November 2019

Sa02Nov19:00Kareth Schafer & Rike FlämigOhne Frauen ist kein Staat zu machen

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Ein choreografiertes Gespräch zu feministischen Utopien und widerständigen Strategien.

Wie entsteht eine Bewegung? Anhand choreografischer Prinzipien befragen Rike Flämig und Kareth Schaffer Künstlerinnen und Aktivistinnen der ostdeutschen Frauenbewegung, die die Friedliche Revolution 89/90 entscheidend geprägt haben. Welche Formen der Selbstorganisation gab es? Welche Utopien wurden entwickelt und im Einheitsjubel wieder verloren? Ein Abend auf der Suche nach intersektionalen Allianzen, der politische Strategien der Vergangenheit in die Zukunft überführt.

SAMIRAH KENAWI, 1962 in Ost-Berlin geboren, ist eine Holzgutachterin und Archivarin. Sie hat die DDR-Frauenbewegung selbst miterlebt und mitgestaltet und ist Gründerin des Archivs GrauZone, welches die Arbeit der nichtstaatlichen Frauengruppen in der DDR seit Mitte der 1980er Jahre dokumentiert. Außerdem ist sie Herausgeberin der Publikation Frauengruppen in der DDR der 80er Jahre. Eine Dokumentation.

KATHRIN HATTENHAUER, geboren 1968 in Nordhausen, ist Malerin und Bürgerrechtlerin. Sie setzte sich in den 80er Jahren in Leipzig für Frieden und Menschenrechte ein und war an der Organisation der Friedensgebete beteiligt. 1989 wurde sie vom MfS festgenommen und saß einen Monat in Untersuchungsgshaft. Ihre Festnahme führte zu landesweiten Solidaritätsbekundungen. Heute lebt und arbeitet sie in Berlin und Italien.

TATJANA BÖHM, geboren 1954 in Chemnitz, ist eine ehemalige Politikerin. Sie studierte Philosophie und Soziologie und war Mitbegründerin des Unabhängigen Frauenverbandes (UFV) am Zentralen Runden Tisch und Ministerin ohne Geschäftsbereich der zweiten Regierung Modrow der DDR. 1992 war sie Gleichstellungsbeauftragte des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Frauen von Brandenburg.

ANGELIKA NGUYEN ist Filmwissenschaftlerin und Autorin. Sie drehte den Dokumentarfilm Bruderland ist abgebrannt über die Lage vietnamesischer Immigrant_innen im Osten Berlins. 2011 erschien ihr Essay Mutter, wie weit ist Vietnam? Ihre Artikel erscheinen u.a. in der Zeit und auf verschiedenen Online-Portalen.

KARETH SCHAFFER (*1987, USA/NL) ist Choreografin und Performerin und lebt und arbeitet derzeit in Berlin. In ihren Stücken untersucht Schaffer, wie Tanz und Bühne auf Orte jenseits von sich selbst verweisen können, und untersucht kritisch die Bedingungen, unter denen Kunst produziert wird und wie sie ihre Relevanz durch Analogie aufbauen kann.

RIKE FLÄMIG (*1978, Leipzig) ist Performerin und Choreografin und schafft mit ortsspezifischen und dokumentarischen Arbeiten performative Räume für kollektive Erfahrungen. Sie studierte Kulturwissenschaften und Ästhetische Praxis an der Universität Hildesheim, sowie als Gast an der Hogeschool voor de Kunsten Utrecht. Als Performerin arbeitet sie gerade für Saša Asentić zu Tanz in der DDR: Was bleibt?. www.rikeflaemig.de

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