Januar 2020

Fr17Jan20:00Streitfall IdentitätWolfgang Engler im Gespräch mit Jagoda Marinić

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Identitätsfragen werden gegenwärtig scharf diskutiert, in den USA wie in Europa. Einerseits sprechen wir vom Verlust von Identität in der globalisierten Gesellschaft, andererseits bedroht die Hyperindividualisierung die Erfahrung von gemeinsamen sozialen Räumen.

Auf die große politische Bühne gehoben wurde die Debatte durch den US-amerikanischen Wahlkampf und die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten. Auch angesichts des Brexit und der erstarkenden autoritären Rechten in Europa wird vehement darüber gestritten, ob der linke politische Diskurs zu sehr unter identitätspolitischen Vorzeichen geführt wird. Doch können die Emanzipationskämpfe der Frauenbewegung, von LGBTIQ oder Black Lives Matter ausgespielt werden gegen das Ringen um soziale Gerechtigkeit?

Unter der Chiffre „Identität“ wollen wir eine grundlegende Debatte darüber führen, was Gesellschaften spaltet und was sie zusammenhält: Sind es Fragen über Zugehörigkeit, Heimat und Kultur oder soziale und verteilungspolitische Fragen?

In der neuen Reihe „Streitfall Identität“ diskutiert der Soziologe und Publizist Wolfgang Engler mit seinen Gästen über diese Fragen. Zum Auftakt spricht er mit der Autorin und Journalistin Jagoda Marinić, die sich u. a. mit ihren Büchern „Sheroes. Neue Held*innen braucht das Land“ und „Made in Germany. Was ist deutsch an Deutschland?“ aktiv und differenziert in die aktuellen Diskurse einmischt.

Der Soziologie Wolfgang Engler, geboren 1952 in Dresden, publizierte zahlreiche Studien über Lebensformen in Ost und West und kritische Analysen über die Moderne, die Demokratie sowie den Wandel des Politischen und der Öffentlichkeit, u. a. „Lüge als Prinzip. Aufrichtigkeit im Kapitalismus“, „Bürger, ohne Arbeit. Für eine radikale Neugestaltung der Gesellschaft“ und zuletzt, zusammen mit Jana Hensel, „Wer wir sind. Die Erfahrung, ostdeutsch zu sein“. Von 2005 bis 2017 war Wolfgang Engler Rektor der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch.

Jagoda Marinić, Jahrgang 1977, ist Schriftstellerin, Kulturmanagerin und Journalistin. Sie ist feste Kolumnistin für die Süddeutsche Zeitung und taz und schreibt international für die New York Times. Bereits mit ihrem ersten Roman „Die Namenlose“ wird sie für den Bachmannpreis nominiert. Zuletzt erschienen ist der Debattenband „Sheroes. Neue Held*innen braucht das Land“. Nach Aufenthalten in Zagreb, Split, New York und Berlin lebt Jagoda Marinić heute in Heidelberg und leitet dort das Interkulturelle Zentrum.

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