Juli 2022

Sa02Jul18:00Sa18:30Meet the Scientist: Andrew James JohnstonWeltliteratur im Frühmittelalter: Das Runenkästchen von Auzon

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Anlässlich der Langen Nacht der Wissenschaften stellen sich die sieben Berliner Exzellenzcluster am 2. Juli im Humboldt Labor vor. Im Rahmen der „Meet the Scientist“-Reihe präsentieren Wissenschaftler*innen ihre herausragenden Forschungsprojekte – im Dialog mit dem Publikum. Welche Bedeutung hat der Krieg in der Ukraine für liberale Gesellschaftsordnungen? Wie weiß eine Blume, wann sie blühen muss? Sind aktive Materialien der Stoff, aus dem unsere Zukunft ist? Wie kann Geometrie zu einem schöneren Stadtbild führen? Und was passiert nach einem Schlaganfall? In kurzen, interaktiven Vorträgen diskutieren Forscher*innen, womit sich ihre Cluster beschäftigen –  und wie exzellente, interdisziplinäre Wissenschaft im 21. Jahrhundert aussieht.

In Kooperation mit den Exzellenzclustern der Freien Universität Berlin, der Technischen Universität Berlin, der Humboldt-Universität zu Berlin und Universitätsmedizin Berlin – Charité im Rahmen der Langen Nacht der Wissenschaften.

18:00-18:30 Uhr | Meet the Scientist mit Andrew James Johnston

Der Cluster Temporal Communities erforscht, was es bedeutet, wenn Literatur global wird. Dabei interessieren den Cluster weniger die großen Werke der Weltliteratur, wie sie seit dem 19. Jahrhundert immer wieder aufgelistet worden sind, sondern die Frage, wie Literatur über Zeiten und Räume hinweg Beziehungen stiftet – Beziehungen zwischen Texten und Leser*innen, zwischen Schrifsteller*innen und Künstler*innen, zwischen unterschiedlichen Gattungen, Medien und Institutionen: von der Oper über Mangas bis hin zur Fernsehserie der Gegenwart. Zentral für die Perspektive des Clusters ist die Beobachtung, dass Literatur Gemeinschaften stiftet, die sich mitunter über Jahrhunderte entwickeln und die Grenzen zwischen Sprachen und Kulturen überwinden. Dabei entwirft die Literatur nicht nur komplexe Formen dieser Beziehungen, sondern auch komplexe Formen der Zeitlichkeit – also der Art und Weise, wie man die Verknüpfungen zwischen Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft denken kann.

Am Beispiel eines historischen Textes – dem frühmittelalterlichen englischen Epos „Beowulf“ – soll gezeigt werden, wie sich eine solche Globalität entfaltet, wie ein erzählendes Gedicht aus einer fernen und sehr fremden Vergangenheit vielfältige Beziehungen knüpft, dabei sein ganz eigenes In-der-Zeit-Sein imaginiert und eine eigene Vorstellung davon entwirft, was es heißt global zu sein.

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Zeit

(Samstag) 18:00 - 18:30

Humboldt ForumSchloßpl., 10178 Berlin