Juli 2019

Fr12Jul10:00Fr17:00Übersetzung von GewaltÜber Walter Benjamins "Zur Kritik der Gewalt"

Details

Walter Benjamins kurzer Text „Zur Kritik der Gewalt“ von 1921 ist einer der wenigen Texte, in dem der Philosoph, Literaturkritiker und materialistische Theoretiker explizit zu rechtsphilosophischen Fragen Stellung nimmt. Der ausgesprochen dichte Text, in dem verschiedene Formen und Funktionen des Rechts der Gewalt sozialer Organisation konfrontiert werden, wird in der Forschung kontrovers diskutiert und hat bis in die Gegenwart die verschiedensten Interpretationen angeregt. Der Text stellt verbreitete Annahmen über das Verhältnis von Recht und Gewalt in Frage, indem er auf den Unterschied von positivem Recht und Naturrecht, auf die Formen von Streikrecht und Kriegsrecht sowie auf die Rolle von Todesstrafe, Polizei und Parlament eingeht. Er stellt damit die Frage, worin legitime Formen von Gewalt bestehen. Dieser Gehalt des Textes erscheint gerade angesichts der jüngsten gesellschaftlichen Entwicklungen, in der ein neues Verständnis von Protest und Organisation das Gewaltmonopol von Polizei und Staat herausfordern, aber auch populistische Tendenzen die formelle und universelle Geltung von Rechten angreifen, von größter Aktualität.

Vor diesem Hintergrund wird im Workshop die neue französische Übersetzung von Benjamins „Zur Kritik der Gewalt“ (Benjamin, Walter: Pour une critique de la violence, trad. par Antonin Wiser. Edition Allia. Paris 2019), die im März 2019 erschienen ist, diskutiert, neben kurzen Beiträgen von jungen Forschern, die zum Thema von Walter Benjamins „Zur Kritik der Gewalt“ arbeiten

Programm

10.00-10.10 Begrüßung, Katia Genel (CMB)

10.10-10.30 Antonin Wiser (Université de Lausanne), „Übersetzungen von Gewalt“

10.30-11.10 Diskussion

11.10-11.25 Pause

11.25-11.45 Nicos Tzanakis Papadakis (FU Berlin), „Der sachliche Widerspruch des Rechts“

11.45-12.25Diskussion

12.25-12.40Pause

12.40-13.00 Tom Vandeputte (ICI Berlin), „Recht und Gerechtigkeit der Sprache“

13.00-13.40 Diskussion

13.40-14.30 Mittagspause

14.30-14.50 Alexandra Richter (CMB), „Mythische Satzung, Gesetz und Gerechtigkeit: Niobe“

14.50-15.30 Diskussion

15.30-15.45 Pause

15.45-16.05 Sami Khatib (Universität Lüneburg), „Entsetzung: Politik des reinen Mittels“

16.05-16.45 Diskussion

16.45-17.00 Schlussrunde: Noa Levin (ZfL) und Frank Müller (CMB)

Die Vorträge im Centre Marc Bloch werden auf Deutsch oder Französisch gehalten.

Organisation:

Frank Müller (CMB / Freie Universität Berlin)
Noa Levin (Kingston University London / ZfL)

Eine Kooperationsveranstaltung zwischen dem Centre Marc Bloch (CMB) und dem Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Berlin (ZfL)

Anmeldung bitte bis 09. Juli 2019 an: ubersetzungenvongewalt@gmail.com

Ort
Georg-Simmel Saal
Friedrichstraße 191

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Zeit

(Freitag) 10:00 - 17:00

Centre Marc BlochFriedrichstrasse 191