März 2020

Do12Mär(Mär 12)18:00Mi18(Mär 18)22:00Practicing SovereigntyMeans of digital involvement

Details

Symposium | Ausstellung | Workshops

In den letzten Jahren hat sich die öffentliche Wahrnehmung der „Informationsgesellschaft“ grundlegend geändert. Statt weiter den kollektiven Vorstellungen von einer besseren, digital vermittelten Zukunft mit Versprechungen von Partizipation und Basisdemokratie zu folgen, werden die heutigen Narrative von eher problematischen Aspekten der digitalen Transformation dominiert. Themen wie die zunehmende digitale Ungleichheit, die Überwachung und Manipulation von Individuen und eine daraus folgende Untergrabung demokratischer Werte rücken immer öfter in den Vordergrund. In dieser Verschiebung der Erzählungen erfährt der Begriff der digitalen Souveränität ein zunehmendes Interesse. Der Begriff bezeichnet verschiedene Konzepte, welche die Kompetenzen, Pflichten und Rechte im digitalen Zeitalter aushandeln.

Das Symposium mit angeschlossener Ausstellung und begleitenden Workshops diskutiert digitale Souveränität auf der Ebene von Individuen, Gruppen und Gemeinschaften. Der Begriff bezieht sich hier auf Strategien, die es AkteurInnen ermöglichen, die Werkzeuge der globalisierten Informationsgesellschaften selbstbestimmt zu nutzen und sich der Daten, auf die sie zugreifen und die sie erzeugen, bewusst zu sein, einschließlich ihrer Bedeutung für Privatsphäre und kommerzielle Verwertungen. Digitale Souveränität ist keine statische Eigenschaft, sondern ein Recht, das eingefordert werden muss, ein Prozess, der sich ständig weiterentwickelt. Sie ist eine Voraussetzung für die Fähigkeit des Einzelnen, kritisch an den digital basierten Gesellschaften von heute teilzunehmen und jene von morgen mitzugestalten.

Um dieses politische und transformative Potenzial des Begriffs zu schärfen, wird die Veranstaltung eine Bühne für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Aktivistinnen und Aktivisten sowie Künstlerinnen und Künstler bieten, die Praktiken entwickeln oder Räume und Strukturen zur Verfügung stellen, um digitale Souveränität zu fördern. Ziel ist es, verschiedene Facetten dessen zu identifizieren, was es bedeutet, digital souverän zu sein, aber auch die Tragfähigkeit des Begriffs kritisch zu diskutieren: Inwieweit kann das Versprechen der digitalen Partizipation heute noch erfüllt werden? Welche Strategien entwickeln wir, welche Agenda sollten wir verfolgen und wie können wir sie umsetzen? Oder müssen wir unsere Begriffe und Strategien bei der Frage nach der Gestaltung digitaler Gesellschaften grundlegend überdenken?

Gäste und ausstellende KünstlerInnen: Renata Avila, Tatiana Bazzichelli, Max von Grafenstein, Adam Greenfield, Claudio Guarnieri, Adam Harvey, Bianca Herlo, Arne Hintz, Fieke Jansen, Gesche Joost, Liat Lavi, Joana Moll, Julian Oliver, Julia Pohle, Bill Posters, Thorsten Thiel, Kersti Ruth Wissenbach

Das Event findet in englischer Sprache statt.

Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung wird gebeten: https://tickets.weizenbaum-institut.de/weizenbaum/PracSov/

Eröffnungsabend: 12. März 2020, 18:00 Uhr

Symposium: 13. März 2020, 10:00–19:00 Uhr

Workshops: 14., 16., 17. März 2020

Ausstellung 12.–18. März 2020

Weitere Informationen zu Programm und Teilnehmenden: https://sovereignty.weizenbaum-institut.de/events/practicing-sovereignty/

„Practicing Sovereignty“ wird von der Forschungsgruppe 8 des Weizenbaum-Instituts für die vernetzte Gesellschaft organisiert. Es ist Teil der Forschungen der Gruppe zum Zusammenhang von „Ungleichheit und digitaler Souveränität“. Diese steht in direkter Beziehung zur Mission des Weizenbaum-Instituts, Möglichkeiten zu untersuchen, individuelle und kollektive Selbstbestimmung in einer Welt zu ermöglichen und zu unterstützen, die von digital vermittelten Transformationsprozessen geprägt ist.

Weitere Informationen und Neuigkeiten zur Veranstaltung finden Sie auf der Website des Weizenbaum-Instituts.

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Zeit

12 (Donnerstag) 18:00 - 18 (Mittwoch) 22:00

Universität der KünsteHardenbergstraße 33, 10623 Berlin, Deutschland