November 2020

Do12Nov16:15Do17:45Véronique SinaComic, Körper und die Kategorie Gender

Details

Teil der Ringvorlesung „Comic – Kunst – Körper. Konstruktion und Subversion von Körperbildern im Comic“ im Rahmen des Programms „Offener Hörsaal“ der Freien Universität Berlin.

Als ‚neunte Kunst‘ erfreuen sich Comics großer Beliebtheit sowie wachsender Aufmerksamkeit im kulturellen Leben und akademischen Kontext. Vertreter*innen zahlreicher Fächer und Hochschulen forschen zu diesem Bild-Text-Medium und integrieren graphische Erzählungen in ihre Lehrveranstaltungen. Die Ringvorlesung möchte die vielfältigen Aktivitäten in Kunst und Wissenschaft disziplin- und institutionsübergreifend sichtbar machen und dabei Brücken zwischen akademisch Forschenden, Studierenden und einer interessierten Öffentlichkeit schlagen.

Im Mittelpunkt der Vorlesungsreihe stehen die unterschiedlichen Körper, in denen Comics ihre Protagonist*innen visualisieren. Ob es sich dabei um Wunschbilder, Stereotype oder Karikaturen handelt, immer werden kulturelle Vor­stellungen von menschlichen, tierischen oder technischen Körpern, von Gender, Alter, ethnischer und kultureller Zugehörigkeit, sozialer Schicht und körperlichen oder geistigen Fähigkeiten vermittelt. Die Vorträge der Vorlesungsreihe diskutieren Comics als Seismograph von und Kommentar zu kulturellen Normierungen, Hoffnungen und Ängsten, die häufig über Körper­bilder ausgehandelt werden.

Die Vorlesungsreihe ist öffentlich und kostenfrei. Aufgrund der geltenden Bestimmungen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie ist die Teilnahme vor Ort allerdings zur Zeit leider nicht möglich. Sie sind eingeladen den Live-Stream zu nutzen –> Link hier

Véronique Sina (Medienwissenschaft, Köln)
Für das populäre Bildmedium Comic spielen Körper und ihre (visuelle) Repräsentation eine zentrale Rolle. Während in rein literarischen Texten Aussehen und Körper einer Figur nicht zwingend be- bzw. festgeschrieben werden müssen, ist die visuelle Darstellung von Körpern im grafischen Medium Comic programmatisch. Zeichnungen und Über-Zeichnungen von Körpern und Körperbildern werden nahezu unvermeidbar. Körper im Comic sind jedoch niemals einfach nur Comic-, sondern immer auch Geschlechtskörper. Im Rahmen ihres Vortrags geht Véronique Sina anhand ausgewählter Beispiele verschiedenen Darstellungsprinzipien und Visualisierungsmechanismen von geschlechtlich codierten Comickörpern nach, unterzieht sie einer kritisch-reflexiven Analyse und veranschaulicht dabei die konstituierende Funktion der Kategorie Gender für die mediale Beschaffenheit des Comics.

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