Mai 2021

19Mai18:30Prozesse filmen: ein soziales ThemaVeranstaltungsart:Ausstellungseröffnung

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Anmeldung unter: anmeldung.berlin@institutfrancais.de

Für weitere Informationen besuchen Sie bitte die Website des Institut Français de Berlin.


Nur wenige von uns haben gesehen, wie ein Prozess abläuft. Meistens sind es Bilder aus literarischen Werken oder vor Ort skizzierte Zeichnungen, die in der kollektiven Vorstellung eine Darstellung der Entscheidungsfindung eingeprägt haben.

Seit dem vom Justizminister Robert Badinter geförderten Gesetz 85-699 vom 11. Juli 1985 wurden 2600 Stunden historischer audiovisueller Aufnahmen an die Archives nationales übergeben. Gefilmt zwischen 1987 und 2018, frei mitteilbar, wird dieses Archiv bald durch die Aufzeichnung der Prozesse um die Anschläge von Januar 2015 (2020) und vom 13. November 2015 (2021) erweitert.

Diese von den Archives nationales adaptierte Ausstellung, die in zwei Teilen an den Standorten Pierrefitte-sur-Seine und Paris schon präsentiert wurde, gibt der Öffentlichkeit des Institut français Berlin einen Einblick in sechs große Prozesse darunter zwei im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg, die von Klaus Barbie (1987) und Maurice Papon (1998); einer im Zusammenhang mit der chilenischen Diktatur (2010); und einer im Zusammenhang mit dem Völkermord an den Tutsi in Ruanda, mit der Anklage von Octavien Ngenzi und Tito Barahira (2016 und 2018).

Die Bilder ermöglichen es, die Anwesenheit von Akteuren mit starken Persönlichkeiten, Angeklagten und Zeugen, Richtern und Staatsanwälten, Verteidigern und Anwälten der Zivilparteien darzustellen. Im Verlauf der Anhörungen begleiten sie uns bei der Vertiefung des Verständnisses der Ereignisse, der Lebenswege, der Erkenntnisse und der plötzlichen Wendungen, die die Dramaturgie ausmachen.

Dank des gefilmten Archivs können die Besucher in einer Vorführungsreihe mit einer Dauer von 1 Stunde 45 Prozesse von hohem historischen Wert kennenlernen und werden gleichzeitig eingeladen, den Akt des Filmens als Bedingung für den Akt des Zuschauens zu reflektieren.

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Centre Marc BlochFriedrichstrasse 191