September 2022

Mi07Sep9:30Mi17:30Mediterranean Connections and their AsymmetriesMedieval and Early Modern German Literatures in the Context of the Mediterranean World.

Details

International Workshop with Sharon Kinoshita (University of California, Santa Cruz)
Organized by Antonia Murath and Falk Quenstedt (B02)

In historischen und kunstgeschichtlichen Disziplinen der jüngeren Mediävistik hat sich der Mittelmeerraum als heuristisches Modell etabliert. Es ermöglicht, transkulturelle Verflechtungen in den Blick zu nehmen, die quer zu gängigen dichotomischen Ordnungsparametern wie ‚Ost und West‘ oder ‚Orient und Okzident‘ stehen. Das Mittelmeer kommt dabei als Kontaktzone in den Blick, die Austausch- und Transferprozesse begünstigt. Insbesondere für kulturelle Praktiken des Adels hat die Forschung eine ‚shared culture‘ (Oleg Grabar) räumlich voneinander entfernter sowie sprachlich und konfessionell heterogener, gleichwohl aber miteinander vernetzter Gruppen aufzeigen können.

Diese kulturgeschichtliche Neuperspektivierung hat Sharon Kinoshita mit ihrem Konzept der „Mediterranen Literatur“ aus literaturwissenschaftlicher und romanistischer Perspektive aufgegriffen und weiterentwickelt. Der Workshop fragt nach der Produktivität dieses Modells auch für das Verständnis deutschsprachiger Texte der Vormoderne. Denn die Gegenstände der germanistischen Mediävistik sind ebenfalls mit literarischen und epistemischen Traditionen, Schauplätzen, Akteuren und Institutionen des Mittelmeerraums verbunden.

Ziel des Workshops ist es, Kolleg*innen aus dem Fach der germanistischen Mediävistik, die sich in ihrer Forschung mit den Postkolonialen Studien, mit Fragen der Transkulturalität und mit Bezügen zum Mittelmeerraum befassen, mit Sharon Kinoshita und untereinander ins Gespräch zu bringen. Mittel- und Ausgangspunkt ist dabei die Beobachtung eines Spannungsverhältnisses innerhalb des Forschungsfeldes der Transkulturalität bzw. der ‚Global Middle Ages‘ selbst: Einerseits die Kritik, dass der Rekonstruktion von Verflechtungsprozessen eine Tendenz zum Harmonisieren und zum Ausblenden von Asymmetrien innewohnt; andererseits der Vorwurf, das eine Konzentration auf die Untersuchung von Konstruktionen des ‚Anderen‘ dazu führt, historische Verbindungen zu vernachlässigen.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Freie Universität Berlin
SFB 980 Episteme in Bewegung
Sitzungsraum
Schwendenerstraße 8
14195 Berlin

Programm

9.30  Welcome and Introduction
9.45  Michael R. Ott (Ruhr-Universität Bochum):
Transferring the Mediterranean to Central Europe – Postcolonial Moves of the Teutonic Order
10.15  Doriane Zerka (University of Cambridge):
Iberia and the Mediterranean
10.45  – Coffee Break –
 11.00  Esther von Stosch (Universität zu Köln):
Transcultural Conventions of Material Hybridity in Persian and German Medieval Literature
 11.30  Antonia Murath (Freie Universität Berlin):
Mediterranean Matters: Material Poetics
 12.00  – Coffee Break –
 12.15  Falk Quenstedt (Freie Universität Berlin):
A Shared Culture of Constructing the Religious Other? Wil(d)helm von Österreich and the Sīrat Sayf ibn Dhī Yazan 
 12.45  Sharon Kinoshita (University of California, Santa Cruz):
How to do Things in the Medieval Mediterranean: The View from the Far West
 13.15  – Lunch Break –
 14.00  Joint Discussion of Primary and Secondary Texts (Reader)
 15.30  – Coffee Break –
 16.00  Joint Discussion of Primary and Secondary Texts (Reader)
 18.30  Joint Dinner

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OrganisatorInnen

Freie Universität BerlinHabelschwerdter Allee 45, 14195 Berlin