September 2022

Sa17Sep12:00Sa18:00New Alphabet School#Commonings. Workshops

Details

12–14h
Der Gazatal-Pfad
Erinnerung, Wege, Wandel / Transformationen: Nimm uns mit in die Zukunft

Workshop im Foyer, mit Anmeldung
Mit Shareef Sarhan und Rana Batrawi
Auf Arabisch und Englisch

Der Workshop Der Gazatal-Pfad aktiviert die Installation von Rana Batrawi und Shareef Sarhan, eines Mikrokosmos des demografischen, geografischen, politischen und ökologischen Wandels in Palästina. Die Karten, Fotografien, Videos, literarischen Texte und andere Multimediaprojekte helfen bei der Erkundung des Tales in allen ökologischen, sozialen und geografischen Aspekten. Die Teilnehmenden des Workshops sind eingeladen, sich mit dem von den Künstler*innen zusammengetragenen Material auseinanderzusetzen und gemeinsam Zukunftsoptionen für das Tal bei Gaza zu diskutieren.

12–15h
Alles was wir haben sind Bruchstücke: In Abwesenheit eines Gemeinschaftssinnes
Session in der großen Runde, Hirschfeld Bar
Mit Esther Poppe, Daphne Brunet und Vinit Agarwal

Dieses Vorhaben denkt in Verhältnissen. Sein Engagement ist performativ. Dieses Vorhaben ist eine performative Interaktion mit dem Archivarischen Turn. Es ist ein Neubegreifen des kolonialen Archivs mit den sinnlichen Werkzeugen Riechen, Berührung (Finger im Album) und Klang. In Auseinandersetzung mit Archivmaterial werden im Workshop vorgegebene visuelle, kategorische und narrative Formen dekonfiguriert. Der Raum wird für alles geöffnet, was es enthalten könnte. Es ist die Idee eines akustisch-choreografischen Kontakts, der noch vor dem Entstehen des ersten Tones an den Verstärker angeschlossen wird. In diesem Spektrum klanglicher Zeugenschaft wird die Partitur zur Gemeinschaft neugeschrieben. Eine ohrenbetäubende Explosion. Bombe, Bruch, Trug und Schwund. Die Szene spielt in einem b-Raum. Zentral für diesen b-wie-body Workshop ist die Stimme, und performative Praxen, die das politische Potential der Stimme mobilisieren und berühren.

12–13.30h oder 13.30–15h
Wir Werden Gewesen Sein
Workshop im Vortragssaal
Mit Lorena Juan und Isabel de Sena

Lässt sich die Zukunft als ein Gemeingut vorstellen, das über den Menschen hinausgeht? Die Teilnehmenden des Workshops sind eingeladen, sich durch eine queer-feministische SF Storyboard Session treiben zu lassen. Gemeinsam werden sie sich spekulativ mit der Zukunft befassen und Erzähler*innen entwerfen, die sich 200 Jahre in der Zukunft im Jahr 2222 befinden und über ihre Welt erzählen. Die Konstruktion dieser Welten wird auf spekulativen historische Annahmen über die Ereignisse auf dem Planeten Erde zwischen jetzt und dann basieren.

Zukünftigkeit wird in der sogenannten Zukunftsforschung oft spekulativ behandelt – dabei werden extraktivistische Logiken bedient, letztlich um die Zukunft zu formen, kontrollieren, kolonisieren. Im Gegensatz dazu geht es dem Workshop darum, sie als Gemeingut zurückzuerobern. Kann die spekulative (künstlerische) Auseinandersetzung mit dieser Ressource emotionale Wirkungen produzieren, die über die grassierende Rat- und Hoffnungslosigkeit hinausgehen und generative Formen des Lernens mit sich bringen?

* Storyboarding ist eine Erzählweise aus einer Kombination von Skizzen und Text, die in zeitbasierten Medien, vor allem im Film, angewendet wird.

12–17h
Migro, Ergo Sum, Teil 2
Zweitägiger interdisziplinärer Workshop im Vortragssaal
Mit Marinho Pina und Sérgio Carlitos Pereira
Auf Englisch und Portugiesisch

„Unsere Körper sind älter als Grenzen“ – Susana Ferreira

Migration ist eine gängige Praxis. Die Hoffenden und Träumenden werden zum Aufbruch in neue Landschaften gedrängt. Heute ist Migration in all seinen Formen nicht nur – als geografische Frage – ein sozioökonomisches Phänomen sondern vor allem ein politisches.

In Rahmen des Workshops werden die Teilnehmenden durch Storytelling verschiedene Formen von Migration untersuchen um Gemeinsamkeiten zu finden. Dabei sollen sich Spannungen abbauen, die durch Migrationen, Abreisen, Ankünfte, Zugehörigkeiten und Nichtzugehörigkeiten und ihre Zwischenräume ausgelöst werden. In der festen Überzeugung, dass sich gegenseitiges Verständnis auch durch geteilten Humor und Liebe entwickelt, versteht sich der Workshop als ein spielerischer Raum, in dem ernste Themen wie Religion, Glauben, Gender und Rassismen angesprochen werden können und der so eine Art sicheren Raum formt, in dem alle ihre Stimmen und Sprachen zeigen können und so ein Miteinander erschaffen können.

Am ersten Workshoptag wird Migration mit Zeichnungen, Text und Film thematisiert. Am zweiten Tag kommen Instrumente zum Einsatz, um den musikalischen Umgang mit Migration zu erproben. Das Workshop Ergebnis wird öffentlich in der großen Runde live als Jam Session präsentiert.

12–14.30h
Wo sind in unserem Commoning die Tiere?
Reading Session in Konferenzraum 1
Mit Paz GuevaraChiara Figone und Ezgi hamzaçebi
Auf Englisch

Können Geschichten von Menschen und Nicht-Menschen gemeinsam erzählt werden? Die Teilnehmenden lesen und besprechen in diesem Workshop zwei Erzählungen von Bilge Karasu, The Prey und In Praise of the Fearless Porcupine. Die Beziehung von „uns” und den „Anderen” wurzelt einerseits in den physischen Tatsachen der Fragilität, Verletzbarkeit und Sterblichkeit, andererseits in der Unterordnung unter gegebene Sprachsysteme, Materialitäten und Erscheinungsformen. Das Passive und auch die Unterordnung beginnen bei den Menschen wie den Nicht-Menschen mit der Kommunikation in semiotischen Systemen, die das Verhältnis der Menschen mit sich selbst und die Grenzen zwischen Menschen und Tieren durcheinanderbringen und destabilisieren.

Als Teil des Workshops zeigt die Installation Archive Inventory eine Auswahl türkischer feministischer Zeitschriften von der Mitte der 1970er Jahre bis heute, darunter Kadinlarin Sesi/Stimme der Frauen (1975–1980), Sosyalist Feminist Kaktüs/Sozialistischer Feministischer Kaktus (1988–90) und Feminist Politika/Feministische Politik (2009–heute).

12–14h
Soziale Pädagogiken
Workshop im Ostgarten
Mit EIGHT Collective: Kostas Tzimoulis und Vassilis Noulas

Welche Formen, Räume und Strukturen unterstützen und fördern Commonings als Szenarien gemeinsamen Lernens? Anhand verschiedener räumlich-diskursiver Praktiken und Methoden lädt EIGHT Collective im Workshop zur Auseinandersetzung mit der Frage, wie sich Raum vergemeinschaften lässt.

Am Eröffnungstag von Commonings sind die Teilnehmenden und das Publikum eingeladen, sich gemeinschaftlich am Entstehen einer künstlerischen Arbeit zu beteiligen. Im Laufe von drei Tagen werden Elemente, Materialien und Objekte zusammengetragen, um zu erörtern, wie sie sich im Raum einsetzen lassen und welche Perspektiven damit einhergehen. Die Arbeit vervollständigt sich erst durch diskursive oder performativen Lesungen, im Austausch. Was ist tatsächlich entstanden, wie interagiert es mit dem Raum und den Teilnehmenden?

15–17h
Offene Sprache: Test von Hoffnung und Zukunft
Workshop in Konferenzraum 1
Mit Mohamed Al-Zaqzouq und Mahmoud Al-Shaer
Auf Arabisch und Englisch

Haben die Moderne, die Globalisierung und ihre Geschwindigkeit zur Verdichtung und Komplexität von Sprache beigetragen? Wie lässt sich Sprache sowohl als Mittel als auch als Zweck begreifen? Kann Sprache ein Fenster zur Zukunft sein? Die Beschäftigung mit „Offener Sprache“ ist eine Untersuchung zu Schriftsprachen. „Offene Sprache“ bezeichnet für Mohammed und Mahmoud nicht die Sprache einer Gruppe, sondern eines Individuums, weil sie zunächst durch Gefühlsakkumulation im Individuum aufkommt. Anders als in der Vergangenheit müssen Autor*innen heute nur wenige Minuten warten, um Rückmeldungen und Reaktionen der Lesenden auf ihr geschriebenes Textmaterial zu bekommen. Die Welt ist offen, schnelllebig und globalisiert. Sie erlebt eine enorme kollektive Öffnung. Der Wirkmacht der „offenen Sprache“ nachzuspüren kann ein Einsatz für Zukunftsfragen und für Hoffnung sein.

15–18h
Karten und Konstellationen quilten, Teil 3
Workshop im Foyer des Konferenzraumes
Mit Wangũi wa KamonjiNikolay Oleynikov und Alessandra Pomarico

Welche Freuden und Hindernisse entstehen, wenn Menschen in Gemeinschaften aktiv werden? Das gemeinschaftlich praktizierte Quilten (eine Patchwork-Technik) bildet traditionell Symboliken, Szenarien und Wege Richtung Freiheit ab. Davon inspiriert lädt der Workshop ein, sich gemeinsam im Zuhören und kollektiv in Zeugenschaften zu üben und dabei Erzählungen von Zusammenhalt und Loslassen aufzuspüren.

Im Laufe der vier Programmtage von Commonings wird in dieser gemeinschaftlichen, vielstimmigen und gegenwärtigen Auseinandersetzung vor Ort eine „tela” entstehen, ein Kunstwerk aus Stoff. Dieser Ansatz ist dabei auch der Versuch, eine Nähe zu den Schatten und Geistern des Selbst herzustellen sowie durch Gespräche kreative und experimentelle Räume der Gestaltung wachsen zu lassen – mit Platz für spontane Einfälle und Veränderungen.

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Haus der Kulturen der WeltJohn-Foster-Dulles-Allee 10, Berlin