November 2020

Mi11Nov19:00TransInterQueerer SalonJayrôme C. Robinet

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Worüber wir schreiben – trans* literarisch. „Ich bin Schriftsteller und es war schon klar, dass ich irgendwann meine eigenen Erfahrungen literarisch verarbeiten würde“, kommentierte Jayrôme Robinet seine im letzten Jahr erschienene Autobiografie. Verspüren Transmenschen als die Unverstandenen, die sie meistens sind, deshalb ein besonderes Bedürfnis zu klären und aufzuklären, was das trans*Sein bedeutet? Jedenfalls verfügen sie über die exklusive Erfahrung, wie anders sich die Welt anfühlt, jetzt ein Mann und vorher eine Frau oder jetzt eine Frau und vorher ein Mann zu sein. Vielleicht, so glaubt Nora Eckert, Initiatorin des TransInterQueeren Salons, sind Transmenschen auch sensibler, wenn es um Rollenbilder und die daran geknüpften Erwartungen geht. Das sollte aber nicht heißen, dass trans* schon das ganze Leben ausmacht – und für einen Schriftsteller zumal. Die Frage ist nicht nur, was das trans*Sein mit dem Schriftsteller gemacht hat, sondern die Sprache überhaupt.

Jayrôme C. Robinet, geb. 1977 in Nordfrankreich. Veröffentlichte in Frankreich zwei Bände mit Erzählungen. 2015 erschien mit Das Licht ist weder gerecht noch ungerecht sein deutschsprachiges Debüt. Das gleichnamige Einpersonenstück feierte im selben Jahr Premiere am Maxim Gorki Theater. 2019 erschien sein autobiografischer Roman Mein Weg von einer weißen Frau zu einem jungen Mann mit Migrationshintergrund. Er lebt seit 20 Jahren in Deutschland, wurde mit zahlreichen Preisen und Stipendien ausgezeichnet und ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität der Künste Berlin, wo er gerade über Performance Poetry in queerfeministischen Kontexten promoviert. Jayrôme Robinet lebt in Berlin.

Der TransInterQueere Salon beschäftigt sich mit trans*, inter* und anderen queeren Lebensweisen in Berlin. Im Austausch mit Gästen aus der Berliner Community werden Räume geöffnet und Einblicke in gelebte Vielfalt ermöglicht. Jeden Abend wird eine andere Persönlichkeit in den Grünen Salon eingeladen, die in besonderer Weise für die Sichtbarkeit von trans* und queer in unserer Gesellschaft steht und in verschiedensten beruflichen Feldern tätig ist. Mit ihr sprechen wir über Lebenserfahrungen, Wünsche und die Arbeit, die noch getan werden muss, damit TransInterQueer-Menschen endlich nicht mehr nur als „das Andere“ wahrgenommen werden, sondern als die Bereicherung, die sie sind.

Der TransInterQueere Salon ist eine Kooperation zwischen TrIQ TransInterQueer e. V. und der Volksbühne Berlin. Die Reihe möchte dabei mehr sein als nur Plaudereien auf der sunny side of the street: ein Ausdruck für Gender-Politik und ein Plädoyer für eine gesellschaftliche Offenheit. Diverse Lebensweisen existieren keineswegs am Rand – wo Minderheiten gerne abgestellt oder vermutet werden –, sondern inmitten der Gesellschaft. Normalität heißt, jeder Mensch ist sein eigener Fall.

TrIQ TransInterQueer e.V. ist in Berlin seit 2006 als soziales Zentrum und gemeinnütziger Verein in Politik, Kultur und Forschung aktiv und setzt sich für trans*, inter* und queer lebende Menschen in Berlin und darüber hinaus ein. Angeboten werden psychosoziale und rechtliche Beratungen sowie Fort- und Weiterbildungen, das Transgender-Radio, Räume für weitere Gruppenangebote und eine Bibliothek.

Kooperation der Volksbühne Berlin mit dem TrIQ TransInterQueer e. V.

Online-Veranstaltung!

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