November 2020

Do19Nov16:15Do17:45Jasmin WrobelFeminismus und (körper-)politische Ansätze in lateinamerikanischen Comics

Details

Teil der Ringvorlesung „Comic – Kunst – Körper. Konstruktion und Subversion von Körperbildern im Comic“ im Rahmen des Programms „Offener Hörsaal“ der Freien Universität Berlin.

Als ‚neunte Kunst‘ erfreuen sich Comics großer Beliebtheit sowie wachsender Aufmerksamkeit im kulturellen Leben und akademischen Kontext. Vertreter*innen zahlreicher Fächer und Hochschulen forschen zu diesem Bild-Text-Medium und integrieren graphische Erzählungen in ihre Lehrveranstaltungen. Die Ringvorlesung möchte die vielfältigen Aktivitäten in Kunst und Wissenschaft disziplin- und institutionsübergreifend sichtbar machen und dabei Brücken zwischen akademisch Forschenden, Studierenden und einer interessierten Öffentlichkeit schlagen.

Im Mittelpunkt der Vorlesungsreihe stehen die unterschiedlichen Körper, in denen Comics ihre Protagonist*innen visualisieren. Ob es sich dabei um Wunschbilder, Stereotype oder Karikaturen handelt, immer werden kulturelle Vor­stellungen von menschlichen, tierischen oder technischen Körpern, von Gender, Alter, ethnischer und kultureller Zugehörigkeit, sozialer Schicht und körperlichen oder geistigen Fähigkeiten vermittelt. Die Vorträge der Vorlesungsreihe diskutieren Comics als Seismograph von und Kommentar zu kulturellen Normierungen, Hoffnungen und Ängsten, die häufig über Körper­bilder ausgehandelt werden.

Die Vorlesungsreihe ist öffentlich und kostenfrei. Aufgrund der geltenden Bestimmungen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie ist die Teilnahme vor Ort allerdings zur Zeit leider nicht möglich. Sie sind eingeladen den Live-Stream zu nutzen –> Link hier

Jasmin Wrobel (Lateinamerikanistik, Berlin)
In den letzten beiden Jahrzehnten und insbesondere in den letzten Jahren hat sich die sequentielle Kunst in Lateinamerika als wichtiger künstlerischer Raum des Widerstands und, spezieller, für die Verhandlung von feministischen Diskursen etabliert. Obwohl der Comic in seinen unterschiedlichen Ausdrucksformen nach wie vor von männlichen Zeichnern und auch Rezipienten dominiert wird, nutzen Künstler*innen das Medium zunehmend dazu, hegemoniale und heteronormative Gesellschaftsstrukturen in Frage zu stellen. Durch die Entstehung und Etablierung neuer Publikationsplattformen (feministische Comiczeitschriften, soziale Medien, Blogs) eröffnen sich eigene und unabhängige Räume, in denen verstärkt eine Auseinandersetzung mit sexistischen und/oder rassistischen Diskriminierungen, (sexueller) Selbstbestimmung oder aktuellen politischen Debatten stattfindet, häufig im Dialog mit Hashtag-Bewegungen wie #niunamenos, #vivasnosqueremos, #metoo oder #seráley. In meinem Vortrag möchte ich in diesem Zusammenhang Werke von Pagu (Brasilien), Powerpaola (Kolumbien/Ecuador), Sole Otero (Argentinien), dem internationalen feministischen Kollektiv Chicks on Comics und Laerte (Brasilien) besprechen sowie die Bedeutung von sequentieller Kunst im lateinamerikanischen Netzaktivismus erörtern.

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