Stefani Engelstein

Mi17Jul19:30Mi21:00Stefani EngelsteinGeschwister-Logik. Genealogisches Denken in der Literatur und den Wissenschaften der ModerneVeranstaltungsartBuchvorstellung

Details

Kontakt: Dirk Naguschewski

Buchvorstellung von Stefani Engelstein: Geschwister-Logik. Genealogisches Denken in der Literatur und den Wissenschaften der Moderne (De Gruyter 2024)
Respondenz: Stefan Willer (HU Berlin)

Im 19. Jahrhundert etablierte sich die Genealogie als Methode, um historisch wandelbare Systeme wie z.B. Sprachen, biologische Arten, Nationen und Religionen zu klassifizieren. Auch die Erfindung der Kategorie der Rasse wurde mit ihr begründet. Geschwister-Logik. Genealogisches Denken in der Literatur und den Wissenschaften der Moderne unterzieht die Genealogie als disziplinenübergreifendes Organisationsprinzip der kulturellen und biologischen Welt einer kritischen Analyse und bietet damit eine alternative Geschichte unserer Moderne.

Stefani Engelstein argumentiert in ihrem Buch, dass in solchen Systemen Begriffe durch Differenzierungen von benachbarten Begriffen – also Geschwisterbegriffen – bestimmt werden. Weder identisch noch absolut verschieden, begründen diese Geschwisterbegriffe das System und destabilisieren es zugleich. Das Buch verbindet eine umfassende Geistesgeschichte mit detaillierten Analysen aus den Lebens- und Humanwissenschaften und Close readings von literarischen Texten.

Im Gespräch mit Stefan Willer (HU Berlin) diskutiert Stefani Engelstein das in ihrem Buch skizzierte Verständnis von Wissenssystemen und stellt theoretische Grundlagen für flexiblere Formen von Zugehörigkeit, Identität und Handlungsfähigkeit vor.

Mit freundlicher Unterstützung durch den De Gruyter Verlag, Berlin.

Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht nötig.

Stefani Engelstein ist Professor of German Studies an der Duke University und zur Zeit Guggenheim Fellow am ZfL.

Publikationen (Auswahl):

  • Geschwister-Logik. Genealogisches Denken in der Literatur und den Wissenschaften der Moderne. Übers. von André Hansen. Berlin: De Gruyter 2024
  • Sibling Action: The Genealogical Structure of Modernity. New York: Columbia University Press 2017
  • Hg.: Contemplating Violence: Critical Studies in Modern German Culture. Amsterdam: Editions Rodopi 2011 (mit Carl Niekerk)
  • Anxious Anatomy: The Conception of the Human Form in Literary and Naturalist Discourse. Albany: SUNY Press 2008

Stefan Willer ist Professor für Neuere deutsche Literatur an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Publikationen (Auswahl):

  • Hg.: Selbstübersetzung als Wissenstransfer. Berlin: Kulturverlag Kadmos 2020 (mit Andreas Keller)
  • Erbfälle. Theorie und Praxis kultureller Übertragung in der Moderne. Paderborn: Fink 2014
  • Hg.: Erbe. Übertragungskonzepte zwischen Natur und Kultur. Berlin: Suhrkamp 2013 (mit Sigrid Weigel und Bernhard Jussen)
  • Das Konzept der Generation. Eine Wissenschafts- und Kulturgeschichte. Frankfurt a.M.: Suhrkamp 2008 (mit Ohad Parnes und Ulrike Vedder)

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Zeit

17. Juli 2024 19:30 - 21:00(GMT+02:00)

Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung

Pariser Str. 1, 10719 Berlin

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