September 2019

Mi18Sep(Sep 18)14:30Do19(Sep 19)21:00KLAGENFURT REVISITED

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Bald jährt sich zum dreißigsten Mal der Fall der Berliner Mauer. Keinen Kilometer entfernt von der Österreichischen Botschaft in Tiergarten, wo sich heute wieder der Potsdamer Platz erhebt, war Stadtbrache. Aus Anlass des Jahrestags wollen das Literarische Colloquium Berlin und das Österreichische Kulturforum an ein ganz besonderes Kapitel deutschsprachiger Literaturbeziehungen erinnern.

Der Klagenfurter Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb war ein einmaliger Ort deutsch-deutscher Literaturbeziehungen – quasi auf neutralem Boden. Der langjährige Juryvorsitzende Peter Demetz sagte 1996:

„So geschah es, (…) wenn ich das sagen darf, ohne mich in die Kulturpolitik der neuen Bundesländer einmischen zu wollen, dass sich die neue Literatur der neuen Bundesländer in Klagenfurt konstituiert hat.“

An zwei Tagen werden sich Protagonistinnen und Protagonisten der damaligen Zeit in Berlin treffen und begleitet von einer wissenschaftlichen Konferenz an die Klagenfurter Bachmanntage 1986-1989 erinnern. In jenen vier Jahren stammten alle Preisträgerinnen und Preisträger (Uwe Saeger, Katja Lange-Müller, Angela Krauß und Wolfgang Hilbig) aus der DDR. Wir wollen nachzeichnen, wie es dazu kam, dass Autorinnen/Autoren und Kritikerinnen/Kritiker aus der ehemaligen DDR Teil des Ingeborg-Bachmann-Preises werden konnten.

In Vorträgen von Literaturhistorikern soll bei den Symposien der Literaturbetrieb jener Jahre, vor allem in Hinsicht auf die deutsch-deutschen Literaturbeziehungen, untersucht werden. Außerdem sollen als Zeitzeugen Mitglieder der Jury zu Wort kommen.

Am 18.9. ab 14.30 Uhr beginnt das Symposium mit drei Beiträgen im LCB. Um 19.30 Uhr lesen Angela Krauß, Katja Lange-Müller und Uwe Saeger bei einer Abendveranstaltung aus ihren Siegertexten aus den achtziger Jahren und berichten über ihre Erfahrungen in Klagenfurt. Darüber hinaus wird über die Bedeutung von Literaturpreisen und Stipendien als solche gesprochen.

Am 19.9. setzen wir das Symposium im Österreichischen Kulturforum in der Österreichischen Botschaft, ebenfalls ab 14.30 Uhr, fort. Bei der Abendveranstaltung um 19.30 Uhr dort sprechen die drei ehemaligen Jurymitglieder Volker Hage, Helga Schubert und Sigrid Löffler über ihre Rolle als Ad-hoc-Kritikerinnen. Helga Schubert liest aus einem Text, den sie über ihre Erfahrungen mit dem Preis geschrieben hat. Außerdem berichtet sie über ihre Stasiakten in Zusammenhang mit einer Einladung 1980 nach Klagenfurt. Daneben soll es um den Wandel der Literaturkritik in den letzten dreißig Jahren gehen.

Die Teilnahme an den Symposien ist frei. Um Anmeldung unter geiger@lcb.de wird gebeten.

Die Tickets zur Abendveranstaltung am 18.9. im LCB kosten 8 / 5 Euro und sind auch an der Abendkasse verfügbar. Der Eintritt zu Veranstaltung am 19.9. im Österreichischen Kulturforum in der Österreichischen Botschaft ist frei.

Teilnehmer•innen
Angela Krauß, Katja Lange-Müller, Uwe Saeger, Thomas Geiger

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Zeit

18 (Mittwoch) 14:30 - 19 (Donnerstag) 21:00

Literarisches Colloquium BerlinAm Sandwerder 5