Oktober 2020

Do08Okt19:00Intentionale MutationMit Paul B. Preciado

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Die Covid-19-Krise hat den epistemologischen Wandel, in dem wir uns bereits befanden, noch einmal beschleunigt und damit die Gefahr einer ausufernden biopolitischen Kontrolle durch den medizinischen und pharmakologischen Apparat und durch kybernetische Überwachung verstärkt. Doch parallel zu neuen Kontrollmechanismen und der Verschärfung der ethnischen, sexuellen und geschlechtlichen Unterdrückung wird die Position des patriarchalen und kolonialen hegemonialen Subjekts vehement wie nie zuvor infrage gestellt, nicht zuletzt mittels vielfältiger Prozesse der Emanzipation und Subjektwerdung derjenigen, denen in der kolonialen und patriarchalen Geschichte eine objekthafte, non-humane Stellung zugewiesen wurde. Diese Prozesse stellen keineswegs einfach nur einen Aufstand dar, sondern vielmehr eine somapolitische Revolution, einen transversalen Prozess der Emanzipation lebender Körper von den politischen Systemen der Extraktion und der Aufteilung von Energie und Leben auf der Erde.

Wir laden Sie herzlich ein, sich an der Diskussion über den aktuellen politischen Wandel zu beteiligen, insbesondere über die zentrale Bedeutung der Kritik der kolonialen Geschichte, der antirassistischen Diskurse und Praktiken, des schwierigen Verhältnisses der verschiedenen Formen der Unterdrückung aufgrund von Gender, Sex, Sexualität, ethnischer Zugehörigkeit und Schicht sowie der Notwendigkeit, die aktuellen Kämpfe miteinander zu verknüpfen.

Maria Galindo ist Künstlerin, Performerin, Aktivistin, Autorin und Mitgründerin des bolivianischen Kollektivs Mujeres Creando. Ihr geht es um einen Dialog der subalternen Praktiken und des subalternen Wissens der indigenen Frauen mit den politischen und literarischen Traditionen von Anarchismus, Punk und nicht-weißem Feminismus.

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