#Instituting

Do24Jun(Jun 24)19:00Sa26(Jun 26)23:00#InstitutingWorkshops, Vorträge, PerformancesVeranstaltungsartAusstellungseröffnung,Performance,Vortrag,Workshop

#Instituting HKW

Details

Wie können Prozesse der Selbstorganisation und des kollektiven Handelns heute aussehen? Inwiefern können sie öffentliche Prozesse gesellschaftlicher Improvisation beeinflussen? Und wie können solche Formen des „Instituting“ andere Institutionen schaffen? Im Dialog mit praktischen und theoretischen Positionen wird „Instituting“ als offener, flüchtiger und damit permanenter Prozess gedacht, der ständig nach neuen Wegen der Interaktion mit den spezifischen sich herausbildenden Begrenzungen des Hier und Jetzt sucht. In ihrem Buch Now (2017) argumentiert das Invisible Committee, dass „wir in Wirklichkeit nicht Institutionen, sondern Formen brauchen… Alles was lebt ist allein Form und Interaktion von Formen.“ Wie lässt sich an der Untersuchung dieses Prozesses ansetzen, an dieser sich entwickelnden Mutation und Neudefinition von Formen als sozialer Improvisation, die mit den aufkommenden Vorstellungen und Fantasien eines lebbaren Lebens eng verwoben sind?

Fred Moten und Stefano Harney halten einen gemeinsamen Vortrag über „Instituting“ und seine Verbindung mit den Undercommons, außerdem sprechen sie über ihre aktuelle Arbeit, u. a. an dem Buch. Farid Rakun, Teil des Künstler*innenkollektivs ruangrupa, und Andrea Linnenkohl, Mitglied des künstlerischen Teams der documenta 15, halten einen partizipativen Vortrag über Aspekte von „Instituting“, die im Rahmen ihrer kollektiven Praxis bedeutend sind.

Mit Workshops von Associação das Prostitutas de Minas Gerais – APROSMIG & melkeBerit FischerdiffraktSimon FleurySam NightingaleChara Stergiou & Aslı Uludağ und Co-Hab Athens & Constantina Theodorou

Kuratiert von Gigi Argyropoulou und Kostas Tzimoulis in Zusammenarbeit mit Eight/Το Οχτώ, dem Goethe-Institut Athen und dem Projekt Minor Universality der Universität Saarland

Donnerstag 24.06.

19h OESZ (Athen) / 18h MESZ (Berlin)
Eröffnung

19.30h OESZ (Athen) / 18.30h MESZ (Berlin)
Vortrag
von Fred Moten und Stefano Harney

Details in Kürze

20.15h OESZ (Athen) / 19.15h MESZ (Berlin)
lumbung: A Study Case on Relations
Vortrag von ruangrupa (Farid Rakun und Andrea Linnenkohl)

Freitag, 25.06

10–13h MESZ (Berlin)
Workshop im Park Hasenheide, Berlin, mit Anmeldung
Feministisches Instituieren für eine ökologische Zukunft
Mit Berit Fischer

Die Logik des Kapitalismus, von Ausschlüssen, Gegensätzen und Spaltungen lässt in der gegenwärtigen dystopischen Zeit die Frage nach einer alternativen und lebbaren Zukunft und einem Miteinander mit der “mehr als menschlichen” Welt besonders dringlich werden. In Form einer affektiven Begegnung wird zu einer feministischen Ontologie des „Instituierens“ („Instituting“) eingeladen. “Instituieren” wird dabei als soziale Ökologie, kollektive Übereinkunft und Zusammenarbeit verstanden. Die anthropozentrische Perspektive soll verlassen und eine Verbindung zur natürlichen, lebendigen Welt hergestellt werden. Diese kollektive Erfahrung will über eine Kritik der Repräsentation hinausgehen und greift auf feministische und radikal-pädagogische Ansätze zurück, auf Bewusstwerdungstechniken bis hin zu radikalen Achtsamkeitsübungen. Im Vordergrund stehen Übungen transformativer Praxen, die den psychokognitiven Apparat durch bewusstes situiertes Zuhören aktivieren. Die Teilnehmenden erkunden ein feministisches „Instituieren“, das offen für Vieldeutigkeiten ist, körperliches sowie kollektives Wissen befördert und philosophisches Spekulieren mobilisiert.
Die Begegnung findet in Berlin statt. Es wird empfohlen, bequeme Kleidung, eine Matte oder Decke und etwas zu trinken mitzubringen.

15.30–19h OESZ (Athen) / 14.30–18h MESZ (Berlin)
Online-Workshops ausgebucht, Teilnahme in Athen mit Anmeldung möglich
Praxen des Einstimmens
Mit Simon FleuryMoritz GansenSam NightingaleGala RexerChara StergiouAslı Uludağ

Der Workshop ist der Versuch, „Instituieren“ als ein infinites Verb und Aufruf zu kollektiver Aktion zu verstehen: eine grenzenlose Form des Spekulierens, die wesentlich aus den Elementen Aufmerksamkeit, Aufnahmebereitschaft und Bewegung besteht. Die Veranstalter*innen des Workshops erproben so eine Erweiterung des von Fred Moten und Stefano Harney geprägten Begriffs „study“ (studieren): eine Begegnung, „die es ermöglicht, von anderen besessen zu sein“ und dabei eine Art Gegen-wart instituiert, die kontinuierlich geeignete Bedingungen für Begegnungen erschafft. Während der letzten neun Monate trafen sich Practices of Attunement (PoA) alle zwei Wochen zu einem fortlaufenden Prozess dieses gemeinsamen Studierens. Für die Ausgabe #Instituting der New Alphabet School lädt PoA die Teilnehmenden ein, zu erforschen, wie die für dieses Studieren notwendigen Bedingungen erhaltbar, auslösbar und aufbaubar sind, auf Distanz und mittels (entfernt) kollektiver Praxen des Einstimmens, die sich (a)synchron und quer durch die Disziplinen finden lassen. Diesen offenen Studienraum – zusammen und getrennt – schlagen PoA als Versuchsort der Begegnung und der Einstimmung vor, auf diverse vielschichtige, inkonsistente, ungleich verteilte, (un)berührbare und (un)begrenzte ökosphärische Verbindungen.

Der Workshop findet in einem Zeitraum von zwei Wochen statt, die Teilnehmenden treffen sich vor der Veranstaltung am 25. Juni zwei Mal in vorbereitenden Online-Workshops. Ziel des ersten Teils ist die Reflexion von Bedingungen und Praxen des Einstimmens. Ausgehend von den Erfahrungen der Teilnehmenden werden im zweiten Teil mögliche gegeninstitutionelle Studienformen mit einer erweiterten Runde von Teilnehmenden diskutiert. Für die Teilnahme ist die Anwesenheit bei allen drei Einheiten notwendig.

  • Teil 1
    Feldstudien
    Fr 11. & Fr 18.06, 12–14h OESZ (Athen) / 11–13h MESZ (Berlin)
    Vorbereitende Online-Workshops
  • Teil 2
    Praxen für Deep-Hanging-Out
    Fr 25.06
    15.30–17h OESZ (Athen) / 14.30–16h MESZ (Berlin) Online-Workshop für Personen, die bereits an den vorbereitenden Workshops am 11. & 18.06. teilgenommen haben.
    17.30–19h OESZ (Athen) Teilnahme vor Ort in Athen für neue Interessierte möglich (Eight Collective, Politechneiou 8, Athina 104 33)

19h OESZ (Athen)
Eight Collective, Athen, Politechneiou 8, Athina 104 33
Ausstellungseröffnung, Buchpräsentation, Performances

Wie kann eine Praxis des „Instituierens“ („instituting“) aussehen? Zur Vorbereitung dieser Ausgabe organisierte das Kollektiv Eight/Tο Οχτώ eine Reihe von Forschungstreffen und kollektiven Studienmomenten in Athen. Die ergebnisoffenen Workshops bestanden aus informellen Präsentationen und Diskussionen: Künstler*innen, Theoretiker*innen und Aktivist*innen setzen sich mit dem Instituieren im Hinblick auf städtische Ökologien, alegale Bereiche und miteinander verflochtene Widerstandsformen auseinander. Eine Gruppenausstellung mit 20 teilnehmenden Künstler*innen, drei gemeinsame Fanzine-Publikationen zu jedem der drei Cluster sowie performative Interventionen zur Fluidität kollektiver Arbeit dokumentieren den Prozess.

  • 19h OESZ (Athen)
    Systems, Organisms, Symbiosis
    Ausstellungseröffnung
  • 20.30h OESZ (Athen)
    Urban Ecologies, Alegal Fields, Entangled Resistances
    Präsentation der Fanzines und Diskussion mit den Beitragenden
  • 21.30h OESZ (Athen)
    Performative Interventionen

Samstag, 26.06.

10–13.30h OESZ (Athen)
Workshop in Athen, mit Anmeldung
Institutionelle Räume „hacken“
Mit Constantina Theodorou in Zusammenarbeit mit CoHab Athens
Gast: Dimitra Siatitsa

Wie ließe sich der Status Quo ändern, wenn Infrastrukturen des Wohnens neuprogrammiert und deren Möglichkeiten ausgeschöpft würden? Wie können Prototypen und Neuerungen im Bereich der Gesetzgebung erschaffen werden, die zu einer massiven Umverteilung im Bereich Wohnen führen? Der Workshop erörtert Begriffe wie Legalität, Illegalität und Alegalität in Bezug auf städtischen Raum. Die Teilnehmenden denken Formen des „Instituting“ neu als eine Form von „Hacking“. Sie reflektieren über die Erforschung kreativer Hacks, etwa in existierenden gesetzlichen und städtischen Infrastrukturen, als urbane Formen des Widerstands. Los geht es mit einem Spaziergang durch Exarchia und zum Victoria Platz, eine stark umkämpfte städtische Gegend im Zentrum des krisengeschüttelten Athens. Diese Gegend ist deshalb paradigmatisch, weil sie, trotz ihres informellen Anscheins vollkommen legal entstanden ist, und zwar durch eine soziale Übereinkunft über die Auslegung von Planungsregulierungen. Anhand dessen werden auch andere Beispiele von Rückeroberungen städtischer Räume durch das Aneignen korporativer Methoden besprochen, etwa gemeinschaftliche Wohnexperimente zur Dekommodifizierung von Eigentum. Der zweite Teil findet im Goethe-Institut Athen statt. Mithilfe der partizipativen Forschungsmethoden von CoHab Athens entwerfen die Teilnehmenden hier Prototypen von institutionellem Hacking für Prozesse des Commoning (gemeinsames Wirken).

15–18h OESZ (Athen) / 14–17h MESZ (Berlin)
Workshop online & in Athen, mit Anmeldung
Auf Portugiesisch mit englischer Übersetzung
Sexarbeiter*innen-Institutionen gegen institutionalisierte Gewalt
Mit Associação das Prostitutas de Minas Gerais (APROSMIG) und melke

Wie lassen sich Institutionen gründen, wenn die Gesetzes-, Wirtschafts- und Kultursysteme gegen dich sind? Sex-, Kultur- und Kunstarbeiter*innen laden in diesem Workshop dazu ein, Gewohnheiten, Impulse und Gesten zu beobachten, die in kollektiven Prozessen zu Choreografien der Herabwürdigung und Abwertung führen (können). Ausgangspunkt des Workshops ist ein von Sexarbeiter*innen zur Anerkennung ihres Soziallebens gegründetes Museum. Er widmet sich den Hierarchien, der Kriminalisierung und den Ausgrenzungen, mit denen Sexarbeiter*innen konfrontiert sind. Die Teilnehmenden vollziehen den Gründungsprozess des Museums ¬nach, das als Vorschlag für ein Zusammenleben zwischen denen zu verstehen ist, die Sex verkaufen und jenen, die noch nie käuflichen Sex hatten. Die Teilnehmenden tauschen sie aus und können in einer anonymen Schreibübung Schamgefühle und Tabus überwinden und Themen und Ängste ansprechen. In einer Atmosphäre der Vielstimmigkeit und des aktiven Zuhörens improvisieren sie Formen eines lebbaren Lebens jenseits von Helfer*innensyndrom, Maßregelung, Narzissmus, Gleichgültigkeit, Auslöschung, geistiger Bevormundung und Kriminalisierung.

20h OESZ (Athen)
Instituting Otherwise
Diskussion mit Gigi ArgyropoulouFilipa CésarBernd SchererAdania Shibli, Savvy Contemporary

21.30h OESZ (Athen)
Filmpräsentation

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Zeit

24 (Donnerstag) 19:00 - 26 (Samstag) 23:00

Haus der Kulturen der WeltJohn-Foster-Dulles-Allee 10, Berlin