Ein literarisches Denkmal für Femizide

Sa13Jul18:00Sa20:30Ein literarisches Denkmal für FemizideLesung und Gespräch mit Gabriela Damián Miravete und Cristina Rivera GarzaVeranstaltungsartGespräch,Lesung

Details

Laut einer UN-Studie wurden im Jahr 2022 weltweit jeden Tag 133 Frauen und Mädchen von Personen aus ihrem familiären Umfeld getötet. Allein in Berlin erlebten wir Ende Mai bis Anfang Juni 2024 innerhalb einer Woche drei Feminizide, also Tötungen von Frauen, weil sie Frauen waren.

Dass Frauen aus geschlechtsspezifischen Motiven getötet werden, hat System und ist ein weltweites Problem, mit dem sich die mexikanischen Autorinnen Cristina Rivera Garza und Gabriela Damián Miravete in ihren literarischen Werken auf eindrucksvolle Weise auseinandersetzen. Beide schaffen in ihren Werken auf jeweils eigene Weise literarische Denkmäler für die getöteten Frauen. Gemeinsam mit ihnen, wollen wir der Frauen gedenken, die uns genommen wurden.

Es wird aus den Werken beider Autorinnen gelesen und gemeinsam diskutiert, welche Rolle die Literatur bei der Sichtbarmachung und der gesellschaftlichen Diskussion im Zusammenhang mit Feminiziden einnehmen kann, wenn Rechtsprechung und Journalismus an ihre Grenzen stoßen (oder: diskutiert, welche Möglichkeiten die Literatur zur Sichtbarmachung und für die gesellschaftliche Diskussion zu Feminiziden ausschöpfen kann, wenn Rechtsprechung…).

Das Gespräch findet auf Spanisch statt und wird von der Literaturwissenschaftlerin Manuela Barney Seidel moderiert.

Die Veranstaltung wird gefördert durch die leistungsorientierte Mittelvergabe für Frauen*förderung und Gleichstellung am Fachbereich Philosophie und Geisteswissenschaften der FU Berlin.

Gabriela Damián Miravete, Schriftstellerin, Journalistin, Herausgeberin und Drehbuchautorin, hat bereits Beiträge in Anthologien wie „Three Messages and a Warning“ (Small Beer Press, 2010, nominiert für den World Fantasy Award) veröffentlicht.
Mit „Soñarán en el jardín“ hat sie eine Erzählung für die ermordete Frauen geschaffen, die ein Mexiko der Zukunft zum Schauplatz hat, welches keine Frauen*morde mehr kennt: Ein Land, das durch die Erinnerung an die verstorbenen Frauen* heilen und zu einem gewaltfreien Ort werden konnte.

Cristina Rivera Garza hat für ihr literarisches Werk, das sich aus Romanen, Kurzprosa, Lyrik und nicht-fiktionalen Texten zusammensetzt, zahlreiche Auszeichnungen erhalten, unter anderem den Pulitzer-Preis und den Anna Seghers-Preis.
In ihrem Werk „El invencible verano de Liliana“ (für welches sie 2024 den Pulitzer-Preis gewann) arbeitet sie den Feminizid an ihrer Schwester Liliana Rivera Garza auf, die von ihrem Ex-Partner ermordet wurde, und erzählt, zusammen mit der Verstorbenen, die durch ihre eigenen Schriften selbst zu Wort kommt, ihre Geschichte. Es ist ein Text, der Gewalt gegen Frauen* denunziert und der Gerechtigkeit sucht, für Liliana und alle anderen.

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Zeit

13. Juli 2024 18:00 - 20:30(GMT+02:00)

Andenbuch

Bergmannstr 59, im Hof, 10961 Berlin

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