Januar 2020

Mi22Jan19:00TransInterQueerer SalonMarian Hudek

Details

Nora Eckert im Gespräch mit Marian Hudek

Was verrät uns die Stimme? Sie verrät jedenfalls mehr, als wir gemeinhin denken. Unsere ganze Persönlichkeit ist aus unserer Sprache und der Art unseres Sprechens zu entschlüsseln. Wir tragen unsere Seele sprichwörtlich auf der Zunge. Die menschliche Stimme kann alle Gefühle transportieren und ist wie ein Fingerabdruck einmalig. Durch sie werden wir letzten Endes als Frau oder Mann gehört/gelesen – zumindest in der binären Wahrnehmung des Anderen. Die Genderfrage – gekoppelt an die Persönlichkeit – ist immer auch eine Stimmfrage.

Marian Hudek, geb. 1968 in Schwerte, lebt seit 1989 in Berlin, holt hier sein Abitur nach und besucht zunächst eine Schauspielschule. Nach ersten Bühnen- und Filmerfahrungen entdeckt er sein besonderes Interesse für die Stimme, das ihn zu einer Ausbildung zum Atem-, Sprech- und Stimmlehrer veranlasst. Seit 2004 führt er eine eigene Praxis für Logopädie mit Schwerpunkt Stimmtherapie. Daneben beschäftigt er sich künstlerisch auch mit seiner eigenen Stimme und tritt mit einem eigenen Song-Repertoire auf.

Nora Eckert, geb. 1954 in Nürnberg, lebt seit 1973 in Berlin, ist Publizistin und trans*Aktivistin. Sie arbeitete journalistisch u.a. für Theater der Zeit, taz und Tagesspiegel und veröffentliche Bücher zu theatergeschichtlichen Themen – zuletzt Wer und was ist Hamlet?. Seit Anfang 2019 aktives Mitglied bei TransInterQueer e.V.

Der TransInterQueere Salon beschäftigt sich mit trans* und anderen queeren Lebensweisen in Berlin. Im Austausch mit Gästen aus der Berliner Community werden Räume geöffnet und Einblicke in gelebte Vielfalt ermöglicht. Jeden Abend wird eine andere Persönlichkeit in den Grünen Salon eingeladen, die in besonderer Weise für die Sichtbarkeit von trans* und queer in unserer Gesellschaft steht und in verschiedensten beruflichen Feldern tätig ist. Mit ihr sprechen wir über Lebenserfahrungen, Wünsche und die Arbeit, die noch getan werden muss, damit TransInterQueer-Menschen endlich nicht mehr nur als „das Andere“ wahrgenommen werden, sondern als die Bereicherung, die sie sind.

Der TransInterQueere Salon ist eine Kooperation zwischen TrIQ TransInterQueer e.V. und der Volksbühne Berlin. Die Reihe möchte dabei mehr sein als nur Plaudereien auf der sunny side of the street: ein Ausdruck für Gender-Politik und ein Plädoyer für eine gesellschaftliche Offenheit. Diverse Lebensweisen existieren keineswegs am Rand – wo Minderheiten gerne abgestellt oder vermutet werden –, sondern inmitten der Gesellschaft. Normalität heißt, jeder Mensch ist sein eigener Fall. Es lebe der Unterschied.

TrIQ TransInterQueer e.V. ist in Berlin seit 2006 als soziales Zentrum und gemeinnütziger Verein in Politik, Kultur und Forschung aktiv und setzt sich für trans*, inter* und queer lebende Menschen in Berlin und darüber hinaus ein. Angeboten werden psychosoziale und rechtliche Beratungen sowie Fort- und Weiterbildungen, das Transgender-Radio, Räume für weitere Gruppenangebote und eine Bibliothek.

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Volksbühne BerlinLinienstraße 227, 10178 Berlin