Juli 2019

Di02Jul18:30Martin Treml»Pathetische Gebärdensprache«. Theorie des Gestischen in Aby Warburgs Bilderatlas

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Vortrag im Rahmen der Sonderausstellung Sonderausstellung Gesten – gestern, heute, übermorgen (11.04.2019–01.09.2019) des Museums für Kommunikation Berlin

Der Hamburger Kunst- und Kulturhistoriker Aby Warburg (1866–1929) arbeitete in seinen letzten fünf Lebensjahren mit ganzer Kraft an vor allem einem Projekt, das er »Bilderatlas« nannte. Dieser sollte Bilder zu Tafeln anordnen und sie erklärende Texte umfassen. Die Tafeln zeigten sogenannte »Pathosformeln«, die »Energiekonserven« darstellen, in die seit der Antike als Inhalt höchste Affekte gegossen werden: Ob es sich dabei um unerträglichen Schmerz oder um beglückende, alle Fesseln lösende Ekstase handelt, ist erst aus dem Kontext bestimmbar.
Im Zentrum dessen steht eine Gebärdensprache, die »von der hilflosen Versunkenheit bis zum mörderischen Menschenfraß« reicht, wie an ausgewählten Beispielen deutlich gemacht wird.

Martin Treml ist Religionswissenschaftler und Judaist, er leitet das Projekt Aby Warburg und die Religionskulturen.

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Museum für Kommunikation Leipziger Str. 16, 10117 Berlin