September 2022

Mi21Sep20:00Mi22:00Deutschland über alles. Die deutsche Mentalität und der KriegParole Text:Buch mit Marie Rotkopf

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1915 veröffentlichte der Soziologe Émile Durkheim sein letztes Buch, das nichts an Brisanz und Aktualität verloren hat. Es ist ein verfemter Text, in dem er Deutschland und die Deutschen erkundet und den Ursprung des Ersten Weltkrieges ergründet. Dabei vertritt er eine kompromisslose Ablehnung des Nationalismus und fordert seine Leser auf, über Souveränität, Demokratie und Freiheit zu reflektieren. Marie Rotkopf lädt uns ein, diesen Text wiederzuentdecken und setzt in ihrem leidenschaftlichen Essay diese Reflexion fort. Sie stellt sich der Frage, warum dieser Text kaum rezipiert wurde, obwohl Durkheim uns damit ein erschütternd-aufschreckendes Buch geschenkt hat: Ein visionäres Buch, dem vor allem vor dem aktuellen Hintergrund der deutschen Aufrüstung neue Bedeutung zukommt.

MARIE ROTKOPF, geboren 1975 in Paris, Schriftstellerin, Dichterin, Kulturkritikerin und Künstlerin. 1990 bis 91 verbrachte Rotkopf ein Jahr im Internat des Plöner Schlosses und im Plöner Gymnasium. Die Begegnung mit der westdeutschen Jugend war eine Zäsur. Sie studierte Kultursoziologie an der Sorbonne, wo sie zur sozialen Sichtbarkeit vonKünstlerinnen in Frankreicharbeitete. Sie war Leiterin der Kommunikation des ersten zeitgenössischen Kunstmuseums in einer Pariser Banlieue (MAC VAL) von 2002 bis 2006. Im Jahr 2007 gründete sie die deutsch-französische Künstlergruppe Internationale Surplace mit Daniel Megerle, um über die deutsch-französische Freundschaft und Europa zu reflektieren. Sie verfasst ihre Texte sowohl auf Deutsch als auch auf Französisch.

Marie Rotkopf schreibt politische (im etymologischen Sinn des Wortes) Poesie und beschäftigt sich mit der Konstruktion und Kommunikation von Macht. Sie interessiert sich für die Umschreibung der Geschichte und hinterfragt ab und zu „das deutsche Bewusstsein“.

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