lfb school mit Jo Eckert

Mo23Feb16:0018:00lfb school mit Jo EckertKapitalistische Arbeitsteilung und patriarchale Geschlechterordnung – Lektüreseminar zu Silvia Federicis »Caliban und die Hexe«VeranstaltungsartWorkshop

Details

Wie hängen patriarchale Gewalt und der Kapitalismus miteinander zusammen? Heißt im Kapitalismus schwanger zu sein, ausgebeutet zu werden? Wie werden Geschlecht und Rassifizierung in unsere Körper eingeschrieben? Und wie werden Körper im Kapitalismus anders diszipliniert als in anderen Gesellschaftsformen?

Silvia Federicis »Caliban und die Hexe« (2004) ist inzwischen zum feministischen Klassiker geworden, da es ebendiese Fragen in den Blick nimmt. Aus ihrem aktivistischen Engagement in der Lohn-für-Hausarbeit-Kampagne der 1970er Jahre entwickelt Federici dieses Forschungsprojekt, dessen Ergebnis eine feministische Überarbeitung von Marx’ historischer Analyse des Übergangs zum Kapitalismus darstellt. Für die kapitalistische Umstrukturierung der Gesellschaft war demnach nicht nur die Enteignung der arbeitenden Bevölkerung grundlegend, die dadurch erst zum besitzlosen Proletariat wurde; ebenso zentral war die Abwertung von Frauen und den ihnen zugeteilten Arbeiten der Reproduktion sowie die Enteignung und Rassifizierung der kolonial beherrschten Bevölkerung. Damit formuliert Federici nicht nur eine neue Geschichtserzählung der Anfänge des Kapitalismus, sondern auch eine Sozialtheorie mit dem Anspruch, Klassenherrschaft, Patriarchat und Rassismus zusammenzudenken.

Wir nähern uns dem Werk über seinen aktivistischen Kontext, lesen zentrale Textpassagen, um die Hauptthesen nachzuvollziehen und kritisch zu befragen. Schließlich wenden wir uns einigen Implikationen für Federicis aktuellere Gesellschaftsdiagnosen zu.

  • Seminar mit vier Sitzungen: 23.02., 02.03, 09.03., 16.03. jeweils 16:00–18:00 Uhr
  • Anmeldung per Mail an campus@lfbrecht.de
  • Die Texte werden über einen Reader zur Verfügung gestellt
  • Das Seminar gehört zum Programm der LfB School. Hier den Newsletter abonnieren und rechtzeitig über neue Seminare informiert werden

Jo Eckert hat Philosophie und Geschichte in Berlin und Dublin studiert. Dey leitete studentische Lehre und Forschung zu feministischer Familientheorie und schloss deren Master mit einer Arbeit zum systematischen Zusammenhang der kapitalistischen Organisation von Reproduktion und der Vergeschlechtlichung von Körpern und Subjekten ab. In Kürze erscheint deren Beitrag »Transnational Surrogacy: The Underside of the Family within a Global Regime of Reproduction« im Sammelband »Beyond the Family. Spatiality, Modes of (Re-)Production and Forms of Life« (herausgegeben von Liza Mattutat und Beate Söntgen). Außerakademisch ist Jo in der politischen und sexuellen Bildung tätig.

Zeit

23. Februar 2026 16:00 - 18:00(GMT+01:00)

Literaturforum im Brecht-Haus

Chausseestraße 125, 10115 Berlin

Literaturforum im Brecht-Haus