Helmina von Chézy in Briefen und Dokumenten

Mi04Feb14:0018:00Helmina von Chézy in Briefen und DokumentenVeranstaltungsartWorkshop

Details

Helmina von Chézy (1783–1856), geb. Klencke (1783–1856), war eine der faszinierendsten und facettenreichsten weiblichen Intellektuellen des 19. Jahrhunderts: Ihr vielseitiges Œuvre umfasst – knapp umrissen – Gedichte, Erzählungen, Novellen, Reise- und Kunstbeschreibungen, Opernlibretti und dramatische Werke.

Nach einem prägenden Jahrzehnt in Paris (1801–1810), wo sie die Schlegel-Kreise der Romantik kannte und als Journalistin tätig war, wirkte sie später intensiv in Deutschland, besonders in Dresden. Ihre literarische Vielseitigkeit zeigt sich in Gedichten, Erzählungen, Kunstbeschreibungen und der zweibändigen Kunstreportage Leben und Kunst in Paris seit Napoleon I. (1805/1807). 1821 gab sie Iduna heraus, ein frühes Forum „für Frauen, von Frauen“. Im Dresdner Liederkreis arbeitete sie mit Carl Maria von Weber am Libretto zur Oper Euryanthe (1822/23) zusammen. 1815/16 pflegte sie in Lazaretten verwundete Soldaten und deckte Missstände auf – eine Zivilcourage, die zur Gefängnisstrafe führte, bis E. T. A. Hoffmann ihre Verteidigung übernahm. Trotz anhaltender Produktivität belasteten finanzielle Sorgen ihre späteren Jahre bis zu ihrem Tod 1856 in Genf.

Helmina von Chézy baute zeit ihres Lebens ein umfangreiches Korrespondenznetzwerk zu Schriftsteller:innen, Politiker:innen, Künstler:innen und Verlegern auf. Ihre Briefe dienten nicht nur der Freundschaftspflege, politischen Unterstützung und Verlagsverhandlungen, sondern bildeten auch die Grundlage ihrer Existenzsicherung. Sie eröffnen eine weibliche Perspektive auf das literarische Leben um 1800 und geben Einblick in das Selbstverständnis einer Frau, die sich als alleinerziehende Mutter, berufstätige Intellektuelle und Künstlerin in einer männlich dominierten Kulturszene behaupten musste.

Der seit 1944 im Akademiearchiv verwahrte Nachlass von Helmina von Chézy ist äußerst umfangreich, wobei die Korrespondenz etwa die Hälfte des Bestands ausmacht. Besonders bemerkenswert ist der hohe Anteil an Frauenkorrespondenz, der Chézys Vernetzung mit Frauen unterschiedlichster sozialer Stellung und literarischer Bedeutung ihrer Zeit dokumentiert und die geschlechtergeschichtliche Relevanz ihres Briefnachlasses unterstreicht. Seit 2025 wird der Nachlass feinerschlossen – zunächst die Briefe (https://www.bbaw.de/gender-data/chezy). Aus diesem Anlass lädt die BBAW am 4. Februar zu einer halbtägigen Veranstaltung, die zwei aufeinander abgestimmte Formate verbindet: einen öffentlichen Mittagssalon und einen anschließenden Workshop. 

Beide Teile erfordern eine separate Anmeldung.

Der Workshop versammelt Expertinnen, die sich mit Helmina von Chézys Texten und Briefen auseinandersetzen und dabei Fragen von weiblicher Autorschaft und Gender sowie digitaler Editions- und Archivpraxis aufwerfen. 


Der seit 1944 im Akademiearchiv verwahrte Nachlass von Helmina von Chézy ist äußerst umfangreich, wobei die Korrespondenz etwa die Hälfte des Bestands ausmacht. Besonders bemerkenswert ist der hohe Anteil an Frauenkorrespondenz, der Chézys Vernetzung mit Frauen unterschiedlichster sozialer Stellung und literarischer Bedeutung ihrer Zeit dokumentiert und die geschlechtergeschichtliche Relevanz ihres Briefnachlasses unterstreicht. Seit 2025 wird der Nachlass feinerschlossen – zunächst die Briefe (https://www.bbaw.de/gender-data/chezy ). 

Aus diesem Anlass lädt die BBAW am 4. Februar zu einer halbtägigen Veranstaltung, die zwei aufeinander abgestimmte Formate verbindet: einen Mittagssalon und einen anschließenden Workshop


Workshop-Programm

13.45 Uhr Anmeldung/Einlass
14.00–14.20 Uhr Einführung und kurzer Werkstattbericht zur Nachlasserschließung 
14.20–15.00 Uhr Jadwiga Kita-Huber (Jagiellonen-Universität Krakau): Helmina von Chézys Nachlass in der Sammlung Varnhagen (Jagiellonen Bibliothek in Krakau)
15.00–15.40 Uhr Selma Jahnke (Österreichische Akademie der Wissenschaften): „Schwestern, es ist das leibhaftige Bild […] des Communismus!“ oder: Juliette Récamier. Ein – Nekrolog. Ein multidimensionaler Text aus dem Chézy-Nachlass
15.40–16.00 Uhr Kaffeepause
16.00–16.40 Uhr Charlotte Zweynert (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg): Wirksamkeitsvermögen. Helmina von Chézy und die Neuperspektivierung von Geschlechtergeschichte
16.40–17.20 Uhr Frederike Neuber (TELOTA, BBAW) & Sandra Miehlbradt (Archiv, BBAW): Genderspezifika digital sichtbar machen in Archiv und Edition 
17.20–18.00 Uhr Abschlussdiskussion

Organisation: Frederike Neuber & Michael Rölcke


Leider ist die Veranstaltung bereits ausgebucht.

Zeit

4. Februar 2026 14:00 - 18:00(GMT+01:00)

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften

Markgrafenstraße 38, 10117 Berlin

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften