April 2022

04Apr19:0021:00Donatella Di CesareFilosofia della migrazione. Buchvorstellung im Gespräch mit Markus MesslingVeranstaltungsart:Buchvorstellung,Gespräch

Details

Im neuen Zeitalter der Mauern und Grenzen, in einer mit Internierungslagern für Flüchtlinge übersäten Welt, spricht sich Di Cesare für eine Politik der Gastfreundschaft aus, die sich auf eine Loslösung vom eigenen Wohnort gründet, und umreißt auf diese Weise einen neuen Sinn des Zusammenwohnens in unserer globalisierten Welt.In der immer noch vom Nationalstaat beherrschten politischen Landschaft sind Migranten die Unwillkommenen und werden beschuldigt, fehl am Platz zu sein, anderen ihren Ort streitig zu machen. Es gibt jedoch kein territoriales Recht, das eine Politik der verallgemeinerten Zurückweisung rechtfertigen könnte. Im Rahmen einer Ethik, die auf globale Gerechtigkeit ausgerichtet ist, reflektiert die italienische Philosophin Donatella Di Cesare luzide die grundlegende Bedeutung des Migrierens und stellt erneut ihre Fähigkeit unter Beweis, in Auseinandersetzung mit analytischen und phänomenologischen Ansätzen direkt in das Herz der Frage zu treffen: Wohnen und Migrieren bilden keine Gegensätze, wie der in den Fängen der alten Gespenster von Blut- und Bodenrecht begriffene Gemeinsinn meint. In einem jeden Migranten ist die Figur des »Ansässigen Fremden« zu erkennen, dem wahren Protagonisten dieses Buches. Di Cesare nimmt die Herausforderung an, die von der Migration für jegliches Verständnis von Gemeinschaft ausgeht, und entdeckt dabei Möglichkeiten, das Zusammenwohnen neu zu denken. 

»Philosophie muss die Welt aus den Angeln heben. Davon ist die italienische Philosophin Donatella Di Cesare überzeugt.« – GERD BRENDEL, Deutschlandfunk Kultur

Donatella Di Cesare, 1956 in Rom geboren, lehrt und forscht als Professorin für Theoretische Philosophie an der Universität La Sapienza in Rom. Sie war die letzte Schülerin von Hans-Georg Gadamer und gehört zu den präsentesten und engagiertesten Intellektuellen in Italien und Europa. Ihre Bücher und Essays wurden in mehr als zehn Sprachen übersetzt. Zuletzt erschien bei Matthes & Seitz Berlin Von der politischen Berufung der Philosophie. Sie schreibt für verschiedene Zeitungen und Magazine wie L’Espresso, il Manifesto, La Stampa. Neuere Pubblikationen auf Italienisch: Terrore e modernità (2017) e Marrani. L’altro dell’altro (2018), Stranieri residenti. Una filosofia della migrazione (2017), Sulla vocazione politica della filosofia (2019), Il tempo della rivolta (2021) und Utopia del comprendere. Da Babele ad Auschwitz (2021).

Markus Messling ist seit April 2019 Professor für Romanische Kulturwissenschaft an der Universität des Saarlandes. Von Juni 2015 bis März 2019 war er stellvertretender Direktor des Centre Marc Bloch und seit Herbst 2018 zugleich Professor für Romanische Literaturen an der HU Berlin. Messling ist Mitglied des Kollegiums von „Zukunftsphilologie. Revisiting the Canons of Textual Scholarship“ (Forum Transregionale Studien / Freie Universität Berlin), Gründungsherausgeber von Philological Encounters (Leiden, Boston: Brill) und Redakteur der Zeitschrift für Ideengeschichte (München: C.H. Beck). Er war Fellow der School of Advanced Study-University of London (2014), Visiting Scholar der University of Cambridge und des Wolfson College (2014), sowie Gastprofessor an der EHESS Paris (2011, 2015) und der Kobe University in Japan (2016).

Präsenzveranstaltung, Anmeldung erforderlich über Eventbrite:
https://dicesare.eventbrite.it

Auf Italienisch mit Simultanübersetzung

Livestream auf Zoom* und FB

Mehr anzeigen

Italienisches KulturinstitutHildebrandtstr. 2, Berlin