitäten beitragen. In den Ländern des südlichen Mittelmeerraums und des Nahen Ostens fehlen oftmals solche Archivorte: Die europäische Kolonialpolitik ließ eine eigenständige Geschichtsschreibung in den Regionen nicht zu – mit weitreichenden Folgen bis in die Gegenwart. Archive werden dort heute vor allem durch private Initiativen angelegt und gepflegt. Doch sind solche Sammlungen verwundbar und im Zuge von politischen Konflikten häufig Verlust und Zerstörung ausgesetzt.

Das Künstlerkollektiv Fehras Publishing Practices gibt Einblick in seine Sammlungspraxis und künstlerische Auseinandersetzung mit Archivmaterialien. Ghassan Halwani erzählt anhand seines Films Erased,___ Ascent of the Invisible (2018), wie die Erinnerung an die Vermissten des libanesischen Bürgerkriegs wachgehalten wird. Der Künstler Bassel Al Saadi berichtet von einem Archivprojekt, das erstmals Kunstgeschichte und Verlust von kulturellem Erbe in Syrien reflektieren soll. Balint Josa von United for Intercultural Action spricht über die Arbeit an einer Liste, die seit 1993 die Todesfälle von Menschen in Verbindung mit der europäischen Grenzpolitik dokumentiert.

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Haus der Kulturen der WeltJohn-Foster-Dulles-Allee 10, Berlin

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