Mosse Lecture: Dietmar Dath

Do27Apr19:15Do20:45Mosse Lecture: Dietmar DathIm Staub der SterneVeranstaltungsartVortrag

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Across the Universe. Aktuelle Blicke ins All

Sommersemester 2023

Der Blick ins Weltall ist so alt wie die Menschheit. Geändert haben sich die Techniken, Interessen und Fragestellungen, welche mit diesem Blick verbunden sind. Die globalen ökologischen, sozialen und pandemischen Krisen, mit denen wir aktuell konfrontiert sind, schärfen das Bewusstsein für das Ganze und verleihen der Frage nach dem Verhältnis des Menschen zum Universum eine neue Dringlichkeit. Gegenwärtige Blicke ins All sind sehr vielfältig motiviert; sie stehen im Zeichen wissenschaftlicher Erschließung und politischer Vormachtstellung, dienen ökonomischen Interessen und sind Ausdruck kultureller Ängste, aber auch Visionen des Welt- als postapokalyptischen Lebensraums. Gemeinsam ist ihnen ihre reflexive Struktur. Das gilt für „den bestirnten Himmel über uns“ [Kant] als grundlegende Metapher der neuzeitlichen Philosophie ebenso wie für die enge Verknüpfung des ökologischen Denkens seit den 1960er Jahren mit dem ikonisch gewordenen Bild des „blauen Planeten“ aus der Astronautenperspektive.
Was wir über Planeten und deren Umlaufbahnen, über Raumfahrt, Satelliten und schwarze Löcher wissen, verdanken wir wissenschaftlichen, technischen und vor allem auch ästhetischen Vorstößen in eine nicht nur räumlich, sondern auch epistemisch schwer zugängliche Region. Ohne die in den 1960er Jahren begonnene TV-Serie ›Star Trek‹, Stanley Kubricks Film ›A Space Odyssey‹ [1968] oder die TV-Übertragung der Mondlandung 1969 wäre das Weltall im öffentlichen Bewusstsein wohl nur halb so gut erschlossen.
Die Mosse Lectures möchten die Vermitteltheit und Popularisierung kosmologischen Wissens in den Blick nehmen und nach den Medien und Technologien fragen, mit denen das Universum über die Astrophysik hinaus ästhetisch, kognitiv und affektiv „besiedelt“ wird. Inwiefern werden die der Lebenswelt entrückten, oft unvorstellbaren Dimensionen des Weltalls zu Einsatzpunkten fiktionaler Zugänge? Auf welchen medialen, sprachlichen und ästhetischen Vermittlungsstrategien basiert die astrophysikalische Forschung selbst (historisch und gegenwärtig)? Können künstlerische Bearbeitungen des Universums als Thema dessen grundsätzliche Vermitteltheit, aber auch den Vermittlungsbedarf kosmologischen Wissens in besonderer Weise reflektieren? Wem gehört dieses Wissen eigentlich, und wie lässt sich das Verhältnis zwischen wissenschaftlicher Forschung und öffentlicher Teilhabe am Gegenstand der Kosmologie ausbuchstabieren?


Dietmar Dath

»Im Staub der Sterne«

mit Stefan Willer

Donnerstag, den 27. April 2023 | 19.15 Uhr | Hörsaal des Tieranatomischen Theaters, Philippstraße 13 (Campus Nord, Haus 3) 10115 Berlin

DIETMAR DATH: Schriftsteller, Journalist und Übersetzer; Daths Werk umfasst Essays, Kritiken, lyrische und dramatische Texte sowie Beiträge zu gesellschaftspolitischen und wissenschaftlichen Themen; Dath gilt zudem als einer der erfolgreichsten Autoren von Science-Fiction Romanen in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur; das Universum ist häufig Handlungs- und Imaginationsraum seiner Texte: so ist »Venus siegt« [2016] als Sozialexperiment der Zukunft auf dem Planeten Venus angelegt, in »Neptunation. Oder Naturgesetze, Alter« [2019] phantasiert Dath über kosmische Nachbarschaften; 2020 erhielt Dath den Sigfried-Kracauer-Preis für seine Filmkritik »Killermaschinen«.

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Zeit

27. April 2023 19:15 - 20:45(GMT+02:00)

Ort

Tieranatomisches Theater

Philippstraße 13, 10115 Berlin

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Philippstraße 13, 10115 Berlin

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