Februar 2020

Mo03Feb19:30Mo21:00That’s not my storyDiversität und Perspektiven auf deutschen Bühnen

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Mit: Dr. Susanne Keuchel (Direktorin Akademie der Kulturellen Bildung des Bundes und des Landes NRW), Thomas Köck (Dramatiker), Sandrine Micossé-Aikins (Leiterin des Projektbüros Diversity Arts Culture), Pınar Karabulut (Regisseurin), Dan Thy Nguyen (Regisseur, Darsteller)

19:30 Gespräch zwischen Dr. Susanne Keuchel und Sandrine Micossé-Aikins

Was ist Diversität und kann sie durch angeordnete strukturelle Veränderung und Quotenregelungen gesichert werden? Wie können Diversität und Inklusion fester Bestandteil bereits in der kulturellen Bildung werden? Und nach welchen Kriterien richtet sich demnach Kulturpolitik aus?

Sandrine Micossé-Aikins und Susanne Keuchel diskutieren über die aktuelle Situation der darstellenden Künste und mögliche Maßnahmen zur Abschaffung existierender Barrieren im Kulturbetrieb.

20:30 Podiumsdiskussion

Wessen Geschichten erzählen deutsche Theater? Wer erzählt sie, wer darf sie erzählen und wer entscheidet das? Für wen gilt Kunstfreiheit? Wessen Positionen werden auf deutschen Bühnen vertreten? Und welche Herrschaftsverhältnisse und Machtpositionen reproduzieren deutsche Theater damit?

Bei der Podiumsdiskussion sprechen die eingeladenen Regisseur*innen und Autor*innen über die Auseinandersetzung mit diesen Fragen in ihren künstlerischen Arbeiten.

Prof. Dr. Susanne Keuchel studierte Musikwissenschaft, Germanistik und Soziologie an der Universität Bonn und der Technischen Universität Berlin. Sie ist ehemalige geschäftsführende Direktorin des Zentrums für Kulturforschung (ZfKf). Seit Dezember 2013 ist sie Direktorin der Akademie der Kulturellen Bildung in Remscheid. Als Honorarprofessorin lehrt sie am Institut für Kulturpolitik der Universität Hildesheim und ist Dozentin an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Hamburg. Seit November 2018 ist Susanne Keuchel Vorsitzende der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung. Im März 2019 wurde sie als Präsidentin des Deutschen Kulturrates gewählt.

Sandrine Micossé-Aikins leitet Diversity Arts Culture und verantwortet die Begleitung der Berliner Kulturverwaltung. Sie ist Kunstwissenschaftlerin, Kuratorin und Equitymanagerin und arbeitet schwerpunktmäßig zu Rassismus und Empowerment in der Kunst, der Wirkmacht kolonialer Bilder, Körperpolitik sowie Repräsentation und Gleichstellung im deutschsprachigen Kunst- und Kulturbetrieb.

Pınar Karabulut ist Regisseurin bringt in ihren Inszenierungen starke Frauenfiguren zur Geltung. Sie arbeitet dabei auf eine detailreiche wie kraftvoll radikale Weise die weibliche Perspektive aus Klassikern und zeitgenössischen Stoffen heraus und hinterfragt einen obsolet gewordenen Kanon, den sie, anstatt ihn aufzugeben, aufbricht und neu definiert. Sie inszenierte u.a. am Schauspiel Köln, Münchner Volkstheater, Maxim Gorki Theater Berlin, Staatsschauspiel Dresden, Volkstheater Wien, Theater Neumarkt in Zürich und an der Volksbühne Berlin. In der Spielzeit 2016/2017 kuratierte sie im Kollektiv das Britney, die Außenspielstätte am Offenbachplatz des Schauspiel Köln. Nach Invasion! von Jonas Hassen Khemiri und Maya Arad Yasurs Gott wartet an der Haltestelle (Staatsschauspiel Dresden) wurde mit Romeo und Julia (Schauspiel Köln) 2018 ihre dritte Arbeit zum Festival Radikal Jung eingeladen.

Dan Thy Nguyen ist freier Regisseur, Sänger, Schauspieler und Schreiber in Hamburg. Er arbeitete an verschiedenen Produktionen an Häusern wie z.B. Kampnagel Hamburg, Mousonturm Frankfurt, der Freien Akademie der Künste Hamburg und der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen. Im Jahr 2014 schuf er das Stück Sonnenblumenhaus über die rassistischen Unruhen in Rostock-Lichtenhagen 1992. Denken was Tomorrow ist eine Produktion über seine Familie, vietnamesische Boat People. Seine neuen Arbeiten Yesterday never died und Benh [Gogol] Dien nehmen Bezug auf den Aufstieg der Neuen Rechten in Europa und die Idee des Wahnsinns aus einer russisch-asiatischen Perspektive. Ab 2020 wird er mit seinem Produktionsbüro „Studio Marshmallow“ das interkulturelle Festival der Stadt Hamburg „Fluctoplasma -96h Kunst, Diskurs und Diversität“ leiten.

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Volksbühne BerlinLinienstraße 227, 10178 Berlin