Kunst gegen Rechts

Fr16Jun19:00Fr21:30Kunst gegen RechtsMit Nora Sternfeld, Nuran David Calis, Özlem Özgül Dündar, Leon KahaneVeranstaltungsartGespräch,Vortrag

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Moderation: Aida Baghernejad

Wie sehen aktuelle künstlerische und kuratorische Strategien im Umgang mit vergangener wie aktueller rechter Gewalt aus? In welcher Konstellation stehen Macht, Raum und Gewalt im heutigen Kontext zunehmender rechtsextremer Verbrechen und (neo)faschistischer Bewegungen? Ob in Bezug auf die Kontinuitäten rechten Terrors von den Anschlägen in Mölln und Solingen über die Morde des NSU bis zu den Attentaten in Hanau und in Halle oder in Bezug auf strukturelle Diskriminierung und Gewalt – es sind vor allem die Künste, die diese Gewalt seit Jahren ins Bewusstsein rufen und Widerstand gegen die Angriffe auf die Demokratie von rechts formulieren. Im Theater, in der Literatur, in der bildenden Kunst werden investigative Praxen ausgebildet, Räume des Gedenkens eröffnet und Stimmen der Gegenwehr laut.

Nach einem Vortrag diskutiert die Kuratorin und Kunstvermittlerin Nora Sternfeld mit dem Theater- und Filmregisseur Nuran David Calis, der Autorin Özlem Özgül Dündar und dem bildenden Künstler Leon Kahane, die jeweils Ausschnitte aus ihren Arbeiten vorstellen. Moderiert wird die Runde von der Journalistin Aida Baghernejad.

Begleitprogram zur Ausstellung MACHT RAUM GEWALT. Planen und Bauen im Nationalsozialismus

Aida Baghernejad ist mehrfach ausgezeichnete freie Kulturjournalistin, Podcasterin und Moderatorin. Sie publiziert und spricht für allerlei regionale, überregionale und internationale Medien zu Pop- und Essenskultur, manchmal allerdings auch über beides gleichzeitig, unter anderem für ZEIT Online, Musikexpress, Tagesspiegel oder Deutschlandfunk Kultur. Sie interessiert sich vor allem für das Politische im Sound, zwischen den Seiten, auf der Bühne oder dem Teller. Meistens lebt sie in Berlin, manchmal in London, und vor allem im Internet.

Nuran David Calis ist Regisseur, Theater- und Drehbuchautor. Er arbeitete als Türsteher, studierte Regie in München und produzierte Musikclips für Hiphop-Bands. 2008 kam sein erster Spielfilm, Meine Mutter, mein Bruder und ich, in die Kinos, 2010 verfilmte er für das ZDF Frank Wedekinds Frühlings Erwachen und 2012 Georg Büchners Woyzeck. 2011 erschien sein erster Roman Der Mond ist unsere Sonne. Für seine Werke und Inszenierungen wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Sein neuestes Stück Die Lücke – Ein Stück Keupstraße (Schauspiel Köln, 2023) entwickelte er anlässlich des 10. Jahrestages des Nagelbombenanschlags in der Kölner Keupstraße zusammen mit Anwohner*innen und Betroffenen. Er lebt in München.

Özlem Özgül Dündar schreibt Lyrik, Prosa, Theaterstücke, Hörspiele und Essays. Ihr Gedichtband gedanken zerren erschien 2018 im Elif Verlag. Ihr Hörspiel türken, feuer wurde als Hörspiel des Jahres 2020 ausgezeichnet. Sie performt mit ihren Kollektiven Ministerium für Mitgefühl und kollektiv flexen und ist Mitherausgeberin der Anthologie Flexen – Flâneusen* schreiben Städte (Verbrecher Verlag 2019).

Leon Kahane schafft konzeptuelle Videoarbeiten, Fotografien und Installationen, in denen Themen wie Migration, Identität und die Auseinandersetzung mit Mehr- und Minderheiten in einer globalisierten Gesellschaft im Zentrum stehen. Sein künstlerischer Ansatz stellt eine Form der Kulturkritik dar. Immer wieder lenkt er die Aufmerksamkeit auf Ereignisse und Institutionen, in denen der Geschichte innewohnende Widersprüche zum Ausdruck kommen. Sie spiegeln historische, politische und ökonomische, aber auch biografische Aspekte wider, die er in seinen Arbeiten aufgreift und verarbeitet.

Nora Sternfeld ist Kunstvermittlerin und Kuratorin. Sie ist Professorin für Kunstpädagogik an der HfBK Hamburg. Von 2018 bis 2020 war sie documenta Professorin an der Kunsthochschule Kassel, davor Professorin für Curating and Mediating Art an der Aalto University in Helsinki. Darüber hinaus ist sie Co-Leiterin des /ecm – Masterlehrgangs für Ausstellungstheorie und -praxis an der Universität für Angewandte Kunst Wien, im Kernteam von schnittpunkt. ausstellungstheorie & praxis, Mitbegründerin und Teilhaberin von trafo.K, Büro für Bildung, Kunst und kritische Wissensproduktion (Wien) und Teil von freethought, Plattform für Forschung, Bildung und Produktion (London). Sie publiziert zu zeitgenössischer Kunst, Bildungstheorie, Ausstellungen, Geschichtspolitik und Antirassismus.

In deutscher Sprache

€ 6/4

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Zeit

16. Juni 2023 19:00 - 21:30(GMT+02:00)

Akademie der Künste - Pariser Platz

Pariser Platz 4, Berlin

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