Juli 2022

Do07Jul(Jul 7)19:45Fr08(Jul 8)21:00#dedika2022 Pasolini – Öffentlicher IntellektuellerPasolini - Polemiker und Rebell. Mit Thomas Macho, Fabien Vitali

Details

Die zwischen 1973 und 1975 erschienenen Freibeuterschriften (Scritti corsari), eine Sammlung von Artikeln aus dem Corriere della Sera und anderen Zeitschriften, verschafften Pasolini große Bekanntheit und lösten auch erregte Debatten über die Bedeutung des Begriffs Fortschritt aus. Pasolini wandte sich gegen die Zerstörung der Kultur des Einzelnen durch die Konsumgesellschaft und geißelte die Massenkultur, die das Alte vernichtet und alle Unterschiede nivelliert. Wie seine radikalen und brillanten Streitschriften einzuordnen sind und welche Aktualität sie heute besitzen, soll in der Diskussion erörtert werden.

Ich habe keinerlei Autorität, auf die ich mich stützen könnte – ausser der, die mir paradoxerweise dadurch zufällt, dass ich nie eine hatte und wollte; dass ich mich in eine Lage gebracht habe, wo es nichts zu verlieren gibt, und wo ich deshalb auch keinem anderen Pakt treu bleiben muss als dem mit einem Leser, von dem ich im übrigen meine, dass er jedes noch so skandalöse Bemühen um Erkenntnis verdient hat.
Pier Paolo Pasolini, Freibeuterschriften, Wagenbach 1978.

Mit Thomas Macho, Fabien Vitali

Moderation Antonio Lucci

Einführung Maria Carolina Foi

Thomas Macho leitet seit 2016 das IFK Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften | Kunstuniversität Linz in Wien. Von 1993 bis 2016 war er Professor für Kulturgeschichte an der der HU Berlin. 2019 wurde Macho mit dem Sigmund- Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung ausgezeichnet, 2020 mit dem Österreichischen Staatspreis für Kulturpublizistik.

Fabien Vitali wurde an der Scuola Normale Superiore di Pisa promoviert und ist Mitarbeiter am Lehrstuhl für Italienische Philologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. 2022 veröffentlichte er eine kommentierte Ausgabe der Gespräche des deutsch-jüdischen Journalisten Gideon Bachmann mit Pasolini aus den Jahren 1963–1975.

Antonio Lucci ist Gastwissenschaftler an der Universität Turin. Zuvor lehrte und forschte er auch an der Freien Universität Berlin und der Humboldt-Universität Berlin. Zu seinen jüngsten Veröffentlichungen gehört: Der Asketische Stern. Askese und Subjektivierung bei Friedrich Nietzsche (Rom 2020).

Auf Deutsch mit Simultanübersetzung

In Zusammenarbeit mit dem Verlag Klaus Wagenbach

Pier Paolo Pasolini, Scritti corsari, Garzanti 1975.
Pier Paolo Pasolini, Freibeuterschriften, herausgegeben von Peter Kammerer, übersetzt von Thomas Eisenhardt, Verlag Klaus Wagenbach 1978, 1998, 2006.

Anmeldung erforderlich: https://dedika2022.eventbrite.it (bitte Datum auswählen!)

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Zeit

7 (Donnerstag) 19:45 - 8 (Freitag) 21:00

Italienisches KulturinstitutHildebrandtstr. 2, Berlin