November 2020

Mo16Nov19:00Real TalkDer "Caesar Act" und die US-Sanktionen gegen Syrien – warum? für wen? und gegen wen?

Details

Der Caesar Act (eigentlich Caesar Syria Civilian Protection Act) wurde Ende 2019 vom US-amerikanischen Kongress verabschiedet und Mitte 2020 in Kraft gesetzt. Das Gesetz entspricht den Forderungen syrischer NGOs, mehr Druck auf das Assad-Regime auszuüben, das ja immer noch Zehntausende von politischen Gefangenen in seiner Gewalt hat. Es hat jedoch ein Glaubwürdigkeitsproblem, aufgrund von Trumps unilateraler, unzuverlässiger und zynischer Art, Politik zu machen. Und auch seine Wirksamkeit steht in Frage, da die Sanktionen vor allem die Bevölkerung treffen, während Diktaturen es immer geschafft haben, sie zu umgehen. Unser Podium versammelt Expert*innen, Studierende und Ehemalige des Bard College Berlin, die sich für und gegen die Sanktionen aussprechen. Es will nicht zu abschließenden Urteilen kommen, sondern sucht nach einem tieferen und nuancierteren Verständnis der Dilemmata, in denen wir uns auf politischer, wirtschaftlicher und humanitärer Ebene befinden.

Programm für die Livestream-Veranstaltung via Zoom am 16.11.:

19:00-20:00: Vorführung des vorab aufgezeichneten Volksbühne-Panels, moderiert von Sam Zamrik, mit Nawara Alaboud, Karam Alhamad und Sohaib Alzoubi

20:00: Online Response von Dalal Alouse

20:10-21:00: Online-Diskussion über Zoom mit angemeldetem Publikum – moderiert von Sam Zamrik

Anmeldungen an RealTalk@berlin.bard.edu

Real Talk ist eine Reihe, die den politischen Diskurs von jungen, widerständigen, demokratisch-freiheitlich gesinnten Diasporas des Mittleren Ostens in Berlin sichtbar und diskutierbar macht. Es geht um die transnationalen Wirklichkeiten und Kämpfe zwischen dem „Hier“ und dem „Dort“, dem „Damals” und dem „Jetzt”, die der Nationalismus auszuradieren sucht und die sich in den Diasporas zeigen. Real Talk gibt syrischen, afghanischen, irakischen und anderen Intellektuellen und Künstler*innen eine Plattform, um politische Themen gemeinsam mit Expert*innen in unterschiedlichen diskursiven und/oder künstlerischen Formaten auf die Bühne zu bringen.

Vorträge, Kurzfilme, Paneldiskussionen, aber auch Performances und Konzerte werden die Abende prägen. Der Überlebenskampf der Zivilgesellschaften im Nahen Osten, die Rückgewinnung politischer Handlungsfähigkeit, die politische Dimension des (Post-)Traumatischen, die Erfahrung von Staatenlosigkeit, die in den Gefängnissen Verschwundenen und das Schicksal der Frauen in der Revolution – diese und andere, Diaspora und Welt verbindende Themen stehen auf der Agenda.

Kooperation der Volksbühne Berlin mit dem Bard Collage Berlin und der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik

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