Oktober 2021

Fr15Okt19:00Die Vierte SacheAutonomie im Kollektiv?

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Wenn behauptet wird, die wahre Theaterkunst brauche die Diktatur, weil Zusammenarbeit auf Augenhöhe nur Mittelmäßigkeit produziere, ist das ein Irrtum. Was könnte ein „genialer Geist“ mit einer Gruppe autoritär gesinnter, entsprechend ängstlich-phantasieloser Anhänger:innen denn produzieren?
Der sowjetische Sozialpsychologe I. S. Kon erzählte folgenden Witz: „Ein Professor wurde einmal gefragt: ‚Was ist wichtiger, das Kollektiv oder die Persönlichkeit?‘ – ‚Selbstverständlich das Kollektiv’, antwortete der Professor, aber nur dann, wenn es aus Persönlichkeiten besteht. Denn die Summe von Einsen [Einzelpersönlichkeiten] ist eine Zahl, die stets größer als eins ist, während die Summe von Nullen stets gleich null ist.“
Wie aber ließen sich die eigenwilligen Einzelpersönlichkeiten organisieren? Während im Theater der DDR auf wissenschaftlichem Niveau über das Verhältnis von Leiter und Kollektiv im Prozess der Ensemblebildung nachgedacht wurde, brachten sich die antiautoritären Einzelpersönlichkeiten des mitbestimmten BRD-Theaters gegenseitig an den Rand der Erschöpfung … Was einigen auch hier half, war „die dritte Sache“ – Hülfe die auch heute noch weiter?

Impuls von Anna Volkland, Gespräch mit Alexander Karschnia und Gästen

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