So12Okt12:0019:00Sprachkunst in der Tauben GemeinschaftVeranstaltungsartKonferenz

Details

Vier Taube Künstler*innen treffen sich auf dem Podium in der Lettrétage, um gemeinsam den aktuellen Stand der Literatur in Deutscher Gebärdensprache zu diskutieren. Die folgende Fragen bilden den Ausgangspunkt: Welche künstlerischen Möglichkeiten bietet die visuelle und körperliche Natur der Gebärdensprache für Poesie? Welche ästhetischen Formen haben sich herausgebildet und welche Bedeutung haben sie? Welchen Stellenwert hat Poesie in Deutscher Gebärdensprache in der Tauben Community im Vergleich zu anderen künstlerischen Ausdrucksformen?

Thematisiert werden auch die unterschiedlichen künstlerischen Herangehensweisen verschiedener Dichter*innen-Generationen sowie gesellschaftliche, diskriminierungskritische Aspekte: Wie trägt gebärdensprachliche Poesie zur kulturellen Identität der Tauben Gemeinschaft bei? Wie kann die Wertschätzung für die Kunstform zur Förderung eines besseren Verständnisses der Taubenkultur unter Hörenden beitragen?

Die Konferenz strukturiert sich durch Keynotes und Podiumsdiskussionen der vier eingeladenen Tauben Künstler*innen, außerdem durch Publikumsdiskussionen in direktem Austausch mit der Tauben Community. Die Zielgruppe ist primär Taubes Publikum; durch die komplette Verdolmetschung können aber auch hörende Besucher*innen teilnehmen. Wegen der begrenzten Anzahl an Sitzplätzen ist die Teilnahme nur nach vorheriger Anmeldung möglich. Aus organisatorischen Gründen bitten wir um eine Anmeldung als hörende*r oder Taube*r Besucher*in:

Zur Anmeldung für Taube Besucher*innen

Zur Anmeldung für hörende Besucher*innen

Laa Walter (keine Pronomen) ist ein*e agender Künstler*in aus Hamburg, jetzt in Berlin lebend. Geboren in einer mehrgenerationellen gehörlosen Familie, ist Deutsche Gebärdensprache Laa Walters erste Sprache, Kunst die zweite. Die künstlerische Reise begann mit einem Stift in der Hand und entwickelte sich zu einer Leidenschaft für Malerei, Mixed Media, Grafikdesign und Performance. Darin verbindet Laa Walter queere Perspektiven, Deaf Culture und Erfahrungen von Audismus. Ehrenamtlich engagierte sich Laa Walter als Vorsitzende*r und Beisitzer*in bei Nordlicht e.V. in Hamburg (2020–2023) und ist seit 2025 als Beisitzer*in bei jubel3 in Berlin aktiv.

Eyk Kauly ist Deaf Performer, Schauspieler und Gebärdensprachkünstler (*1987, Dippoldiswalde). Er wurde Taub geboren und beherrscht die deutsche Gebärdensprache (DGS), die deutsche Lautsprachbegleitung (LBG) sowie die internationale Gebärdensprache (IS). Nach dem Abitur arbeitete Eyk in verschiedenen Projekten als Schauspieler, Performer , Lyrik-Übersetzer und Gebärdensprachkünstler und beteiligte sich als Musik-Performer an diversen Musikvideos in Gebärdensprache. 2012-2017 coachte er gemeinsam mit Susanne Tod am Ernst-Deutsch-Theater Hamburg den inklusiven Jugendclub. Eyk wirkte bei diversen Theaterstücken mit, wie „Sippschaft“ von Nina Raine, „Die taube Zeitmaschine“ und „Ein Sommernachtstraum“ unter der Regie von Michaela Caspar, „Die Hauptsache“ und „Orpheus“ in der Inszenierung von Jeffrey Döring, „Die Wut, die uns vereint“ unter der Regie von Wera Mahne, „Der Diener zweier Herren“ und „Bacchae“, inszeniert von Zoe Xanthopoulou, und „screening invisibilities“ unter der Regie von Zino Wey sowie „Altbau in zentraler Lage“ am Schauspiel Leipzig (2024-2025) von Raphaela Bardutzky unter künstlerischer Mitarbeit von Athena Lange. Seit 2023 ist Eyk Kauly künstlerischer Leiter des Deutschen Gehörlosentheaters. Als Musikperformer trat er mit den Bands Breitenbach („Waiting“) und Otto Normal („Mit Dir, ohne dich“) im Rahmen der Preisverleihung der „Goldenen Henne“ auf und wirkte in verschiedenen Musikkonzerten in Deutschland und in verschiedenen Sendungen mit.

Event Type

Zeit

12. Oktober 2025 12:00 - 19:00(GMT+02:00)

Lettrétage

Veteranenstraße 21, 10119 Berlin

Lettrétage